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Harthaer Einbruch wirkt lange nach

Vor knapp drei Jahren sind einer Familie in Hartha zwei Autos gestohlen worden. Nun ist der Täter vor dem Amtsgericht Chemnitz verurteilt worden.

Der Opel Corsa wurde damals auf einem Feld wiedergefunden.
Der Opel Corsa wurde damals auf einem Feld wiedergefunden. © privat

Hartha. Etwa ein Jahr hat es gedauert, bis Ingo Hamann die Folgen des Geschehens einigermaßen verarbeitet hatte. Einbrecher waren im November 2017 in das Haus der Familie in Hartha eingedrungen

Sie hatten den Schlüsselkasten, der sich im unteren Bereich befindet, leer geräumt und mit den Schlüsseln einen fast neuen Opel Zafira sowie später einen gebrauchten Corsa gestohlen.

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Am Donnerstag hat der Fall auch für Familie Hamann seinen Abschluss gefunden. „Ich war als Zeuge zur Verhandlung am Amtsgericht Chemnitz geladen worden“, sagt Ingo Hamann. 

Da er die Verhandlung mitverfolgen durfte, habe er sich ein Bild von dem Angeklagten machen können. Offenbar sei der Täter schwer drogenabhängig, habe erhebliche Mengen Crystal Meth konsumiert.

Angeklagter ist vor Amtsgericht Chemnitz geständig

Vor Gericht war der Angeklagte geständig. „Er wurde wegen Wohnungseinbruchsdiebstahls in Tatmehrheit mit Diebstahl in zwei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und fünf Monaten verurteilt und in einer Entziehungsanstalt untergebracht“, sagte Matthias Uhlig, Pressesprecher am Amtsgericht Chemnitz. 

Eine vorherige Verurteilung des Angeklagten zu zwei Jahren und sechs Monaten mit Unterbringung in einer Entziehungsanstalt sei dabei einbezogen worden.

Für Ingo Hamann war die Teilnahme an der Verhandlung sehr interessant. Einen Groll gegen den Angeklagten habe er nicht empfunden. „Es kann einem fast schon leid tun, wie sich ein junger Mann mit Mitte 20 das Leben verbaut hat“, sagt Hamann.

"Es hätte viel mehr passieren können"

Jetzt denke er nicht mehr oft an den Vorfall zurück. Deshalb habe ihn die Vorladung zur Verhandlung auch nicht weiter belastet. Das war in der Zeit nach dem Einbruch anders, gibt Ingo Hamann zu. 

„Nach dem Trubel mit Polizei, Versicherungen, dem Austausch der Schlösser und vielem mehr ist mir erst am Abend so richtig bewusst geworden, dass Fremde in unserem Haus, in dem auch drei kleine Kinder leben, waren und viel mehr hätte passieren können“, hatte er einen Tag nach dem Einbruch gesagt.

Er sei damals froh gewesen, dass die Täter gleich gefunden hätten, wonach sie suchten. So seien sie nicht in den Wohnbereich gekommen. Was da hätte passieren können, habe er sich gar nicht erst ausmalen wollen.

Autos damals schnell wiedergefunden

„Man denkt vorher nicht über solch eine Situation nach. Doch wenn es dann passiert ist, nimmt einen das ganz schön mit“, gibt der Harthaer zu. Einige Zeit habe er nachts einen Hammer neben dem Bett liegen gehabt. 

Sein Schlaf sei unruhig gewesen. Gefühlt jede Nacht sei er wach geworden, weil er Geräusche zu hören glaubte. „Etwa ein Jahr lang hat das angehalten“, sagt Hamann.

Die beiden Autos, die damals gestohlen wurden, ein Opel Zafira und ein Opel Corsa, waren relativ schnell wiedergefunden worden. Der Corsa stand auf einem Feld, der Zafira wurde nahezu unbeschädigt in Geringswalde sichergestellt. Beide Fahrzeuge sind noch im Besitz der Familie.

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