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Einmal im Jahr wird der Hof geflutet

Die Einwohner mehrerer Priestewitzer Ortsteile teilen ein Schicksal: Die Angst vor starken Niederschlägen.

Ein heftiger Niederschlag hatte am Freitagabend ausgereicht und verwandelte die Straße in Gävernitz in einen See.
Ein heftiger Niederschlag hatte am Freitagabend ausgereicht und verwandelte die Straße in Gävernitz in einen See. © Foto: privat

Priestewitz. Wenn der Himmel schwarz wird, sieht er Rot. Heiko Uhlmann aus Gävernitz weiß dann ganz genau, dass es kritisch werden könnte. Dass die Regenwolken mit wesentlich mehr Niederschlag aufwarten könnten, als der sommerliche Boden in seiner Region zu fassen vermag. Möglicherweise wie am vergangenen Freitagabend, als zig Liter auf die ausgetrockneten Quadratmeter niederprasseln und sich die angrenzende Bundesstraße 101 in eine kleine Seenlandschaft verwandelt. 

Schlimmer noch. Während die seinerzeit ausgebaute Trasse oberhalb seines 1990 bezogenen Grundstücks ab einer gewissen Menge kapitulieren muss, bahne sich das Wasser seinen eigenen Weg und stürze geradewegs über die Baßlitzer Straße in seinen Hof. Eine schlammige Angelegenheit, die nachfolgend nicht nur ein paar Stunden Reinigung und monatelanges Gedeihen von Unkräutern aller Art sicherstelle.

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"Nein, im schlimmsten Fall war auch schon der Keller betroffen. Bevor ich mir selbst mit dem Einbau von zwei Rückstauklappen geholfen habe, war der auch vollgelaufen", verrät Heiko Uhlmann und schüttelt den Kopf.

Wie der Gävernitzer erklärt, passiere es inzwischen gut einmal im Jahr, dass der heftige Regen für Überschwemmungen sorge. Wer zum entsprechenden Zeitpunkt nicht zuhause wäre, hätte wirklich Pech. Wenn der Schlamm sich erstmal im Hof breitmache und beginne zu trocknen, helfe nur noch der Presslufthammer. 

Umso besser für ihn, dass ihn das scheint´s Unvermeidliche just vor ein paar Tagen zuhause ereilte. Nachdem er die Situation beobachtet und schließlich ein Zeichen bekommen habe, dass sich das Wasser bereits in Richtung seines Hauses in Bewegung setzt, legte er los.

Mit Sandsäcken - ein Container stehe vorsorglich immer bereit - habe er dieses Mal das Schlimmste verhindern können - und hoffe darauf, dass sich endlich eine allumfassende Lösung für das Problem findet.

In Baßlitz kämpften die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr am vergangenen Freitagabend ebenfalls mit den Wassermassen. Der dahinter liegende Bach konnte sie nicht mehr aufnehmen.
In Baßlitz kämpften die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr am vergangenen Freitagabend ebenfalls mit den Wassermassen. Der dahinter liegende Bach konnte sie nicht mehr aufnehmen. © privat

Denn für ihn eines, das eben nicht nur dem klimatischen Wandel geschuldet sei, der Trockenheit und steinharte Böden im August beschere. Oder eben lokal begrenzten Starkregen, welcher rund um Gävernitz, Baßlitz und Piskowitz am Freitag innerhalb weniger Minuten mit 45 Litern auf den Quadratmeter niederging.

Nein! Heiko Uhlmann vermutet, dass die Bundesstraße vielleicht zu hoch gebaut worden ist und auch die Abflussrohre nicht auf derartige Niederschlagsmengen ausgerichtet seien. 

Mängel, die Manuela Gajewi fachlich nicht gänzlich von der Hand zu verweisen vermag. Laut der Priestewitzer Bürgermeisterin handle es sich der Einordnung halber um eine Kreisstraße, die bisher keinen Grund zur Klage gegeben habe. "Wir können den Ärger der Gävernitzer und die damit verbundenen Ängste vor neuerlichen Unwettern aber durchaus nachvollziehen! Deshalb möchte die Verwaltung auch gern helfen und hat sich an das Amt für ländliche Neuordnung gewandt", bekennt Manuela Gajewi. 

In Absprache mit der Meißener Agrarprodukte Aktiengesellschaft (MAP), von denen die Flächen unmittelbar an der Straße mit Hopfen bewirtschaftet werden, solle der Bau eines Regenrückhaltebeckens geprüft werden.

„Hoffentlich gelingt uns dies effizient und zeitnah, denn wie es ausschaut, müssen wir in Zukunft mit solchen plötzlichen Unwettern umgehen lernen“, vermutet die Priestewitzer Verwaltungschefin. Es werde mit Sicherheit häufiger als in der Vergangenheit passieren, dass der Himmel sich nicht nur über dem Priestewitzer Land verdunkle - und dann dürfe es nicht allerorten Gründe dafür geben, gleich Rot sehen zu müssen.   

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