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Dynamo mit mutiger Partie gegen Paris

Es war ein unterhaltsamer Fußball-Abend vor 30.003 Zuschauern. Trotz des 1:6 verdienen sich auch die Dresdner Beifall. Doch Torschütze Koné muss raus.

Niklas Kreuzer (l.) im Zweikampf mit dem deutschen Nationalspieler Julian Draxler, der zum 2:0 für Paris traf.
Niklas Kreuzer (l.) im Zweikampf mit dem deutschen Nationalspieler Julian Draxler, der zum 2:0 für Paris traf. ©  dpa / Robert Michael

Für die einen ist es nur ein weiteres Testspiel in der Saisonvorbereitung, für andere so etwas wie der Karriere-Höhepunkt und ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst. Dynamo Dresden gegen Paris Saint-Germain - unter normalen Umständen würde es diese Ansetzung nicht geben. Beide Vereine  und ihre Mannschaften trennen mehr als nur Welten - das spiegelt letztlich auch das Ergebnis wieder.

Das sagen die Trainer nach dem Spiel:

Cristian Fiel (Dynamos Cheftrainer): „Die Qualität des Gegners steht außer frage. Mbappé! Wahnsinn, das ist krass, wie jemand so viel Qualität haben kann. Trotzdem glaube ich, dass wir am Anfang zu viel Respekt hatten, zu oft nach hinten oder quer gespielt haben. Hauptsache, ich mache nicht den Fehler. von den sechs Toren bekommen wir einige zu einfach. Ein Ball in die Spitze und er geht alleine aufs Tor zu - das kann dir gegen Greuther Fürth oder Sandhausen auch passieren. Das müssen wir besser verteidigen.“

Und auf Nachfrage zu einer möglichen Verletzung von Koné: "Der Arzt hat mir gerade gesagt, dass er morgen ein paar Untersuchungen macht. Dann wissen wir mehr."

Thomas Tuchel (PSG-Trainer): „Dynamo ist Zweitligist, startet nächste Woche in die Saison – das war nicht so leicht. Wir sind erst eine Woche im Training. Doch wir haben viele Tore geschossen und auch schöne Tore geschossen. Wenn wir so eine Reise machen und das Trikot überziehen, strengen wir uns auch an. Der Rahmen war sensationell für ein Testspiel, das wussten wir, und deshalb haben wir uns auch sehr darauf gefreut.“

Und auf die Frage, ob er etwas von Dresden gesehen hat: "Das war wie immer: eine kurze Bus-Rundfahrt und dann ab ins Hotel. Leider. Aber wenn du mit PSG-Klamotten durch Dresden läufst, hält sich der Spaßfaktor beim Sightseeing auch in engen Grenzen."

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Und so liefen die 90 Minuten:

22:10 Uhr: Das Spiel ist aus, Dynamo verliert gegen Paris St. Germain zwar deutlich. Doch trotz des 1:6 war es ein engagierter und vor allem mutiger Auftritt der Schwarz-Gelben. Der Meister aus Frankreich war durch seine individuelle Klasse in der Offensive deutlich überlegen. Von den Zuschauern gibt es Beifall zum Abschied. Ein Rückspiel in Paris - das wäre doch eine gute Idee, oder? 

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21:59 Uhr: Diese Nachricht passt nicht zum bisher - vom Ergebnis mal abgesehen - unterhaltsamen Fußball-Abend. Koné muss kurz nach seinem Treffer ausgewechselt werden. Hoffentlich nur eine Vorsichtsmaßnahme. Für den Senegalesen ist jetzt Max Kulke im Spiel.

21:55 Uhr: Toooor für die SGD! Koné wird im Strafraum gefoult und schießt den Elfmeter selbst - unten rechts, Trapp ist in der falschen Ecke. Das Ehrentor wird lautstark bejubelt. Nur noch 1:6. Dynamo setzt nach.

21:50 Uhr: Wie die Franzosen ihre Tore machen, ist schon etwas für Fußball-Feinschmecker. Adil Aouchiche zieht ins kurze Eck ab. Der Schiedsrichter lässt den Treffer vom Video-Assistenten überprüfen, gibt ihn aber nach einigen Sekunden des Zögerns.

21.48 Uhr: Fiel reagiert, aber das hat mit dem Zwischenstand nichts zu tun, sondern ist so geplant. Patrick Wiegers kommt als dritter Torwart, Justin Leo Löwe ersetzt nun Florian Ballas in der Abwehr. Außerdem gibt es die offizielle Zuschauerzahl: 30.003 - nur im Gästenblock sind in paar Stehplätze frei geblieben

21:40 Uhr: Jetzt wird es schwierig fürs "Rückspiel". Mbappé verabschiedet sich mit einer Eingabe, die auch ohne die Berührung von Virgiliu Postolachi zum 5:0 ins Tor gegangen wäre. Der Superstar, der von den Dresdner Fußball-Fans gefeiert wird, darf danach vom Platz. Dynamos Chefscout Kristian Walter scherzhaft auf die Frage, warum er Mbappé nicht geholt hat: "Der muss uns irgendwie durchgerutscht sein." Die Fans stimmen zwar das Europapokal-Lied an, aber von dem Traum ist die SGD noch ein gutes Stück entfernt - unabhängig vom Ergebnis in diesem internationalen Vergleich.

21:27 Uhr: Das schnelle Tor zum 4:0 für Paris erzielt der eingewechselte Arthur Zarge. Bei PSG steht jetzt Kevin Trapp im Tor. ob die Dresdner ihn überwinden können? Moussa Koné scheitert an dem deutschen Schlussmann.

21:25 Uhr: Das Spiel läuft wieder. Dynamo hat gewechselt und spielt jetzt mit:

Boll - Müller, Ballas, Hamalainen - Ebert - Wahlqvist, Horvath, Klingenburg, Möschl - Atilgan, Koné.

21:13 Uhr: Dynamos Sport-Geschäftsführer Ralf Minge ist zur Halbzeit beeindruckt: "Mbappé ist ein Spieler von einem anderen Stern." Allerdings hat er auch positive Worte für sein Team übrig. Man habe "nicht nur in Ansätzen gesehen, was unsere Spielidee ist", so Minge, der zudem attestierte, dass es nur an der Stärke des Gegners gelegen habe, "dass wir zum Ende der Halbzeit nicht mehr so zu sehen waren".

Die Teams laufen vor vollem Haus ein.
Die Teams laufen vor vollem Haus ein. © dpa/Robert Michael
Florian Ballas bekommt von Kylian Mbappé die Grenzen aufgezeigt.
Florian Ballas bekommt von Kylian Mbappé die Grenzen aufgezeigt. © dpa/Robert Michael
Der französische Superstar hatte zweimal Grund zum Torjubell
Der französische Superstar hatte zweimal Grund zum Torjubell © dpa/Robert Michael
Den ersten Treffer machte der 20-Jährige nach einem Fehlpass von Dzenis Burnic (Nr. 5).
Den ersten Treffer machte der 20-Jährige nach einem Fehlpass von Dzenis Burnic (Nr. 5). © dpa/Robert Michael
Jannis Nikolaou (l) gegen den Pariser Pablo Sarabia.
Jannis Nikolaou (l) gegen den Pariser Pablo Sarabia. © dpa/Robert Michael

21:07 Uhr: Dynamo führt zur Pause - allerdings nur nach Ecken mit 3:2. Die letzte Chance vor dem Halbzeitpfiff hatten die Dresdner durch Niklas Kreuzer, aber es sprang eben wieder nur eine Ecke heraus. So liegen die Pariser klar mit 3:0 vorn. Sie spielen vor allem ihre Schnelligkeit und Cleverness aus.

20:56 Uhr:  Klingeling. Paris führt einen Freistoß im Mittelfeld schnell aus, Dynamos Defensive ist noch nicht sortiert und Mbappé hat freie Bahn. Diese Gelegenheit lässt sich der Torjäger nicht entgehen und erzielt in der 34. Minute das 3:0. Das nennt man dann wohl, Lehrgeld zu bezahlen.

20:50 Uhr: Das Spiel hat sich ein wenig beruhigt, Paris vergibt zwei gute Chancen durch Thomas Meunier - Broll hält - und Pablo Sarabia - knapp vorbei. Mbappé kann nach einer kurzen Behandlung auch weitermachen.

20:39 Uhr: Der nächste Treffer. Die Franzosen finden erneut die Schnittstelle in der Dresdner Abwehrkette, diesmal kann Julian Draxler unbedrängt vollenden. Nach nur 18 Minuten steht es 0:2. Wird es doch ein Schützenfest für den Champion aus Paris?

20:33 Uhr: Die erste dicke Chance für die Dresdner: Haris Duljevic hängt bei seinem Solo den italienischen Nationalspieler Marco Verratti ab, sein Schuss von der Strafruamgrenze geht aber knapp vorbei. Es ist bisher ein munteres Spiel ohne Abtasten. Mbappé trifft das Lattenkreuz. Und auf der anderen Seite bringt Jannis Nikolaou nach einem Freistoß von Niklas Kreuzer die Fußspitze an den Ball, Areola hat ihn aber sicher.

20:28 Uhr: Und dann geht es doch ganz schnell. Kylian Mbappé ist plötzlich allein durch und lässt Kevin Broll im Dresdner Tor keine Chance. Nach fünf Minuten und 45 Sekunden führt der Favorit mit 1:0. Die Fans im K-Block skandieren: "Auf Dynamo!" An lautstarker Unterstützung mangelt es nicht.

20:22 Uhr: Der Ball rollt im Rudolf-Harbig-Stadion - und Dynamo macht mit den ersten Aktionen deutlich: Wir stellen uns nicht nur hinten rein.

20:16 Uhr: Autogramme hat Kylian Mbappé zwar keine gegeben, aber diesen Jungen mit seiner Trainingsjacke glücklich gemacht. 

19:23 Uhr: Die Aufstellung ist da - und es ist amtlich: Superstar Neymar ist nicht dabei. Die Namensliste von Paris St. Germain hat trotzdem einen hochkarätigen Klang. Mit Torwart Alphonse Areloa und Kylian Mbappé stehen zwei französische Weltmeister in der Startelf, auch die deutschen Nationalspieler Julian Draxler und Thilo Kehrer sowie der Italiener Marco Verratti sind von Beginn an dabei. Schlussmann Kevin Trapp, der vorige Saison an Eintracht Frankfurt ausgeliehen war, sitzt zunächst auf der Bank. Dynamo-Trainer Cristian Fiel hat gleich drei Keeper im Aufgebot. Zunächst steht Neuzugang Kevin Broll zwischen den Pfosten, Tim Boss und Patrick Wiegers halten sich bereit. Als Kapitän auf den Rasen führt diesmal Niklas Kreuzer die Mannschaft. In der Halbzeitpause wird Fiel  das Team wahrscheinlich komplett wechseln. So hatte es der 39-Jährige im Trainingslager angekündigt.

Dynamo spielt mit: Broll - Ballas, Ehlers, Nikolaou - Burnic - Kreuzer, Atik, Taferner, C. Löwe - Duljevic, Röser.

So lief der Tag bis zum Spiel

19:20: In einer Stunde wird Schiedsrichter Nicolas Winter (27 Jahre) die Partie anpfeifen. Der 27-Jährige ist für diese neue Saison erstmals für die 2. Bundesliga nominiert worden. Vorher gibt es eine Schweigeminute zum Gedenken an den am 24. Juni verstorbenen früheren Dynamo-Spielers Jörg Stübner. Er war 1979 von der BSG Motor Halle nach Dresden delegiert worden und bestritt für die Schwarz-Gelben 177 Spiele (14 Tore) in der DDR-Oberliga und 29 Spiele (2 Tore) im Europapokal. Nach 1990 kam er noch fünfmal in der Bundesliga zum Einsatz. Für Aufsehen hatte Stübner im September 1985 gesorgt, als der damals 20-Jährige im Länderspiel gegen Frankreich vor 100.000 Zuschauern in Leipzig Weltstar Michel Platini ausschaltete. Im Andenken an „Stübs“ laufen die Dresdner gegen PSG mit einem Trauerflor auf.

Auf ihrem Twitter-Account zeigen die Franzosen ihre Vorfreude

18:46: Der Bus mit der Mannschaft rollt in Richtung RHS. Immerhin der deutsche Nationalspieler Thilo Kehrer hat sich vorm Einsteigen kurz Zeit für ein paar Fotos mit den Fans genommen, von denen viele eine Stunde und länger vor dem Hotel ausgeharrt hatten. Trainer Thomas Tuchel winkt ihnen mit einem freundlichen Lächeln.

© SZ/Sven Geisler

18:05 Uhr: Für die Buchmacher ist das Spiel eine klare Sache – und deshalb für Zocker vermutlich besonders interessant, denn wenn Dynamo eine Überraschung gelingt, würde sich das für sie auszahlen. Bei den Wettanbietern bwin (6,50) und tipico (6,00) gibt es für einen Dresdner Sieg eine sehr gute Quote, auch ein Unentschieden (4,60/4,20) wäre einiges wert. Dagegen lässt sich mit einem PSG-Erfolg kaum Gewinn machen: 1,35/1,40.

17:49 Uhr: Der Bus steht bereit, ein Polizeiauto auch. Und jetzt viele Fans - auch französische - die auf einen Schnappschuss hoffen. Die Stars sind aber noch drin.

© SZ/Sven Geisler

17:27 Uhr: Es ist ein Hauch von Europapokal: Flutlicht, volles Stadion und ein namhafter Gegner. In 98 Cup-Spielen war Dynamo nur einmal auf eine französische Mannschaft getroffen – und hatte sich im Herbst 1984 gegen den FC Metz durch einen 3:1-Sieg zu Hause und ein 0:0 auswärts durchgesetzt. Und auch das Trikot erinnert an die internationalen Glanzzeiten. Heute Abend läuft Dynamo zum ersten Mal im neuen, weißen Auswärtsdress auf.  Es ist denen nachgestaltet, mit denen die SGD vor rund 40 Jahren gespielt hat. Auch zur Europapokal-Premiere am 20. September 1967 gegen die Glasgow Rangers spielen die Dresdner in Weiß. Ein Grund für die Kleiderordnung heute Abend ist ein Testlauf für den Videobeweis (SZ+), der zur neuen Saison auch in der zweiten Liga eingeführt wird. Weil die Pariser komplett in Dunkelblau antreten, hätten die Gastgeber zum gelben Trikot nicht die schwarze Hose tragen dürfen.

Dzenis Burnic, René Klingenburg und Jannik Müller präsentieren vorab das Trikot, das die Dynamos am Abend im Spiel gegen Paris tragen.
Dzenis Burnic, René Klingenburg und Jannik Müller präsentieren vorab das Trikot, das die Dynamos am Abend im Spiel gegen Paris tragen. © Verein

16:57 Uhr: Gleich nehmen die PSG-Stars um Kylian Mbappé im Hotel noch einen Snack, 18.45 Uhr soll der Bus zum Stadion starten. Aber wie ist der Auftritt des französischen Meisters in Dresden eigentlich eingefädelt worden? „Die Verantwortlichen von Paris St. Germain haben sich im Juni nach der Möglichkeit eines Testspiels erkundigt, was wir aus sportlichen Gründen gern zugesagt haben“, erklärt Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge. Die organisatorische Umsetzung hat die Agentur onside übernommen. Sie hat allein im Vorjahr über 250 Trainingslager, Freundschaftsspiele und Turniere im internationalen Fußball organisiert, zuletzt auch Dynamos Camp jetzt im österreichischen Längenfeld. „Wir garantieren die ideale Saisonvorbereitung“, lautet das Credo des Unternehmens mit Sitz in Hamburg und Barcelona, das eine Ganzjahresbetreuung garantiert. Im Gegenzug zahlen die Vereine einen fest vereinbarten Betrag. So steht es auf der Internetseite von onside. In der Öffentlichkeit tritt die Firma allerdings nicht in Erscheinung. Man arbeitete effizient im Hintergrund.

16:34 Uhr: Langsam wird es ernst. Für 16.45 Uhr hat Thomas Tuchel die Teamsitzung angesetzt. Dann wird der deutsche Chefcoach von Paris St. Germain die Aufstellung bekanntgeben. Er hat zwar einige Nachwuchsspieler mit dabei, aber insgesamt ist seine Mannschaft den Dresdnern in puncto Erfahrung deutlich überlegen. Im Aufgebot des französischen Champions stehen 17 Nationalspieler, die zusammen 679 Länderspiele bestritten haben. Bei Dynamo ist Haris Duljevic derzeit der einzige A-Nationalspieler. Er kommt auf 19 Einsätze für Bosnien. Linus Wahlqvist hatte sein letztes von bisher sechs Länderspielen für Schweden im Januar 2018.

16:01 Uhr: Es ist die Ruhe vor dem Sturm, denn laut wird es nachher auf jeden Fall. Der Heimbereich im Rudolf-Harbig-Stadion ist offiziell ausverkauft, das heißt 18.716 Sitz- sowie die 9.055 Stehplätze im K-Block sind vergeben. Kleiner Tipp für Kurzentschlossene: Einige Restkarten gibt es für den Vip-Bereich und im Gäste-Block, in dem einige hundert aktive Fans von PSG erwartet werden. Für alle, die kein Ticket bekommen haben: Der MDR überträgt sowohl im TV als auch im Stream live und in voller Länge. Kommentiert wird die Partie von MDR-Reporter Torsten Püschel. An seiner Seite nimmt Dynamos Ehrenspielführer Hans-Jürgen Kreische als Co-Kommentator Platz. Der Einlass am Stadion beginnt zwei Stunden vor dem Anstoß, also 18.20 Uhr. 

Auf seiner Internetseite veröffentlichte PSG ein Video von der Anreise nach Dresden:

15:15 Uhr: Während die prominenten Gäste im Hotel „Hyperion“ am Schloss die Beine hoch legen, durften die Dynamo-Profis noch mal nach Hause. Das Spiel ist für Trainer Fiel zwar etwas Besonderes, aber eben vor allem ein weiterer Test in der Vorbereitung auf die neue Saison. Die beginnt mit dem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg am Samstag, 27. Juli, 13 Uhr. Fiel hat angekündigt, gegen Paris alle Feldspieler 45 Minuten einzusetzen. Am liebsten würde er selber spielen, so sehr freue er sich auf den heutigen Abend, hatte der 39-Jährige gesagt (SZ+). Mindestens genauso groß ist die Vorfreude bei den Spielern. "Gegen so eine Mannschaft spielst du vielleicht nur einmal im Leben. Für mich, den ganzen Verein und die Stadt ist das eine tolle Sache. Ich hoffe, wir haben alle einen guten Abend", sagt Haris Duljevic (SZ+). Jannik Müller hofft indes, nicht in ein Laufduell mit dem pfeilschnellen Kylian Mbappé zu geraten. „Er sticht aus seinem Team noch mal heraus mit seiner Schnelligkeit und seiner Technik. Da muss ich dem Schiedsrichter-Assistenten noch Bescheid sagen, dass er diesmal besonders gut hinguckt“, meint Dynamos Innenverteidiger. Kneifen wird aber auch er natürlich nicht: „Ich freue mich auf das Spiel. Das haben wir ja nicht alle Tage, vor heimischer Kulisse und einem vollen Stadion gegen solche Weltstars zu spielen. Und mal sehen, wie sich das Spiel so entwickelt.“ 

13:59 Uhr: Kein Mucks von drinnen dringt nach draußen. Eine Neuigkeit gibt es bei den Franzosen aber, die sich nicht verheimlichen lässt: Innenverteidiger Abdou Diallo verlässt Dortmund und wechselt nach Paris - dem Vernehmen nach beträgt die Ablöse 34 Millionen Euro. Zum Vergleich: Dynamo hatte in der Saison 2017/18 zum ersten Mal die 30-Millionen-Marke beim Gesamtumsatz erreicht. Apropos Transfers: Was ist eigentlich dran am Gerücht, dass Dynamos Ex-Kapitän Michael Hefele zurück nach Dresden kommen könnte? Das sagt Geschäftsführer Ralf Minge dazu (SZ+).

Der französische Nationalspieler Layvin Kurzawa.
Der französische Nationalspieler Layvin Kurzawa. © dpa/Robert Michael
Stieg als letzter aus dem Bus: Kylian Mbappé.
Stieg als letzter aus dem Bus: Kylian Mbappé. © dpa/Robert Michael
Mit einem Lächeln kam Trainer Thomas Tuchek in der Innenstadt an.
Mit einem Lächeln kam Trainer Thomas Tuchek in der Innenstadt an. © dpa/Robert Michael
Ins Musikhören vertieft: der deutsche Keeper Kevin Trapp.
Ins Musikhören vertieft: der deutsche Keeper Kevin Trapp. © dpa/Robert Michael

12:35 Uhr: Die Mannschaft von PSG hat das Hotel in der Dresdner Altstadt erreicht und winkte den wartenden Fans kurz zu. Autogramme gaben die Stars keine. Neymar wurde unter den Spielern bislang nicht gesichtet. Der Brasilianer war erst tags zuvor zum Kader gestoßen. Nach einer Verletzung hatte der 27-Jährige zunächst unentschuldigt beim Trainingsauftakt von PSG vor gut einer Woche gefehlt.

12:10 Uhr: Offenbar hat sich herumgesprochen, wo die Stars in Dresden absteigen. Es stehen etwa 80 Leute am Hotel, der Eingangsbereich ist abgesperrt.

Die Superstars um Kylian Mbappé verbringen die Zeit vor dem Spiel im Hyperion in der Dresdner Altstadt.
Die Superstars um Kylian Mbappé verbringen die Zeit vor dem Spiel im Hyperion in der Dresdner Altstadt. © Sven Geisler

11:59 Uhr: Der weiße PSG-Mannschaftsbus setzt sich in Richtung Dresdner Innenstadt und Hotel in Bewegung - begleitet von vier schwarzen Vans und einem Transporter. Zu sehen waren die Spieler nicht.

Umstieg auf dem Rollfeld: Der Mannschaftsbus der Pariser parkte direkt neben dem Flieger.
Umstieg auf dem Rollfeld: Der Mannschaftsbus der Pariser parkte direkt neben dem Flieger. © Ronald Bonß

11:49 Uhr: Die Mannschaft um Trainer Thomas Tuchel ist in Dresden gelandet. Etwa 30 große und kleine Fans stehen am Flughafen-Fenster mit gezückten Handys. Die Boeing der Pariser ist unscheinbar, nichts deutet auf die "wertvolle" Besatzung - die Mannschaft hat einen Transferwert von etwa einer Milliarde Euro - hin. Die wartenden Fans sind nach der Ankunft von PSG enttäuscht: "Die steigen vom Flugzeug gleich in den Bus, damit sie keinen Schritt gehen müssen. Komm, wir gehen wieder. Sinnlos", sagt einer.

Der Flieger der Pariser ist unscheinbar, nicht einmal ein Logo ziert die Boeing. 
Der Flieger der Pariser ist unscheinbar, nicht einmal ein Logo ziert die Boeing.  © Ronald Bonß

11:23 Uhr: Dynamos Cheftrainer Cristian Fiel hat die Einheit nach intensiven Spielformen beendet. 21 Feldspieler und drei Torhüter waren dabei, Kapitän Marco Hartmann fehlt dagegen noch nach seiner Muskelquetschung. Die Mannschaft trifft sich 18.45 Uhr wieder im Stadion. Nach dem Vormittagstraining stellt sich Fiel noch zu Fotos unter anderem mit dem 11 Jahre alten Lucas. Eine Karte fürs Spiel hat er nicht bekommen, wird es aber im MDR schauen.

© Sven Geisler

11:03 Uhr: Wenn Dynamo mittlerweile als mittelständisches Unternehmen mit rund 30 Millionen Euro Jahresumsatz durchgeht, was ist dann PSG? Ein Weltkonzern, der hoch professionell agiert - und alles unter Kontrolle haben will. Die Ankunft in Dresden, laut Flughafen-Berechnung aktuell für 11.55 Uhr vorgesehen, soll de facto unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Auch wird die Mannschaft nicht etwa am Gepäckband stehen und dann durch die Empfangshalle marschieren - sondern vom Flieger direkt in den Bus steigen. 

10:38 Uhr: Vor genau acht Minuten ist der PSG-Flieger abgehoben. Welche Spieler sind an Bord? Auf Instagram postete der Club kurz vor Abflug drei Stories mit Profis am Flughafen und beim Boarding. In den kurzen Clips sind zu sehen: die drei deutschen Nationalspieler Julian Draxler, Thilo Kehrer und Kevin Trapp, Marco Verrati, Ander Herrera, Pablo Sarabia, Layvin Kurzawa sowie Superstar Kylian Mbappé. 

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10:05 Uhr: Es kann losgehen, also in Paris. Um 10 Uhr haben sich die Profis am kleinen Flughafen Le Bourget im Norden der Stadt getroffen. Wer in den vereinseigenen Flieger einsteigt, blieb aber bis zuletzt ein Geheimnis. Zwar hat sich PSG verpflichtet, mit der bestmöglichen Mannschaft nach Dresden zu kommen, aber was heißt das schon genau bei einem Team mit insgesamt 17 Nationalspielern. Ob beispielsweise Superstar Neymar dabei ist, der seinen Wechsel zum FC Barcelona erzwingen will, ist weiterhin unklar. 

Derweil absolviert Dynamo nach dem gemeinsamen Frühstück im Stadion ein Training im Großen Garten. Chefcoach Cristian Fiel hat angekündigt, am Abend allen verfügbaren Spielern einen Einsatz gegen den Champions-League-Teilnehmer zu geben.

Auf dem Trainingsgelände im Großen Garten bereiten sich Dynamos Profis auf das Spiel gegen den französischen Meister vor.
Auf dem Trainingsgelände im Großen Garten bereiten sich Dynamos Profis auf das Spiel gegen den französischen Meister vor. © Sven Geisler

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