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Kamenz

Forschungszentrum verlässt das Rödertal

Vor zwei Jahren startete ein deutsch-chinesisches Projekt in einer früheren Schüco-Halle in Großröhrsdorf. Deren Inhaber sieht im Rückzug nun aber auch eine Chance.

CG Rail, ein chinesisch-deutsches Forschungs- und Entwicklungszentrum für Bahn- und Verkehrstechnik kam vor zwei Jahren nach Großröhrsdorf. Jetzt verlässt es den Standort wieder.
CG Rail, ein chinesisch-deutsches Forschungs- und Entwicklungszentrum für Bahn- und Verkehrstechnik kam vor zwei Jahren nach Großröhrsdorf. Jetzt verlässt es den Standort wieder. © Matthias Schumann

Großröhrsdorf. Die Halle II des früheren Solarwerkes Sunfilm hat einen neuen Eigentümer in der Schweizer Belimo-Gruppe gefunden. In der Halle I läuft derzeit noch ein etwas geheimnisumwittertes Forschungsprojekt. Wer mal genau durch die Fenster hineingeschaut hatte, konnte unter der Decke schwebend durchaus eine chinesische Fahne entdecken. Aber dieses Intermezzo geht zu Ende. 

Es handelt sich um ein Chinesisch-Deutsches Forschungs- und Entwicklungszentrum für Bahn- und Verkehrstechnik Dresden GmbH - kurz CG Rail GmbH mit Sitz im World Trade Center Dresden. Es ist ein chinesisch-deutsches Joint-Venture, erklärte Geschäftsführer Andreas Ulbricht kurz nach dem Start. Es beschäftige sich mit der Entwicklung neuer Leichtbauweisen, Materialien und Technologien auf dem Gebiet der Bahn- und Verkehrstechnik: „Hierbei sollen insbesondere sächsische Partner in gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit China einbezogen werden“, so Ulbricht damals. 

365 Tage für Patienten da

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Das Forschungsprojekt ist eingemietet. Hausherr ist Dr. Dietmar Metzner mit seinem Unternehmen MB-Portatec aus Schmorkau. Er übernahm den Standort 2014 von Schüco – nach dem Aus für die gesamte Solarsparte des Bielefelder Konzerns. Das Unternehmen aus Schmorkau ist seinerseits auf Anlagen zur großflächigen Zerspanung von leichten Werkstoffen spezialisiert.

Konzentration auf den Standort Dresden

Portatec-Geschäftsführer Dr. Dietmar Metzner ließ nun am Rande der Präsentation von Belimo wissen, dass CG Rail die Stadt Großröhrsdorf wieder verlassen wird und das schon bald. In den nächsten zwei Monaten. Vor zwei Jahren war ein Technologiezentrum am Standort Großröhrsdorf anvisiert worden. Nun teilt das Unternehmen mit: Im Rahmen der Weiterentwicklung der CG Rail GmbH erfolge „eine Anpassung der langfristigen Unternehmensstrategie“. Die bedeute, dass sich CG Rail auf das Kerngeschäft im Bereich der Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen künftig in Zusammenarbeit mit Partnern aus Sachsen konzentrieren will. 

Das Unternehmen spricht von einer angepassten Strategie. Die sehe „einen weiteren Ausbau der Aktivitäten am Standort Dresden vor“. Die technologische Umsetzung von Prototypen soll zukünftig nicht mehr intern bei CG Rail am Standort Großröhrsdorf durchgeführt werden, sondern über externe Partner aus Wissenschaft und Industrie erfolgen. 

Hochwertige Industrie-Immobilie wird frei

MB-Portatec brauchte bei der Übernahme des früheren Solarstandortes vor viereinhalb Jahren nach eigenen Aussagen schnell Kapazitäten, um das Auftragsvolumen bewältigen zu können. Es sei eine wirtschaftliche Notwendigkeit gewesen. Es war aber auch schon immer der Anspruch, weitere Hightech-Firmen anzusiedeln. Das sei in Halle II mit drei Firmen, darunter der estnische Batteriespeicher-Hersteller Skeleton, gelungen. Und natürlich mit Belimo – einem Spezialisten für Steuer- und Regeltechnik –, der damit auch knapp die Hälfte des Areals gekauft hat. Alle Portatec-Anlagen gehen von Großröhrsdorf nach Schmorkau.

Die Firma MB-Portatec will sich wieder auf den Standort dort konzentrieren. Und auf Halle I. Durch den Verkauf sei dafür mehr Luft. Dr. Dietmar Metzner sieht den Rückzug der CG Rail letztlich sogar positiv. Es sei eine neue Chance für ein großes Projekt, das er in die Halle bringen könne. Dafür stehen immerhin auf 20.000 Quadratmetern Produktions- und Bürofläche zur Verfügung. Und es handele sich um eine hochwertige Industrie-Immobilie. Dr. Metzner ist zuversichtlich, Unternehmen zu finden, die in die Halle passen. Er hoffe bald auf so gute Nachrichten, wie für die jetzige Belimo-Halle.