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Riesa

Ex-Apothekerin saniert Denkmal

Rund 600.000 Euro investiert Marianne Pfeil in das Gebäude an der B 182. Bald sollen dort Jung und Alt zusammenleben.

Marianne Pfeil nimmt die Glückwünsche von Thomas Schmidt entgegen. Der Staatsminister war diese Woche in Strehla, um sich den Baufortschritt an der Julius-Scharre-Straße 9 selbst anzusehen. Das Projekt wird mit Fördergeldern unterstützt.
Marianne Pfeil nimmt die Glückwünsche von Thomas Schmidt entgegen. Der Staatsminister war diese Woche in Strehla, um sich den Baufortschritt an der Julius-Scharre-Straße 9 selbst anzusehen. Das Projekt wird mit Fördergeldern unterstützt. © Sebastian Schultz

Strehla. Die Zukunft der Stadt Strehla liegt Marianne Pfeil am Herzen. Daran lässt die ehemalige Apothekerin keine Zweifel. „Ich habe mein Geld mein Leben lang in Strehla verdient. Jetzt soll es auch in Strehla bleiben“, sagt die Rentnerin. Und meint damit insbesondere die Sanierung des Gebäudes an der Julius-Scharre-Straße 9. Nachdem das Haus im Strehlaer Ortskern jahrelang verfiel, erwacht es seit November vergangenen Jahres zu neuem Leben.

Für Marianne Pfeil ist die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes der zweite Teil eines langfristigen Plans. Bereits im Jahr 2009 hat sie hinter dem Haus an der B 182 einen Neubau errichten lassen. In zehn altersgerechten Appartements wohnen dort Senioren im klassischen Mietverhältnis. Ihr Pflegepersonal organisieren sie sich selbst. Der Eingang dieses Gebäudes soll nun als Durchgang zum Altbau dienen. Eine entsprechende Stelle für einen Durchbruch wurde schon damals freigelassen.

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Dass sich eine Strehlaerin so um die Zukunft der Stadt sorgt, freut auch Bürgermeister Jörg Jeromin (FWG). „Strehla ist schon immer eine Stadt gewesen, in der Senioren gern alt werden wollen“, meint der Bürgermeister. Doch müsse es auch den entsprechenden Wohnraum geben. „Hier hat sich jemand einen Kopf gemacht, was gemacht werden kann“, so Jeromin.

Wohnung mit Blick über Strehla

Marianne Pfeil will aber keineswegs nur an Senioren vermieten: In dem denkmalgeschützten Haus entstehen derzeit zwei altersgerechte Zweiraumwohnungen. Dazu eine Maisonette-Wohnung im Dachgeschoss. 

„Die ist perfekt für eine junge Familie mit zwei Kindern“, sagt Marianne Pfeil, während sie durch die Baustelle führt. Rund 100 Quadratmeter ist die Wohnung groß, die Kaltmiete beträgt 700 Euro. Dafür gibt es neben einem komplett neu ausgebauten Dachstuhl auch einen weitreichenden Blick über Strehla und die Elbe.

Bis an der Julius-Scharre-Straße die ersten Mieter einziehen, werden aber noch ein paar Monate vergehen. Der Innenausbau ist bereits vorangeschritten, doch bisher sind insbesondere die Bäder nur als solche zu erahnen. Und auch an der Fassade gibt es noch einiges zu tun. Sie soll später mal in einem leicht grünlichen Farbton erstrahlen. Die handgefertigten Holzfenster sind dagegen schon eingebaut.

„Wir rechnen mit einer Fertigstellung des Projektes noch vor Weihnachten“, sagt Planer Peter Goldbach vom gleichnamigen Ingenieurbüro. Damit liegt die Sanierung im Zeitplan. Marianne Pfeil, die für die FWG im Stadtrat sitzt, hatte von Anfang an mit rund einem Jahr Bauzeit gerechnet. 

Die größten Herausforderungen der Sanierung sind zudem bereits gemeistert. So habe man laut Peter Goldbach beispielsweise den Dachstuhl komplett zurück- und wieder neu aufgebaut. „Wir sind froh, dass wir an dieser Stelle einen Kompromiss mit dem Denkmalschutz finden konnten“, so Goldbach. Außerdem wurde das alte Fachwerk teilweise herausgenommen und zugemauert. Im Inneren wurde das Haus größtenteils entkernt.

Etwa 600.000 Euro investiert die ehemalige Apothekerin Marianne Pfeil in das Gebäude im Strehlaer Ortskern. Durch das europäische Leader-Programm für den ländlichen Raum erhält sie eine Förderung von rund 150 000 Euro. 

Auch deshalb überbrachte der sächsische Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) diese Woche persönlich seine Glückwünsche an die Strehlaer Bauherrin. „Die Fördermittel sind das Eine. Doch es braucht auch Menschen, die solche Vorhaben umsetzen“, so Schmidt. „Menschen, die ein Herz für den ländlichen Raum haben.“

Begegnungsstätte im Erdgeschoss

Marianne Pfeil hofft nun, dass ihr Engagement dazu beiträgt, mehr Menschen in Strehla zu halten – oder neue Bewohner anzulocken. „Das Gebäude ist ein sehr markanter Punkt im Ortskern. Vielleicht macht es etwas aus, wenn es wieder erstrahlt“, so die Rentnerin.

Doch in dem Haus an der B 182 sollen künftig nicht nur neue Mieter ihren Platz finden. Das Gebäude soll auch als Ort der Zusammenkunft dienen. „Im Erdgeschoss werden wir eine Art Begegnungsstätte einrichten“, erklärt Marianne Pfeil. 

Dieser Raum soll eine kleine Küche bekommen, Platz für etwa 30 Personen bieten und nicht nur für die Bewohner als Ort des Austausches dienen. Beispielsweise könnten dort auch kulturelle Veranstaltungen stattfinden, meint Marianne Pfeil.

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