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Frisches Grün für Kamenz

In Corona-Zeiten muss auch die Stadtgärtnerei ihre Arbeit umstellen. Für Ärger sorgen Trockenheit und Blumendiebe.

Tobias Grosche (l.) und Jonas Gessert von der Stadtgärtnerei pflanzen dieser Tage Bäume am Forstfestplatz in Kamenz. Die Ungarischen Eichen, die gefällte Bäume ersetzen, sollen gut mit Trockenheit klarkommen.
Tobias Grosche (l.) und Jonas Gessert von der Stadtgärtnerei pflanzen dieser Tage Bäume am Forstfestplatz in Kamenz. Die Ungarischen Eichen, die gefällte Bäume ersetzen, sollen gut mit Trockenheit klarkommen. © René Plaul

Kamenz. Höchstens zwei Leute in einem Auto, versetzte Pausen, Team-Besprechungen auf Abstand: Dieser Tage ist auch in der Kamenzer Stadtgärtnerei alles ein bisschen anders. Chefin Manuela Rutkowsky muss flexibel sein. "Bislang hatten wir nur wenig Ausfälle. Wenn meine Leute krank werden würden, wäre es schon ein Desaster. Aber da wir immer an der frischen Luft arbeiten, sind wir wahrscheinlich gut abgehärtet", sagt  sie.

Die Angst vor dem Coronavirus ist nicht allgegenwärtig, aber man ist auf der Hut. Die Arbeit muss gemacht werden. Damit es in Kamenz im Sommer nach hoffentlich überstandener Krise grünt und blüht. 

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Aktuell ist die Erstpflanzung unter Dach und Fach. "Wir haben sehr zeitig begonnen. Bereits im Februar, und so sieht es seit Wochen bunt aus in der Stadt", freut sich Manuela Rutkowsky.  Auch wenn der ein oder andere Nachtfrost vielleicht immer noch droht – den robusten Stiefmütterchen kann er wenig anhaben. Da man auf dem eigenen Gelände am Hutberg nicht selber züchtet, werden die Pflanzen seit Jahren zugekauft.

Blumen-Klau trotz Krise

Für die Erstpflanzungen wird Kamenz von einem Bautzner Gärtner beliefert, der extra für die Stadt produziert. Das Sommer-Arrangement ab Mitte Mai nach den Eisheiligen kommt dann teilweise aus der Gärtnerei Petasch im Herrental.  "Das ist ein Segen, weil wir somit nicht vom Großhandel abhängig sind, der eventuell Probleme bekommen kann. Wir arbeiten seit eh und je mit regionalen Produzenten zusammen. Ein Glücksfall - vor allem in der Krise", weiß die Fachfrau.

Ob Rondell am Bönischplatz, Bahnhofsvorplatz, Ehrenmal am Hutberg, einzelne Beete oder Pflanz-Etageren – Stiefmütterchen haben derzeit Hochkonjunktur in Kamenz. Die Mitarbeiter der Kommunalen Dienste brachten erneut über 6.500 Blumen in die Erde.  Immer wieder gibt es Lob für die schönen Arrangements. Gerade in Krisenzeiten sei so ein Farbtupfer wichtig, weiß man.

Doch auch jetzt mischen sich Wermutstropfen unter. "Wir haben wie eh und je einige Verluste in den Kübeln und Kaskaden zu verzeichnen", sagt Manuela Rutkowsky. "Es ist traurig - auch die Ausgangsbeschränkungen halten bestimmte Menschen nicht auf, sich am öffentlichen Grün zu bedienen. Wir müssen einiges nachpflanzen." 

Wie hier in der Pflanz-Kaskade am Schulplatz, werden teilweise großflächig Stiefmütterchen gestohlen. "Vielleicht etwas weniger als sonst, aber vor allem in der Krise völlig unvorstellbar und unverschämt", sagt die Chefin der Stadtgärtnerei.
Wie hier in der Pflanz-Kaskade am Schulplatz, werden teilweise großflächig Stiefmütterchen gestohlen. "Vielleicht etwas weniger als sonst, aber vor allem in der Krise völlig unvorstellbar und unverschämt", sagt die Chefin der Stadtgärtnerei. © Privat / KDK
"Kahlschlag" auch in der diversen Blumenkübeln in der Altstadt Kamenz.
"Kahlschlag" auch in der diversen Blumenkübeln in der Altstadt Kamenz. © Privat /KDK

Dabei hat die Stadtgärtnerei aktuell genug mit Pflege und Bewässern der Pflanzungen zu tun. "Es ist bereits jetzt viel zu trocken für die Jahreszeit", so Manuela Rutkowsky. Der fehlende Niederschlag machte ihrem Team schon in den letzten Sommern zu schaffen. Zum Glück reichte das Wasser aus dem Trippelsborn am Hutberg weitestgehend.

Diese Ansammlung von Schichtenwasser hilft wie auch zusätzliche Brunnen der Energie- und Wasserversorgung Kamenz an der Eselsburg. "Der Klimawandel ist nicht aufzuhalten. Wir testen deswegen aktuell auch neue Baumsorten als Ersatzpflanzungen aus, die resistenter sind", berichtet die Chefin der Stadtgärtnerei. 

Vor allem im Sommerhalbjahr hat das 20-köpfige Team gut zu tun.  Neben den Schmuckpflanzungen in Kübeln, Rabatten und Rondellen der Stadt sind Anlagen wie der Volkspark, die Schillerpromenade, der Ziegenpark, sämtliche Spielplätze, Friedhofsgräber, Denkmale sowie der Hutberg ordentlich zu halten. Außerdem müssen viele Kilometer Gewässer zweiter Ordnung betreut werden. Dazu kommen die vielen Ortsteile mit ihren Rabatten und Anlagen. 

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