merken
PLUS Dresden

So gibt es die Filmnächte trotz Corona

Eine gute und überraschende Nachricht vom Elbufer weckt viel Zustimmung. Doch es gibt einige Veränderungen.

So gigantisch wie hier bei Helge Schneider im vergangenen Jahr wird es 2020 bei den Filmnächten aufgrund der Corona-Krise nicht.
So gigantisch wie hier bei Helge Schneider im vergangenen Jahr wird es 2020 bei den Filmnächten aufgrund der Corona-Krise nicht. © Archiv/Christian Juppe

Dresden. Die Begeisterung ist groß. "Super", "ihr seid klasse", "der Sommer ist gerettet" - solche und ähnliche Kommentare sammeln die Veranstalter der Filmnächte am Elbufer gerade im Internet ein. Anlass dafür ist eine Nachricht, die unerwartet kam und mit der wohl die wenigsten gerechnet haben dürften. Sie lautet kurz und knapp: "Die Filmnächte am Elbufer 2020 finden statt." Sie beginnen am 25. Juni und dauern bis zum 23. August. Am Programm für die insgesamt 60 Veranstaltungstage wird gerade noch gearbeitet.

Die Freude darüber ist nicht nur bei den potenziellen Besuchern groß. Auch die Veranstalter sind froh, dass die 30. Filmnächte nicht gänzlich ausfallen. "Das ist großartig", sagt zum Beispiel Filmnächte-Sprecherin Viktoria Franke. Doch anders als in den vorangegangenen Jahren wird das Event am Königsufer in diesem Jahr trotzdem aussehen. Wegen Corona. Es wird kleiner, es wird leiser, alles gibt es etwas weniger, im schlimmsten Fall sogar gar nicht. 

Gesundheit
Gesund und Fit
Gesund und Fit

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Großkonzerte gibt es zum Beispiel gar nicht, das betrifft unter anderem den geplanten Auftritt der Toten Hosen und die Kaisermania. Folglich gibt es in diesem Jahr auch keine große Bühne. Ob der Bühnenboden dennoch aufgebaut wird, weil vielleicht eine etwas größere Band vor dem reduzierten Publikum auftreten kann, steht noch nicht fest, sagt Viktoria Franke.

Auch das große Publikum gibt es dieses Jahr nicht. 2.668 Sitzplätze müssen frei bleiben, 972 Gäste werden pro Filmabend auf den Platz gelassen. "Wie wir die Abstände bei Gruppen regulieren, wissen wir noch nicht. Es müssen Stühle frei gehalten werden", sagt Viktoria Franke. Aber wenn zum Beispiel eine Familie kommt, müsse man ja eine Regelung finden. Auf jeden Fall solle jede zweite Sitzreihe frei bleiben. 

Die Hoffnung, dass mehr geht, geben die Filmnächtemacher aber nicht auf: "Vielleicht ändert sich die Hausstandsbeschränkung ja noch, sodass zum Beispiel bei 'Dirty Dancing' auch Frauengruppen zusammensitzen können", hofft die Sprecherin des Events.

Das Catering wird ebenfalls kleiner ausfallen. Denn kein großes Publikum - das heißt auch, kein großer Bierausschank. Die zwei großen Stände am Königsufer seien normalerweise für die Konzertbesucher ausgelegt, die braucht es jetzt aber nicht. Kleinere Stände soll es aber auf jeden Fall geben. Auch das Essensangebot wird eingedampft, "das Gastrozelt wird es nicht geben", sagt Viktoria Franke. "Leckere Getränke und Speisen werden wir euch auch weiterhin zur Abrundung eures Kinoerlebnisses anbieten", kündigen die Verantwortlichen auf der Internetseite der Filmnächte aber an.

Und noch eine Corona geschuldete Neuerung, welche die Filmnächte aber nicht vor ein Problem stellt: Die Eintrittskarten gibt es nur noch online. Damit wird vermieden, dass sich an den Abendkassen Schlangen bilden. Ein Vorverkauf in bekannten Dresdner Verkaufsstellen sei denkbar, sagt Viktoria Franke, entschieden ist darüber aber noch nicht.

Im Büro der Pan GmbH, der Ausrichterfirma für die Filmnächte, brüten die Verantwortlichen jetzt über dem Programm. Welche Filme sind verfügbar, welche zusätzlichen Blockbuster kommen noch ins Kino? Solche Fragen müssen sie beantworten und daraus dann ein möglichst attraktives Programm stricken. Das soll am 9. Juni vorgestellt werden. Und es soll so interessant sein, dass die abgespeckte Filmnächte-Version möglichst kein Minusgeschäft ist. "Wir wissen noch nicht, ob wir in diesem Jahr kostendeckend arbeiten können, das hängt ja auch vom Wetter ab", sagt Viktoria Franke. 

Das Autokino in der Flutrinne hat eine eigene Leinwand bekommen, damit die Filmnächte-Leinwand für das Königsufer frei bleibt.
Das Autokino in der Flutrinne hat eine eigene Leinwand bekommen, damit die Filmnächte-Leinwand für das Königsufer frei bleibt. © Archiv/Sven Ellger

Parallel zum Start der Filmnächte am Elbufer läuft im Ostragehege eine gänzlich wetterunabhängige Veranstaltung, bei der es auch um Filme geht. Das Corona-Autokino "Cars and Stars" ist bis Juni-Ende geplant. Beide Veranstaltungen überschneiden sich also um einige Tage. Dass es so kommen kann, hatte die PAN GmbH einkalkuliert, denn auch sie ist am Autokino beteiligt und als Leinwand war dort zunächst die Filmnächte-Leinwand im Gespräch. Dann wurde es eine ganz neue riesige Konstruktion aus einem Stahlgerüst und weiß gestrichenen Holzplatten. Dass das Autokino fortgesetzt wird, auch wenn die Filmnächte begonnen haben, ist nicht ausgeschlossen. "Wenn alle Partner sagen, wir wollen weitermachen, steht dem Autokino nichts im Weg", stellt Viktoria Franke fest.

Weiterführende Artikel

Elbufer-Konzerte 2021: Das sind die Termine

Elbufer-Konzerte 2021: Das sind die Termine

Für 2020 planten die Filmnächte zahlreiche Konzerte an der Dresdner Elbe. Welche Künstler auf das nächste Jahr verschoben wurden und was ausfallen muss.

Start beim Filmnächte-Aufbau

Start beim Filmnächte-Aufbau

Das Kino am Elbufer wird es trotz der Corona-Pandemie geben, allerdings mit Einschränkungen. Welche das sind und wann es losgeht.

Dresdner Autokino plant Konzerte

Dresdner Autokino plant Konzerte

Seit genau zwei Wochen gibt es das Kino in der Flutrinne nun. Wie es ankommt, womit manche Besucher Probleme haben und was die Macher noch planen.

Dresdens Corona-Autokinos im Vergleich

Dresdens Corona-Autokinos im Vergleich

Am Dienstag hat in der Flutrinne Dresdens zweites Autokino eröffnet - mit einer Kampfansage Richtung Flughafen. Aber welches Kino ist besser? Ein Vergleich.

Der Kampf um die Filmnächte am Elbufer

Der Kampf um die Filmnächte am Elbufer

Deutschlands größtes Open-Air-Kulturevent wollte sein 30-jähriges Jubiläum in Dresden feiern. Nun ringt es darum, überhaupt stattfinden zu können.

Nachrichten und Hintergründe zum Coronavirus bekommen Sie von uns auch per E-Mail. Hier können Sie sich für unseren Newsletter zum Coronavirus anmelden.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden