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Zittau

Ein Blick hinter alte Schlachthof-Mauern

Klaus Reepen will den Zittauer Gebäudekomplex bald auf Vordermann bringen. Am Sonntag zeigt er ihn aber erst einmal öffentlich.

Klaus Reppen öffnet den alten Schlachthof in Zittau am Sonntag für Besucher.
Klaus Reppen öffnet den alten Schlachthof in Zittau am Sonntag für Besucher. © Jan Lange

Für die jüngeren Zittauer ist der alte Schlachthof unbekanntes Terrain, als sie aufgewachsen sind, war er bereits geschlossen. Die Älteren haben ihn dagegen noch in Aktion erlebt. Alt und Jung können am Sonntag einen Blick hinter die Mauern des alten Schlachthofes werfen, Unbekanntes entdecken oder sich an längst Vergessenes wieder erinnern. Der frühere Zittauer Schlachthof ist eines von rund 140 Objekten im Landkreis Görlitz, das zum Tag des offenen Denkmals Besucher erwartet. 

Alle Gebäude des ehemaligen Schlachthofes wird Eigentümer Klaus Reepen aber nicht öffnen, das lasse der bauliche Zustand nicht zu. Denn der Komplex ist jahrelang vor sich hin verfallen. Unbekannte haben hier immer wieder ihren Sperrmüll hingekippt, die Wände sind mit Graffiti besprüht worden und das Gelände zugewuchert. Kein schöner Anblick. Das hat Klaus Reepen bei Besichtigungen mit potenziellen Investoren feststellen müssen. Der Zustand habe sie noch zu sehr abgeschreckt, erzählt der Schlegler. Ein Interessent wollte demnach den alten Schlachthof zum Casino machen. Gestorben. Ein anderer eine Schaubrauerei einrichten. Auch daraus wurde nichts. 

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Reepen will deshalb erst mal selbst tätig werden. Bei den Gebäuden an der Chopinstraße sollen die Dächer und nach Möglichkeit auch die Fassaden hergerichtet werden. Für den Innenausbau sollen dann die Investoren sorgen. Die denkmalschutzrechtliche Genehmigung für die Dachsanierung habe er schon, erklärt Reepen. Das bedeutet aber nicht, dass es nun losgehen kann. Erst wenn Fördermittel fließen, wird die Erneuerung beginnen. 

Und das kann durchaus zu einer längerfristigen Sache werden, wie andere Projekte des Schleglers zeigen. So wollte er frühere LPG-Gebäude an der Teichstraße in Schlegel bereits 2017 mit Fördermitteln abreißen. Die wurden ihm aber nicht genehmigt. Reepen will nun erneut eine Förderung beantragen. Auch auf dem Schlachthof-Gelände will er Gebäude abreißen lassen - und zwar die Anbauten aus DDR-Zeiten. "Es wird nach und nach kommen", verspricht Reepen.

Er rechnet nicht damit, dass in diesem Jahr noch mit der Umsetzung der ersten Bauabschnitte begonnen wird.

Angefangen hat er aber mit der Beräumung des Geländes - auch wegen des Denkmaltages. Am Sonntag will er vor allem die ehemalige Schlachthalle zeigen. Dafür hat er sie von Müll und Schutt beräumt und einen Zugang geschaffen, so dass die Besucher durchgehen können. Dass er gerade die Schlachthalle zeigen will, begründet er damit, dass an dem Gebäude noch am meisten dran sei. So können Besucher beispielsweise die alten Schlachtscheinwerfer sehen. 

Neben dem ehemaligen Gasthaus - der Schriftzug hängt noch am Gebäude - direkt an der Chopinstraße hat Reepen zuletzt noch eine zugewachsene Ecke beräumt, um hier den Besuchern Kaffee und Kuchen sowie Bier und Gegrilltes anbieten zu können. Nach seiner Aussage werde er dabei von der Zittauer Jugendfeuerwehr und dem Verein "Freunde der Mandaukaserne" unterstützt. Bei gutem Wetter soll alles im Hof, bei schlechtem in der Schlachthalle stattfinden.

Der Alte Schlachthof in Zittau ist am Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere geöffnete Denkmäler im Landkreis finden Sie hier.

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