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Filmteam dreht in Roßwein

Die Crew lässt Deutschland vor fast 60 Jahren aufleben und die Mauer wiederaufbauen - in der Kulisse der Stadt Roßwein und Nossen.

An einem Gebäude auf dem Roßweiner (Güter-)Bahnhofsgelände hängt ein Banner mit einer Parole aus DDR-Zeiten. Die wird für einen Filmdreh benötigt.
An einem Gebäude auf dem Roßweiner (Güter-)Bahnhofsgelände hängt ein Banner mit einer Parole aus DDR-Zeiten. Die wird für einen Filmdreh benötigt. © Dietmar Thomas

Roßwein/Nossen. Ein rotes Banner mit einer sozialistischen Parole überspannt die Fassade eines baufälligen Gebäudes, das an den Gleisen in der Nähe des Roßweiner Bahnhofes steht.

Dort, wo die Reihe der bahntypischen Pilzlampen endet, steht ein graues Häuschen. Es ist der Arbeitsplatz des letzten Postens, ehe der Zug das Gebiet der DDR verlässt.

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In Roßwein wird möglicherweise Filmgeschichte geschrieben. Den Stoff dafür liefert die deutsch-deutsche Geschichte, und zwar vor fast genau 60 Jahren. 

Neben Nossen und Roßwein wird auch in Görlitz gedreht

Ab diesem Mittwoch wird ein Drehteam in Roßwein sein. Am Dienstag sind bereits Aufnahmen in Nossen entstanden. Von dort kommt auch die Lokomotive, mit der die Darsteller – im Film dann im August 1961 – unterwegs sind, in einem Interzonenzug.

In diesem erfahren sie, dass die Mauer gebaut wird, die Deutschland trennen soll. Binnen weniger Stunden müssen die Protagonisten entscheiden, wo sie aussteigen: im Osten oder im Westen.In Roßwein wird die Grenze sein. 

In Roßwein endet die DDR - zumindest für Dreharbeiten.
In Roßwein endet die DDR - zumindest für Dreharbeiten. © Dietmar Thomas
Szenenbildner Benedikt Herforth befestigt am Grenzzaun Utensilien wie einen Fernsprecher. 
Szenenbildner Benedikt Herforth befestigt am Grenzzaun Utensilien wie einen Fernsprecher.  © Dietmar Thomas
Diese Pilzlampen, wie sie DDR-typisch an Bahnsteigen standen, sind in Roßwein noch erhalten und taugen sicher gut als Filmrequisite. Auch die Tatsache, dass es noch so viele Gleise gibt, war für die Filmleute entscheidend, Roßwein als Drehort zu wählen.
Diese Pilzlampen, wie sie DDR-typisch an Bahnsteigen standen, sind in Roßwein noch erhalten und taugen sicher gut als Filmrequisite. Auch die Tatsache, dass es noch so viele Gleise gibt, war für die Filmleute entscheidend, Roßwein als Drehort zu wählen. © Dietmar Thomas
Auch solche Relikte aus der Zeit der Teilung Deutschlands werden in dem Film zu sehen sein.
Auch solche Relikte aus der Zeit der Teilung Deutschlands werden in dem Film zu sehen sein. © Dietmar Thomas
Attila Krüzin richtet den letzten Arbeitsplatz vor der deutsch-deutschen Grenze ein.  
Attila Krüzin richtet den letzten Arbeitsplatz vor der deutsch-deutschen Grenze ein.   © Dietmar Thomas
Wegen der Filmaufnahmen kommt es im Bereich vor dem früheren Bahnhofsgebäude wahrscheinlich die gesamte Woche noch zu Verkehrseinschränkungen. 
Wegen der Filmaufnahmen kommt es im Bereich vor dem früheren Bahnhofsgebäude wahrscheinlich die gesamte Woche noch zu Verkehrseinschränkungen.  © Dietmar Thomas
Im Nossener Bahnhofsgebäude wurde schon am Dienstag für den Fernsehfilm gedreht, der im nächsten Sommer am 60. Jahrestag des Mauerbaus in der ARD zu sehen sein soll. 
Im Nossener Bahnhofsgebäude wurde schon am Dienstag für den Fernsehfilm gedreht, der im nächsten Sommer am 60. Jahrestag des Mauerbaus in der ARD zu sehen sein soll.  © Maria Fricke

Sozusagen über Nacht entsteht ein Stacheldrahtzaun, an dem die damals typischen Warnungen vorm Verlassen des Staatsgebietes hängen. Die Signale, die sich hinter der „Grenze“ befinden, haben die Szenenbildner nicht mitgebracht. „Die standen noch“, sagt Benedikt Herforth, der als freiberuflicher Szenenbildner die Kulissen gestaltet.

Um die Details kümmert sich unter anderem Attila Krüzin. Er stattet etwa den Arbeitsplatz des Grenzpostens mit allem aus, was seinerzeit so dazugehörte.

Nach Nossen und Roßwein wird nächste Woche der Bahnhof in Görlitz Drehort sein. Zu sehen ist der Fernsehfilm dann am 13. August 2021 – dem 60. Jahrestag des Mauerbaus.

Aufgrund von Corona Abstand halten

Das geschäftige Treiben im Umfeld des Roßweiner Bahnhofes bleibt Vorüberfahrenden und Nachbarn nicht verborgen. Die Aussicht, dass „nur“ ein Film entsteht, beruhigt einen der Passanten.

Er hatte sich schon im Laufe des Dienstages an die Kulissen- und Szenenbauer gewendet. Irgendwie war ihm suspekt vorgekommen, was er sah. Der Stacheldraht habe bei ihm ein ungutes Gefühl ausgelöst.

Wie er haben noch einige weitere Neugierige versucht, herauszufinden, was auf dem Bahngelände passiert. Es sei für die Dreharbeiten vermietet, sagte derjenige, dem das ehemalige Bahnhofsgebäude gehört.

Mit weiteren Informationen hielt sich auch Eckart Sauter, der Geschäftsführer der Nossen-Riesaer Eisenbahn Compagnie (NRE), zurück. „Einfach aus Sicherheitsgründen, weil für die Dreharbeiten auch Züge verkehren sollen“, erklärte Eckart Sauter. 

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