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Wer überträgt jetzt die Dynamo-Spiele?

Magenta und der MDR teilen sich die TV-Rechte in der 3. Liga. Wer was wann zeigen darf, ist eine sehr knifflige Angelegenheit.

In Zukunft stehen bei Dynamos Spielen auch im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion vier bis sechs Kameras des Bezahlsenders Magenta Sport. Er überträgt alle Partien in der 3. Liga live.
In Zukunft stehen bei Dynamos Spielen auch im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion vier bis sechs Kameras des Bezahlsenders Magenta Sport. Er überträgt alle Partien in der 3. Liga live. © dpa-POOL/Robert Michael

Als Dynamo das letzte Mal drittklassig spielte, war die Lage noch übersichtlich. Der MDR besaß in der Saison 2015/2016 sämtliche Rechte an den Live-Übertragungen der 3. Liga und zeigte ausgiebig die Spiele der mitteldeutschen Klubs. Nun ist alles anders, weil sich Magenta Sport, ein Bezahlsender der Telekom, seit 2017 das größte Rechtepaket gesichert hat. Trotzdem werden Partien von Dynamo auch wieder im MDR zu sehen sein. Die SZ beantwortet die neun wichtigsten Fragen rund um den komplizierten TV-Markt.

Wo kann ich alle Spiele von Dynamo in der neuen Saison live sehen?

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Nur bei Magenta Sport. „Wir übertragen alle 380 Spiele der 3. Liga live“, sagt Telekom-Sprecher Frank Domagala auf SZ-Anfrage. „Und das auf allen Plattformen.“ Der Sender, der bis zum 2019 noch Telekom Sport hieß, kann am Fernseher empfangen werden, mit einer App aber auch auf mobilen Geräten wie Notebooks, Laptops oder Handys. „Zusätzlich gibt es an jedem Spieltag eine Konferenz“, erklärt Domagala.

Was kostet ein Monats-Abonnement von Magenta Sport?

Für Fans, die bereits einen Telekom-Vertrag abgeschlossen haben, ist das erste Jahr kostenlos. Danach zahlen sie 4,95 Euro im Monat, also 59,40 Euro im Jahr. Wer kein Telekom-Kunde ist, muss 9,70 Euro pro Monat investieren. Das sind 116,40 Euro im Jahr. Außer den Spielen der 3. Liga kann man damit auch die Partien der Fußball-Bundesliga der Frauen, der Basketball-Bundesliga und der Deutschen Eishockey-Liga sehen.

Welche Partien darf der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) zeigen?

Jetzt wird es kompliziert. Der Rechtevertrag sieht vor, dass alle ARD-Anstalten zusammen insgesamt 86 Partien pro Saison zeigen dürfen. Das wären rein rechnerisch 2,3 pro Spieltag. Die 20 Drittligisten teilen sich territorial auf sieben ARD-Anstalten auf, darunter den MDR. Sie alle müssen sich auf die Übertragungen einigen. „Das ist ein verzwicktes Abstimmungsverfahren“, erklärt MDR-Sportchef Raiko Richter. Jedes der dritten Programme versucht, die spannenden und brisanten Duelle wie Derbys zu übertragen, der MDR beispielsweise zum Auftakt die Partie Magdeburg gegen Halle. „Effektiver ist es aber, wenn Mannschaften aus zwei Sendegebieten aufeinandertreffen. Dynamo gegen 1860 München könnte neben dem MDR auch der Bayerische Rundfunk übertragen“, sagt Richter.

Nach welchem Prinzip wählt der MDR die Spiele aus?

Mit Dynamo, Magdeburg, Halle und dem FSV Zwickau kommen vier Drittligisten aus dem MDR-Gebiet. „Natürlich versuchen wir, da so paritätisch wie möglich zu sein“, erklärt Richter. Dass es am Ende auch so ausgeht, kann er jedoch nicht versprechen. „Um beim Beispiel zu bleiben: Unsere Kollegen aus Bayern könnten das Duell Dynamo gegen 1860 lukrativer finden als Zwickau gegen 1860.“ Fest steht aber: Alle Spiele mit Dresdner Beteiligung wird der MDR auf keinen Fall live und in voller Länge zeigen. Wie viele es am Ende werden, hänge auch von der Tabellenkonstellation ab, erklärt der Sportchef.

Was ist mit Spielen, die nicht am Samstag ausgetragen werden?

Der Drittliga-Spielplan sieht auch Partien am Freitag, Sonntag und Montag sowie – bedingt durch Corona – in einigen englischen Wochen vor. „Wir dürfen ausschließlich samstags übertragen“, erklärt Richter. Allerdings gab es in der vergangenen Saison Ausnahmen von dieser Regel. „Das muss dann aber gesondert verhandelt werden.“ So übertragt den Saisonauftakt zwischen Kaiserslautern und Dynamo am 18. September, einem Freitag, zu die ARD.

Wo sind die Tore und Höhepunkte von den Drittliga-Spielen zu sehen?

Der MDR und die anderen dritten Programme dürfen unmittelbar nach dem Schlusspfiff die Höhepunkte von allen 380 Spielen zeigen. „Dabei gibt es kein Minutenlimit. Wir können das also auch sehr großzügig handhaben“, sagt Richter. „Auf jeden Fall wird der Dynamo-Fan alle Tore und alle wichtigen Szenen bei uns sehen können.“ Auch die ARD-Sportschau zeigt Spielberichte. Bei Magenta Sport können die Höhepunkte jederzeit abgerufen werden.

Werden auch Drittliga-Spiele im Livestream übertragen?

Nur bei Magenta. Die ARD-Anstalten besitzen dafür keine Rechte. Der Vertrag läuft noch bis 2022. Dann wird neu verhandelt.

Wie hoch sind die Einschaltquoten bei den Drittliga-Übertragungen?

Beim MDR liegt der Marktanteil im Schnitt bei zehn Prozent. Das entspricht zwischen 200.000 und 300.000 Zuschauern. In der Spitze können es laut Richter bis zu 15 Prozent sein. „Aus der letzten Drittliga-Saison von Dynamo wissen wir, dass der Verein ein Zuschauermagnet ist“, erklärt er. „Aber auch Magdeburg ist ein Zugpferd.“ Magenta kommentiere grundsätzlich keine Zuschauerzahlen, sagt Domagala. „Die Entwicklung ist seit 2017 sehr erfreulich.“

Wie groß ist der technische und personelle Aufwand für die Sender?

Magenta liefert sämtliche Signale auch für die ARD-Sender und setzt bei jedem Spiel vier bis sechs Kameras ein. Zuschauer können bei den Ton-Optionen eine „Fan-Atmo“ auswählen. Bei Geisterspielen werden so Fangesänge eingespielt. Neu ist der Konferenz-Alarm: Wer eine Partie verfolgt, kann auf dem Bildschirm die Infos der Parallelspiele sehen und per Tastenklick in eine andere Partie springen – und wieder zurück.

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