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Eilers meldet sich zurück und denkt an Dynamo

Verletzt, vereinslos und jetzt auch noch vereinsamt? Das Gegenteil ist der Fall, meint der Dresdner Aufstiegsheld und kündigt sein Comeback an.

Hier fing alles an: Justin Eilers auf dem Bolzplatz im Braunschweiger Stadtteil Kanzlerfeld. Derzeit ist er vereinslos und arbeitet zu Hause am Comeback. Im Sommer will der 31-Jährige einen neuen Klub finden.
Hier fing alles an: Justin Eilers auf dem Bolzplatz im Braunschweiger Stadtteil Kanzlerfeld. Derzeit ist er vereinslos und arbeitet zu Hause am Comeback. Im Sommer will der 31-Jährige einen neuen Klub finden. © Archiv: Thomas Kretschel

Hopp oder topp? Das war die Frage der Fragen für ihn. Eine allerletzte Operation wollte sich Justin Eilers noch zumuten vor dem drohenden Ende seiner Laufbahn als Profifußballer. "Klappt es, gibst du noch einmal alles. Klappt es nicht, ist es vorbei mit deiner Karriere", erzählt der Stürmer - und kann rückblickend feststellen, sich durchaus richtig entschieden zu haben.

Seit dem Eingriff vor einem Jahr, als ihm ein Überbein am Hüftgelenk entfernt worden ist und damit eines der Grundübel seiner seit Jahren andauernden Verletzungen, fühlt sich Eilers zum einen schmerzfrei. Und außerdem: bereit für sein Comeback. "In der Wechselperiode im Winter habe ich mich noch nicht fit genug gefühlt und für mich entschieden, erst einmal wieder ein Top-Level zu erreichen, bevor ich mich wieder nach einem Klub umschaue", sagt er.

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Es ist ein langes und vor allem sehr offenes Interview, dass der 31-Jährige in diesen Tagen mit dem Portal liga3-online geführt hat. Und er gewährt dabei einmal mehr tiefe Einblicke in sein Seelenleben. Die immer wiederkehrenden, immer neuen Verletzungen seit seinem Wechsel von Dynamo Dresden im Sommer 2016 zu Werder Bremen, der geplante Neuanfang danach in Griechenland, der sich als kompletter Flop erwies, schließlich erneute Verletzungen, die Privatinsolvenz. "Ich war verzweifelt und bin fast daran zerbrochen", sagt Eilers.  

So mag er sich selbst am meisten: jubelnd nach einem Tor. In Dresden passierte dies regelmäßig. Auch dank seiner Treffer schaffte Dynamo vor vier Jahren den Aufstieg in die zweite Liga.
So mag er sich selbst am meisten: jubelnd nach einem Tor. In Dresden passierte dies regelmäßig. Auch dank seiner Treffer schaffte Dynamo vor vier Jahren den Aufstieg in die zweite Liga. ©  Archiv: Robert Michael

Seit mittlerweile fast vier Jahren könne er nicht mehr das, was er am meisten liebe: "Jede Woche auf dem Fußballplatz zu stehen und vor Tausenden von Zuschauern mein Bestes zu geben - das war mein Leben, mein Alltag", betont der gebürtige Niedersachse. Den Gedanken ans Karriere-Ende hat er dabei versucht, weit wegzuschieben. Bis zu dieser letzten Operation. 

Was ihm Kraft und Zuversicht gegeben hat in der schweren Zeit? Natürlich der Zuspruch von der Familie und Freunden, aber auch, zumindest sagt er das, wenn ihn die Fans bei seinen Stadionbesuchen in Dresden auch heute noch um Fotos bitten und sich seine Rückkehr zu Dynamo wünschen. 

Zu Dynamo spürt er eine besondere Bindung

Die zwei Jahre bei den Schwarz-Gelben bezeichnet er ohne langes Zögern als bisherigen Karriere-Höhepunkt. "Die Zeit in Dresden war phänomenal. Ich war verletzungsfrei und habe das Vertrauen des Teams, der Fans und des Umfelds immer gespürt", sagt Eilers. Die Krönung sei natürlich die Drittliga-Meisterschaft und der damit verbundene Zweitliga-Aufstieg 2015/16 gewesen, "in der ich außerdem Torschützenkönig und Spieler der Saison wurde. Ich bin extrem dankbar, dass ich diese Erfolge mit Dynamo feiern durfte und habe weiterhin eine besondere Bindung zum Verein."

Dass eine Rückkehr zum Zweitligisten Dynamo eher unrealistisch ist, weiß Eilers natürlich selbst. Zu lange hat er nicht gespielt. Zumindest der Gedanke aber ist zulässig: Was wäre eigentlich, wenn Dynamo in die 3. Liga absteigt? Würde einer wie Eilers dann womöglich gerade gut passen?

Mit dem Aufstieg ging Publikumsliebling Eilers zu Werder Bremen. Es war ein Abschied mit Tränen, einer, den viele nicht verstanden haben.
Mit dem Aufstieg ging Publikumsliebling Eilers zu Werder Bremen. Es war ein Abschied mit Tränen, einer, den viele nicht verstanden haben. ©  Archiv: Robert Michael

Eilers denkt in diesen Tagen noch nicht soweit, er wählt die Taktik der kleinen Schritte.  "Seit langem fühle ich mich mal wieder richtig gut, und ich vertraue meinem Körper. Jetzt gilt es, weiter hart an meiner Fitness zu arbeiten, um dann bestenfalls noch einmal Profifußball zu spielen. Es ist jetzt definitiv meine letzte Chance", betont Eilers und erzählt vom Training zu Hause in Braunschweig mit einem Fitnesstrainer, dass er seit Dezember durchzieht. Er hat wieder Mut gefasst, ist optimistisch. 

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Fakt ist für ihn aber eines: Findet er im Sommer keinen neuen Verein, macht Eilers definitiv Schluss mit Fußball. Pläne habe er bereits, viele Optionen für den Start ins Berufsleben, wie er sagt. Doch dies sei jetzt Zukunftsmusik. "Erst einmal setze ich in den kommenden Monaten noch einmal alles auf eine andere Karte: Und die heißt Fußball", betont er. Ein allerletztes Mal also: Hopp oder topp?

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