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Spiel- und Redeverbot für Dynamos Wechselkandidaten

Moussa Koné steht kurz vorm Abgang. Dynamo zögert, verzichtet aber heute im Testspiel auf den Stürmer. Offenbar geht es nur noch um die Höhe der Ablöse.

Gute Laune im Trainingslager: Moussa Koné, Gewinner des internen Sprintwettbewerbs,  feiert sich mit der "Usain Bolt-Pose" .
Gute Laune im Trainingslager: Moussa Koné, Gewinner des internen Sprintwettbewerbs, feiert sich mit der "Usain Bolt-Pose" . © Lutz Hentschel

Seine Stimmung ist unter der Sonne Südspaniens blendend, anmerken lässt er sich jedenfalls nichts. Dabei ist die Personalie Moussa Koné derzeit eine der spannendsten bei Dynamo. Noch weiß selbst der Stürmer aus dem Senegal nicht, für welchen Verein er künftig spielen wird. Und ob er in der Winterpause wechselt, vielleicht sogar noch während des Trainingslagers. 

Im Testspiel am Mittwochnachmittag gegen den rumänischen Erstligisten Dinamo Bukarest gehörte Koné zumindest nicht zum Kader - obwohl er fit und einsatzfähig ist.  Der Stürmer befinde sich in Absprache mit Dynamos Verantwortlichen in konkreten Verhandlungen mit einem anderen Verein, hieß es zu Begründung. "Das ist eine Entscheidung des Vereins", erklärte Kauczinski nach dem 1:0-Sieg gegen Bukarest. "Es gab da auch eine Anfrage von Moussa." Mit dem Wechsel könnte es jetzt also auch ganz schnell gehen.

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Dass ein Angebot für Koné vorliegt, ist schon lange klar. Vermutlich handelt es sich um den französischen Erstligisten Olympique Nimes, bei dem auch der Ex-Dresdner Haris Duljevic seit Sommer unter Vertrag steht. Dynamos Sportdirektor Ralf Minge will den Namen des Interessenten nicht verraten, sondern nur, dass es kurz vor Weihnachten ein Gespräch gab.

„Wir haben nach dem letzten Spiel vor Weihnachten in Nürnberg mit seinem Berater gesprochen. Dabei wurden verschiedene Perspektiven dargestellt“, bestätigt Minge auf Nachfrage - und eine Offerte, die, „wie sie jetzt vorliegt, für uns nicht interessant ist“.

Es ist eine knifflige Situation, und es wäre durchaus spannend zu erfahren, wie Koné darüber denkt. Und wie er es findet, dass er alle halbe Jahre mit einem anderen französischen Klub in Verbindung gebracht wird. Doch eine Interview-Anfrage von Sächsische.de lehnte Dynamo ab – mit der Begründung, dass es „keinen neuen Stand“ gebe. So bleiben die Aussagen des 23-Jährigen, die vergangene Woche die Bild-Zeitung veröffentlichte, die aktuellsten. In dem Gespräch gesteht er, dass er die Hängepartie „nicht so einfach wegschieben“ könne. „Ich überlege, was das Beste für meine Zukunft ist.“ 

Im vergangenen Sommer noch, als sich die Wechsel-Gerüchte um Koné wieder einmal häuften, versprach er im Trainingslager: Ich bleibe bei Dynamo. Das sagt er diesmal nicht.  

Muss Koné nicht sogar verkauft werden?

Doch allein in seinen Händen liegt seine Zukunft nicht. Es hängt vor allem davon ab, ob sich beide Vereine über die Ablösesumme einigen können. Im Januar 2018 war er für geschätzt 2,1 Millionen Euro vom FC Zürich nach Dresden gekommen. Sein aktueller Marktwert wird auf 3,5 Millionen Euro taxiert. Bekommen wird Dynamo die aber wohl nicht mal annähernd. 

Der Verein steckt dabei in einem Dilemma. Sein Vertrag gilt zwar noch bis 2022, doch nicht für die 3. Liga. Im Falle eines Abstiegs, der angesichts der aktuellen Lage des Tabellenletzten mit sechs Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz nicht unwahrscheinlich ist, würde Dynamo im Sommer keinen Cent bekommen. Die Frage steht: Wäre es also nicht klüger, ihn jetzt zu verkaufen – selbst weit unter Marktwert?

„Ich möchte, dass alle zufrieden sind, egal, wie die Entscheidung ausfällt“, erklärt Koné, und er betont: „Wenn ich Hellseher wäre und wüsste, dass es so kommt (Abstieg in die 3. Liga/Anm. d. A.), würde ich sagen: Nehmt für mich, was ihr noch kriegen könnt.“ Klingt sehr nach Abschied.

Schnell ist er, und vielleicht auch ganz schnell weg? Transfer-Gerüchte gibt es immer wieder, im Training - hier im Sprintduell gegen Brian Hamalainen - präsentiert sich Moussa Koné hochmotiviert. 
Schnell ist er, und vielleicht auch ganz schnell weg? Transfer-Gerüchte gibt es immer wieder, im Training - hier im Sprintduell gegen Brian Hamalainen - präsentiert sich Moussa Koné hochmotiviert.  © Lutz Hentschel

Doch da ist auch die sportliche Seite, vor allem aus Dynamos Sicht. In dieser Saison hat Koné bisher sechsmal getroffen und damit so oft, wie kein anderer beim Zweitliga-Schlusslicht. Sein bislang letzter Treffer wiederum, und das spricht nicht für ihn, datiert vom 3. November. In diesen Tagen im Trainingslager in Spanien hat er nicht nur Spaß, sondern wirkt auch spritzig und bissig.

Was also tun?

In der Winterpause hat sich Dynamo mit Patrick Schmidt verstärkt, den Angreifer vom Ligakonkurrenten Heidenheim bis zum Saisonende ausgeliehen. Damit stehen mit Alexander Jeremejeff, Luka Stor, Koné und eben Schmidt bereits vier Stürmer im Kader, eine Rückkehr des nach Rostock ausgeliehenen Osman Atilgan steht weiter im Raum. Zudem soll Godsway Donyoh vom dänischen Erstligisten FC Nordsjaelland kommen. Der 25-Jährige ist gelernter Stürmer, aber für die rechte Außenbahn vorgesehen. Dann wären es womöglich sechs Angreifer – und eindeutig zu viel. Es spricht also einiges für den Verkauf. Und weniger dagegen.

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„Wenn ich bleibe, werde ich in den verbleibenden 16 Spielen Vollgas geben, um mit Dynamo den Klassenerhalt zu schaffen. Das verspreche ich“, sagt Koné - Ausgang noch offen, wobei inzwischen alle Zeichen auf Abschied stehen.

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