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Ein Jobticket für Glashütte

Nun können auch kleinere Firmen verbilligte Monatskarten anbieten. Dafür gibt es aber eine Bedingung.

Die Uhrenstadt Glashütte ist über verschiedene Buslinien und über die Bahntrasse gut zu erreichen. Das nutzen viele Pendler – ob aus dem Osterzgebirge oder dem Elbtal.
Die Uhrenstadt Glashütte ist über verschiedene Buslinien und über die Bahntrasse gut zu erreichen. Das nutzen viele Pendler – ob aus dem Osterzgebirge oder dem Elbtal. © Archiv: Egbert Kamprath

In Zukunft werden höchstwahrscheinlich noch mehr Pendler mit Bus und Bahn zur Arbeit nach Glashütte fahren. Möglich macht das der Uhrenhersteller Glashütte Original. Wie Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) in der jüngsten Stadtratssitzung erklärte, öffnet das Unternehmen sein Jobticket. Andere Firmen können damit unter dem Dach dieser Uhrenfirma ihren Mitarbeitern verbilligte Monatskarten für Bus und Bahn anbieten. Diese sind in jeden Fall 20 Prozent günstiger, weil je zehn Prozent der Ticketkosten das Verkehrsunternehmen – hier der Regionalverkehr Dresden (RVD) – und der Arbeitgeber übernimmt. So sind die Bedingungen.

Bei einem Jobticket für eine Zone außerhalb von Dresden reduziert sich der Preis, den der Arbeitnehmer für eine Monatskarte zahlen muss, von 49,30 Euro auf 39,44 Euro. Noch größer ist die Ersparnis beim Verbundraum-Monatsticket. Hier sinkt der Preis von 178 Euro auf 142,40 Euro. Dem Arbeitgeber steht es aber frei, seinen Zuschuss zu erhöhen, um die Kosten für die Mitarbeiter zu reduzieren. Manche Unternehmen zeigen sich da sehr spendabel. Dazu gehören zum Beispiel die Uhrenhersteller Nomos Glashütte und eben auch die Firma Glashütte Original. Beide Uhrenhersteller übernehmen neben dem zehnprozentigen Arbeitgeberanteil auch sämtliche weitere Kosten.

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„Damit können unsere Mitarbeiter den öffentlichen Nahverkehr kostenlos nutzen“, sagt Michael Hammer, Sprecher von Glashütte Original. Bei Glashütte Original gibt es dieses Angebot seit 2013. Das Unternehmen schloss einen Vertrag mit dem Regionalverkehr Dresden ab. Glashütte Original musste sich dabei verpflichten, dass mindestens 30 Mitarbeiter ein solches Jobticket nutzen, da sich erst ab dieser Zahl das Jobticket für den RVD rentiert.

Beitrag für den Umweltschutz

Der Uhrenhersteller konnte diese Bedingung rasch erfüllen, denn viele Mitarbeiter zeigten Interesse an einer stressfreien Fahrt zwischen Wohn- und Arbeitsort. „In den letzten Jahren ist die Zahl unserer Jobticket-Nutzer nahezu konstant geblieben“, sagt Hammer. Derzeit liegt sie bei rund 200 Nutzern. Aufgrund dieser hohen Zahl hat der Verkehrsverbund vor allem die Verbindungen zwischen Dresden und Glashütte nach und nach verbessert. So fährt seit dem Sommer 2017 eine Eilbus-Linie früh und nachmittags zwischen Heidenau und Glashütte. Im Wechsel mit der stündlich fahrenden Müglitztalbahn schafft diese Busline einen Halbstundentakt zwischen Heidenau und Glashütte. Ein halbes Jahr später wurde diese Linie bereits um zwei weitere Fahrten ergänzt. Auch das Bahnangebot wurde verbessert. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 fahren montags bis freitags je zwei Züge von Dresden direkt bis Glashütte und zurück. Dieses Angebot richtet sich vor allem an die Angestellten der Uhrenindustrie in Glashütte, erklärte der VVO bei der Einführung.

Weil Glashütte Original seit Jahren garantieren kann, dass die Mindestteilnehmerzahl immer deutlich überschritten wird, bat die Stadt den Uhrenhersteller, den Vertrag für kleinere Firmen und Einrichtungen zu öffnen. Denn diesen gelingt es nicht, die 30 Ticketnutzer aufzubieten. „Gern haben wir uns dazu bereit erklärt“, sagt Firmensprecher Hammer. Damit wollte man auch einen „weiteren Beitrag für den Umweltschutz“ leisten und die Parkplatzsituation in Glashütte verbessern. Die Zusammenarbeit der Firmen koordiniert der Regionalverkehr, sagt Hammer. Interessierte Firmen können sich dort melden, eine Beitrittserklärung einreichen und eigene Verträge abschließen. Intern können die Unternehmen festlegen, ob sie den Zuschuss für das Ticket erhöhen, erklärt Christian Schlemper vom Verkehrsverbund Oberelbe (VVO). Nach diesem Muster handelte auch die Stadtverwaltung. Wie Dreßler in der jüngsten Stadtratssitzung erklärte, wird die Stadt das Jobticket ihren Mitarbeitern anbieten. Ein Extrazuschuss ist nicht geplant, so der Rathauschef.

Zusammen mit dem RVD hat die Stadt Anfang des Jahres zudem Firmen angeschrieben, um sie über die Möglichkeiten des Jobtickets zu informieren, sagt RVD-Sprecherin Sabine Schuricht. „Bisher haben zwei Unternehmen mit Interesse reagiert“, so Dreßler.

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Im Gebiet des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) gibt es derzeit 61 sogenannte Jobticket-Verträge, sagt VVO-Sprecher Christian Schlemper. Die meisten dieser Verträge hätten Firmen aus Dresden abgeschlossen. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bieten neben dem Landratsamt Pirna nur die beiden Uhrenfirmen aus Glashütte Jobtickets an.

Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/dippoldiswalde vorbei.

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