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Ein schmerzlicher Verlust für die Stadt

Stephan Nierade, einer der Gründer der Freien Werkschule und langjähriger Stadtrat, ist verstorben. Er wurde 78 Jahre alt.

Wegbereiter der Wende, langjähriger Stadtrat und Mitbegründer der Freien Werkschule: Stephan Nierade.
Wegbereiter der Wende, langjähriger Stadtrat und Mitbegründer der Freien Werkschule: Stephan Nierade. ©  Archivfoto: Claudia Hübschmann

Meißen. Charmant und unkonventionell – so bleibt Stephan Nierade vielen in Erinnerung: seinen Weggefährten ebenso wie denjenigen, die mit ihm zu tun hatten. Der Architekt, der aus Berlin nach Meißen kam und hier als Domküster, Wegbereiter der Wende, langjähriger Stadtrat und Mitbegründer der Freien Werkschule bekannt und geschätzt wurde, ist verstorben. Er wurde 78 Jahre alt.

Stephan Nierade habe viele Spuren in der Stadt hinterlassen, würdigt Hauptamtsleiter Markus Banowski aus dem Rathaus den Verstorbenen. Für seine Verdienste war er beim traditionellen Neujahrsempfang im Jahr 2013 mit dem Ehrenamtspreis der Stadt ausgezeichnet worden.

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 „Humorvoll, offen, liebenswürdig, charmant und sehr menschlich – mit diesen positiven Eigenschaften möchte man Sie, sehr geehrter Herr Nierade, beschreiben“, hatte Oberbürgermeister Olaf Raschke damals in seiner Laudatio erklärt. Und auch Nierades Engagement für die Freien Bürger im Stadtrat gelobt, dem er seit der ersten Nachwende-Kommunalwahl 1990 dann 17 Jahre lang angehörte.

Spuren hat Stephan Nierade auch bei den Rotariern hinterlassen. 1993 gehörte er zu deren Mitbegründern. „Er hat sich für viele soziale Projekte eingesetzt und Spendenaktionen unterstützt“, würdigt ihn Oliver Morof, derzeit Präsident des Rotary Clubs Meißen mit 34 Mitgliedern.

Zum Auftakt einen Gesang

Vor 20 Jahren wurde die Freie Werkschule in Meißen gegründet. Geschäftsführerin Dorothee Finzel erinnert daran, dass sich dazu im November 2000 drei Initiativen mit sehr unterschiedlichen Interessen und pädagogischen Ansätzen zu einem Schulträgerverein zusammengeschlossen hatten. 

Sie alle – vor allem die handelnden Personen – „unter einen Hut zu bringen“ und eine freie Schule in Meißen möglich zu machen, das sei auch der charmanten und unkonventionellen Art von Stephan Nierade zu verdanken gewesen, sagt Dorothee Finzel. Das habe er auch in den Jahren 2000 bis 2009 als Vorsitzender des Schulträgervereins unter Beweis gestellt.

Gern erinnert sich die Schulleiterin daran, dass Stephan Nierade zum Beginn von Vereinssitzungen einen gemeinsamen Gesang anstimmte oder dass er neue Kollegen zu sich nach Hause einlud und für sie kochte.

„Ein schmerzlicher Verlust“, sagt der Vorsitzende des Vereins Hahnemannzentrum Helge Landmann, der Stephan Nierade einen sehr nahen Freund und guten Begleiter nennt. Unkonventionelles Denken sowie Courage, die aus Überzeugungen und Erfahrungen erwuchs, hätten Stephan Nierades Handeln bestimmt.

 „Ohne Leute wie ihn wäre die Wende in Meißen nicht so kreativ verlaufen“, so Helge Landmann: „Schade, dass in der Stadt immer weniger Leute wie er in Erscheinung treten.“ 

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