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So viele Flüchtlinge kommen nach Dresden

Lange Zeit kamen die meisten Flüchtlinge aus dem Irak und Syrien nach Dresden. Nun kommen neue Länder dazu.

Noch immer versuchen tausende Menschen übers Meer in europäische Länder zu kommen, viele auch nach Deutschland.
Noch immer versuchen tausende Menschen übers Meer in europäische Länder zu kommen, viele auch nach Deutschland. © PA Wire

Dresden. Aufgrund der Corona-Pandemie sind bisher in diesem Jahr weniger Flüchtlinge nach Dresden gekommen als gedacht. Laut Dresdner Sozialamt trafen bis Ende Juli 314 Personen neu in der Landeshauptstadt ein, darunter 111 Kinder. Die Hauptherkunftsländer sind 2020 die Russische Föderation, Syrien, Georgien, Irak, Libanon und Afghanistan. Zu Beginn des Jahres ging die Stadt von insgesamt 600 neu angereisten Flüchtlingen im Jahr aus. Dazu kommen die neu geborenen Kinder der bereits hier lebenden Migranten. Für 2020 rechnete das Sozialamt, ausgehend von der Entwicklung im letzten Quartal 2019, mit rund 45 neuen unbegleiteten ausländischen Minderjährigen, die in Obhut genommen werden. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu.

Wie hoch sind Kosten für Asyl aktuell in 2020?

Bis Ende Juni beliefen sich die Kosten im Bereich Asyl für Dresden auf 15, 8 Millionen Euro. Dazu zählen die Kosten des Sozialamtes sowie der Aufwand für Gebäudemanagement beim Amt für Hochbau und Immobilienwirtschaft. Die Zahlen für Juli liegen laut Stadt noch nicht vor. Im Jahr 2019 musste die Stadt dagegen mehr ausgeben in dem Bereich als geplant. Damals beliefen sich die Gesamtkosten für Asyl auf rund 41 Millionen Euro, geplant waren rund 33 Millionen. Doch die Mehrkosten wurden durch die Asylpauschale vom Freistaat gedeckt.  

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Wie viele Flüchtlinge kamen in den vergangenen Jahren?

2017 wurden insgesamt 789 Personen der Landeshauptstadt Dresden zugewiesen, 2018 waren es 819 und im vergangenen Jahr 702 Personen. Im Jahr 2015 kamen insgesamt 4.172 Personen, im Jahr 2016 waren es 1.837 Personen

Wo sind die Menschen untergebracht?

Derzeit leben in Dresden  2.414 Flüchtlinge, die vom Sozialamt untergebracht sind. 1.775 davon leben in Wohnungen und 639 Personen in Wohnheimen.  Insgesamt gibt es in der Stadt 555 Wohnungen. 2019 wurden 28 neue Wohnungen angemietet, so das Sozialamt. Für 2020 sind keine weiteren Anmietungen geplant. 

Außerdem gibt es elf  Übergangswohnheime mit insgesamt 796 Plätzen. Ein weiteres Heim mit 37 Plätzen wird seit April vorübergehend für die Unterbringung wohnungsloser Menschen genutzt. Es gibt keine Planungen für neue Übergangswohnheime.

Nicht die Stadt, sonder der Freistaat plant für 2021 eine neue Unterkunft für Asylbewerber, da das Heim auf der Bremer Straße geschlossen werden muss. Das teilte die Landesdirektion Sachsen (LDS) im März mit. Die LDS will Anfang 2021 die bisherige Standby-Einrichtung auf der Stauffenbergallee 2 in Betrieb nehmen. Die aus Containern errichtete Einrichtung für die Aufnahme, Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen hat Platz für bis zu 500 Menschen. Das Heim an der Bremer Straße kann wegen des Auslaufens der Baugenehmigung nur noch bis Ende 2020 genutzt werden.

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Außerdem soll auch das Heim am Hammerweg, die 2016 als Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber errichteten Anlage, schnell genutzt werden können. Allerdings sei das nicht bis Anfang 2021 möglich, da dort noch Prozesse wie zur Gruppe Freital verhandelt werden. Vor der Nutzung für Asylbewerber müsse dort noch umgebaut werden. Die geplante Inbetriebnahme der Asylbewerberunterkunft an der Stauffenbergallee soll vorher mit den Mitarbeitern der umliegenden Behörden und den Anwohnern besprochen werden. 

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