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Fest im Glauben und mitten im Leben 

Zum Tag der offenen Tür in der Christlichen Schule Johanneum in Hoyerswerda zeigte sich viel Eigeninitiative der Schüler.

Von Andreas Kirschke
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Zum 28. Mal seit der Schulgründung 1992 lud am Sonnabend die Christliche Schule Johanneum in Hoyerswerda zum Tag der offenen Tür ein. Besucher aus nah und fern kamen. Durchs Haus führten „Johanessen“ die Besucher.
Zum 28. Mal seit der Schulgründung 1992 lud am Sonnabend die Christliche Schule Johanneum in Hoyerswerda zum Tag der offenen Tür ein. Besucher aus nah und fern kamen. Durchs Haus führten „Johanessen“ die Besucher. © Foto: Andreas Kirschke

Hoyerswerda. Musikalisch eröffnet der Posaunenchor des Johanneums den Tag der offenen Tür. Die Sternsinger der Katholischen Pfarrgemeinde Heilige Familie erfreuen mit den Liedern „Von Tür zu Tür“ und „Herr, weil wir den Frieden brauchen“. Pfarrer Peter Paul Gregor, von 1992 bis 1999 Religionslehrer im Johanneum und Schul-Referent für die Diözese Görlitz, bittet um Gottes Segen. „Die Gründung des Johanneums 1992 war ein klares Zeichen für die Vermittlung des christlichen Menschenbildes“, erinnert er sich am Sonnabend zur Eröffnung des 28. Tages der offenen Tür. Wie der Posaunenchor zieht auch die Gruppe der Sternsinger später durchs Haus. „Frieden! Im Libanon und weltweit“ heißt 2020 ihr Motto.

„Gerade das Johanneum steht für Gemeinschaft, für Werte-Orientierung, für die Vernetzung und Zusammenarbeit mit dem Kinderhaus St. Elisabeth und mit den Kirchengemeinden. Wichtig ist, Glaube gemeinsam erlebbar zu machen in Hoyerswerda“, meinen Anke Schulz und Annabell Winzer, die Betreuerinnen der Sternsinger, beim Tag der offenen Tür.

Lern-Inhalte, Fachbereiche, Profile, Projekte und Partnerschaften stellt die Schule vor. Durchs Haus führen „Johanessen“ die Besucher. Es sind Schüler der 5. Klassen. Jeder schrieb zuvor einen Brief zur Besonderheit des Johanneums. „Wir haben hier Gottesdienste. Im Haus gibt es Gymnasium und Oberschule. Und einen Schulklub“, sagt Viviane Stürze aus der 5 A. Louis Zschieschick aus der 5 D verweist auf die 7.000 Bücher in der Schulbibliothek, die 544 Schüler und die 51 Lehrer. Jonas Püschel aus der 5 D erzählt von den Ruhe- und Freizeit-Bereichen. Fabian Sende aus der 5 D erwähnt den Gospelchor, den Posaunenchor und die 23 AGs der Schule.

„Ich freue mich über die starke Eigeninitiative der Schüler“, unterstreicht Schulleiter Günter Kiefer. Viele bringen sich beim Tag der offenen Tür ein. Der Schulsanitätsdienst gehört dazu. „Es ist der einzige Schulsanitätsdienst im Raum Hoyerswerda. Erst betreuten ihn die Johanniter. Seit 2013 wir Malteser“, informiert Jens-Ingo Noack, Leiter der Malteser-Dienststelle Hoyerswerda. Ehrenamtlich leitet er den Schulsanitätsdienst. Die Schüler gehen gezielt in soziale und medizinische Einrichtungen. Sie lernen die Notfall-Aufnahme im Seenland-Klinikum kennen, das Helen-Keller-Haus mit den geistig und körperlich Schwerst-Mehrfach-Behinderten, den Rettungsdienst, die Polizei und das THW. Ab 15. Januar geht es verstärkt in die Praxis. „So erfahren die Schüler Realität. Sie blicken über den Tellerrand hinaus“, sagt Jens-Ingo Noack und betont: „Wir sind im Glauben verwurzelt und mitten im Leben. Wichtig ist, Bündnisse zu schaffen. Wir müssen miteinander arbeiten.“ Für Tobias Hildebrand aus der 8 B, Miriam Boden aus der 7 A, Angelina Tusche aus der 7 A und Konstantin Klein aus der 7 C ist Sanitätsdienst vor allem Herzens- und Ehrensache. „Es geht darum, Menschen zu helfen. Und das praxisnah. Wir sind ein gutes Team“, meinen die vier konfessionslosen Schüler.

Im Raum Religionsunterricht geht es um das Thema „Schöpfung bewahren und erhalten“. Ein Bassin mit Plastemüll zeigt symbolisch die Verschmutzung der Meere. Schüler der 6. Klasse riefen das Ökoprojekt „Help for nature“ ins Leben. „Mittlerweile besteht unsere Ökogruppe bereits aus 22 Mitgliedern. Packen wir’s an. Auf das unsere Umwelt wieder gesund wird“, steht per Beamer an der Wand. Moritz Schmaler aus der 6 B regte das Projekt an. Sein Klassenkamerad Jaydon Wiemer entwarf das Wappen. Es zeigt eine wachsame, kluge Eule. Sie achtet auf das Gleichgewicht in der Natur. In anderthalb Stunden sammelten die Schüler am vergangenen Donnerstag rund um ihre Schule 30 Kilogramm Müll auf. Dabei kamen 16 Tüten zusammen.

Die Schüler bauten auch Nistkästen. „Der Erlös aus dem Verkauf soll genutzt werden, um Bäume zu pflanzen und um Wiesen und Hecken anzulegen“, sagt Katrin Maroske, seit 2015 im Johanneum Lehrerin für Religion und Kunst. Sie erzählt von drei Schülerinnen der 10. Klassen. Gezielt fragten sie im Haus nach Ideen für einen ganz persönlichen Beitrag zum Schutz der Umwelt. Dabei gab es verbindliche Antworten. „Konsequent den Müll trennen“, „LED-Lampen verwenden“, „mehr regionale Produkte verwenden und kaufen“ hieß es von den Schülern. Die Gruppe „help for nature“ soll weiterarbeiten und wachsen. Gut möglich, dass daraus eine neue AG entsteht. „Die Initiative ging ganz von den Schülern selbst aus“, freut sich Betreuerin Silvia Scheibe, in der Schule verantwortlich für den Methodik-Unterricht. Die Gruppe „help for nature“ ist ein zusätzliches Projekt für sie. „Das Vorbild für ihre Initiative kommt von zu Hause, von den Eltern“, unterstreicht sie. „Genauso kann jeder selbst Vorbild sein für mehr Umweltschutz. Und wir Lehrer gehören dazu.“