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Dresdner Kita-Ärger noch nicht beigelegt

In der Weißiger Kita "Am Hutberg" wurde nach einem Leitungswechsel ein Großteil der Erzieher ausgetauscht. Was der Träger den Eltern nun verspricht.

In der Kita "Am Hutberg" in Dresden-Weißig soll es nach Problemen einen neuen Start geben.
In der Kita "Am Hutberg" in Dresden-Weißig soll es nach Problemen einen neuen Start geben. © René Meinig

Dresden. Es rumort noch immer in der Elternschaft der Kita "Am Hutberg" in Weißig. Die Probleme in der kleinen Einrichtung mit nur 45 Kindern begannen zum Jahreswechsel, nachdem eine neue Leiterin kam. Deren Kommunikation mit Erziehern und Eltern beschreiben diese als schwierig, weil fast nicht möglich.  Am Ende gipfelte die angespannte Lage darin, dass der Träger der Kita, der Arbeiter-Samariter-Bund Dresden und Kamenz GmbH, drei der Stammerzieherinnen versetzt hat, eine hat gekündigt.

In der Begründung schrieb Sven Spreckelmeyer, der den Bereich Kindereinrichtungen beim ASB Dresden und Kamenz leitet, dass die Mitarbeiterinnen die nötige professionelle Distanz zu den Eltern verloren hätten. Das habe dazu geführt, dass die Grenzen zwischen Einrichtung und Familie zunehmend verschwammen, was keinesfalls gewollt ist.

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Diese Worte haben Ute Scheunig, die 13 Jahre in der Kita "Am Hutberg" als Erzieherin und zuletzt als stellvertretende Leiterin gearbeitet hat, verletzt. "Wir haben sehr wohl auf professionelle Distanz zu den Eltern geachtet, haben uns von Eltern und Kindern deshalb mit dem Nachnamen ansprechen lassen", sagt sie. Und das Konzept der Einrichtung habe sich am sächsischen Bildungsplan orientiert, auch wenn es familiär geprägt war. Dass genau dies eines der Ziele des Bildungsplanes ist, lässt sich auf Seite 94 nachlesen, erläutert Scheunig, die jetzt in Bretnig-Hauswalde arbeitet.  

Ihr und allen anderen Erzieherinnen sei klar gewesen, dass eine neue Leiterin neue Ideen mitbringt. "Darauf waren wir auch gespannt und wollten mit ihr darüber sprechen. Aber sie hat nur gesagt, alles laufe doch gut, da müsse nichts geändert werden." Ute Scheunig will heute die nervenaufreibenden Monate nicht mehr erneut rekapitulieren. "Aber die Aussagen des ASB haben mir wehgetan, weil die Arbeit unseres Teams noch zu Jahresbeginn 2020 vom Geschäftsführer als besonders gut eingeschätzt wurde", sagt sie. 

Eltern: "Es gibt immer noch kein Miteinander"

Im ersten SZ-Beitrag zu dem Thema hat Bereichsleiter Spreckelmeyer davon gesprochen, dass die neue Leiterin in einer Mail an ihn geschrieben hat, dass sie glaube, der Neustart mit der neuen Besetzung sei gelungen. Viele Eltern sehen das aber anders, wie Madlen Zimmermann. "Es gibt noch immer kein Miteinander, keine Kommunikation mit der neuen Leiterin. Wir müssen die Situation einfach hinnehmen und können nichts dagegen machen", sagt sie deprimiert. Ein Dankeschön-Bogen für den fast vollständig zurückgetretenen Elternrat sei auch sofort von der Kita-Wandzeitung abgenommen worden.  

Peter Großpietsch, der Geschäftsführer des ASB Dresden und Kamenz, wünscht sich erneut, dass auch die Eltern den Blick nach vorn richten. Das Erzieherinnenteam sei jetzt stabil, im September kommt noch eine neue Erzieherin dazu. Damit die Eltern besser über das Geschehen in der Kita informiert werden, wird es einen regelmäßigen Elternbrief als Newsletter geben, zudem bietet die Leiterin bei Bedarf ab September  Sprechstunden an, heißt es. Großpietsch bittet darum, dem Team und der Leiterin die nötige Ruhe und Zeit zugeben, damit der Neubeginn mit den Eltern gelingt.

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