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Dynamo-Präsident holt die Bundesliga nach Dresden

Holger Scholze hat mal ein Turnier gewonnen, bezeichnet sich aber als "Schnuppergolfer". Nun trifft er in Dresden auf die Bayern - was es damit auf sich hat.

Dynamos Präsident Holger Scholze vermisst die Stimmung im Rudolf-Harbig-Stadion, genießt aber auch gerne mal die Ruhe auf dem Golfplatz.
Dynamos Präsident Holger Scholze vermisst die Stimmung im Rudolf-Harbig-Stadion, genießt aber auch gerne mal die Ruhe auf dem Golfplatz. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Holger Scholze bezeichnet sich selbst als "Schnuppergolfer", dabei hat er offenbar Talent. Bei einem Turnier in Dresden-Ullersdorf hat er den Anfängerkurs mal gewonnen. "Möglicherweise lag es daran, dass ich unter Blinden als Einäugiger der König war", meint der 49-Jährige. Der Abschlag sei ihm durch Zufall richtig gut gelungen. "Der Ball flog 150 Meter weit. Ich konnte aber nicht überprüfen, ob es eher ein Glückstreffer war." Denn bislang fand er nicht die Zeit, die Platzreife abzulegen, ist deshalb eher als Moderator auf dem Golfplatz. 

Der ist einer seiner drei Berufe, außerdem ist Scholze TV-Börsenanalyst und Dozent. Das sollte als Beschäftigung reichen, könnte man meinen. Doch als sein Verein, die SG Dynamo Dresden, im Herbst  2018 einen neuen Präsidenten suchte, stellte er sich zur Wahl. Seit knapp zwei Jahren ist er in diesem Ehrenamt, das für ihn als Fan tatsächlich eine besondere Ehre ist, aktiv. 

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So hat er sich auch dafür eingesetzt, den Bundesliga-Golf-Cup nach Dresden zu holen. Die Idee zu diesem Turnier hatte Jens Karluß aus Aue, der voriges Jahr zum ersten Mal zu einem solchen Wettkampf nach Bad Schlema eingeladen hatte. Mit dabei sind Teams anderer Fußballvereine aus den ersten drei Ligen wie Borussia Dortmund, Bayern München, Union Berlin und der 1. FC Magdeburg. Am letzten August-Wochenende gibt es nun die zweite Auflage in Ullersdorf. 

Scholze freut sich sehr auf das Turnier, obwohl er selbst mal wieder nur am "Schnuppergolfen" teilnehmen wird. "Das Golfen ist besonders schön, weil man über mehrere Stunden in der Natur ist", schwärmt er, "Es tut einem gut, vom Alltagsstress und den Herausforderungen, die man in jeder Woche zu bewältigen hat, abgelenkt zu werden, den Kopf freizubekommen und einfach diesen wunderschönen Sport zu genießen."

Die Ruhe als Kontrast zu Dynamos Stimmung

Einen Vergleich zwischen Golf und Fußball möchte er gar nicht ziehen. Es sei ein "schöner Kontrast zu der Emotionalität und der Lautstärke bei uns im Rudolf-Harbig-Stadion", meint Scholze. Die Stimmung, wie sie bei Dynamos Heimspielen vor der Corona-Krise noch beim Sachsenderby gegen Erzgebirge Aue mit mehr als 30.000 Zuschauern zu erleben war, findet er "zauberhaft - und das genießen wir." Aber es sei auch angenehm, mal die Ruhe zu genießen. "Damit wir dann wieder mit vollen Kräften ins Fußballstadion gehen können."

Sie präsentieren den zweiten Bundesliga-Golf-Cup (v.l.): Holger Scholze (Dynamo Dresden), Jens Karluß (Veranstalter), Uwe Neumann (Golfplatz Dresden-Ullersdorf) und Daniel Richter (Dresdener Auto AG)
Sie präsentieren den zweiten Bundesliga-Golf-Cup (v.l.): Holger Scholze (Dynamo Dresden), Jens Karluß (Veranstalter), Uwe Neumann (Golfplatz Dresden-Ullersdorf) und Daniel Richter (Dresdener Auto AG) © Gregor Lorenz

Ob Scholze ein passionierter Hobby-Golfer werden könnte, wird er wahrscheinlich nicht mehr herausfinden, aber Sport gehört schon von klein auf zu seinem Leben. Erst im Fußball, danach in der Leichtathletik war er in seiner Heimatstadt Bautzen erfolgreich. Als Vater von Zwillingen versucht er, die Zeit auf Arbeit, Familie und Ehrenamt so gut wie möglich zu verteilen, und zwar so, dass "noch etwas Spielraum zum Entspannen und Nachdenken übrig bleibt". Als Dynamo-Präsident ist sein diplomatisches Geschick besonders gefragt.

Beim Golf-Cup wird er als symbolischer Gastgeber im Trikot seines Vereins, also in Schwarz-Gelb, spielen, der sonst vorgeschriebene Dresscode mit Poloshirt und Stoffhose wird für einen Tag außer Kraft gesetzt. Auch die anderen Teilnehmer starten im Outfit ihres Klubs. Scholze hofft, dass wie bei der ersten Auflage am Ende das Dynamo-Logo möglichst oft auf dem Siegerfoto erscheint. "Wir haben uns dort viel zu erzählen", sagt er - und meint dazu: "Dabei gibt es zwischen rivalisierenden Vereinen auch die eine oder andere Frotzelei. Das läuft aber alles mit einem Augenzwinkern."

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Die Teams werden bei dem Turnier am 29. und 30. August unterschiedlich aufgestellt sein. So geht für Borussia Dortmund das vereinsinterne Marketing-Team an den Start, der FC St. Pauli schickt den Aufsichtsrat auf den Golfplatz, Bayern München und der VfB Stuttgart lassen ehemalige Fußball-Profis in Ullersdorf in ihrem Trikot golfen. Wer außer Scholze für Dynamo antritt, ist noch nicht endgültig entschieden, aber er hat eine Idee: Wenn die Geschäftsführer Ralf Becker und Michael Born genauso "viel" Erfahrung haben wie er, "bilden wir ein schönes Team beim Schnuppergolfen". 

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