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„Was braucht man, um Handwerker zu werden?"

Kreishandwerksmeister Gunter Arnold hat seine eigene Theorie, wie die Noten der Lehrlinge besser werden können.

Gunter Arnold ist Schmiedemeister und Vorsitzender der Kreishand- werkerschaft Süd, zu der der Landkreis gehört.
Gunter Arnold ist Schmiedemeister und Vorsitzender der Kreishand- werkerschaft Süd, zu der der Landkreis gehört. © Dirk Zschiedrich

Herr Arnold, mehr als ein Viertel der Lehrlinge hat die Gesellenprüfung nicht bestanden. Woran liegt es?

Das ist schon ungewöhnlich. Genau erklären kann ich mir das auch nicht. Auffällig ist aber schon, dass in den Fachklassen, wo junge Frauen dabei sind, alle eine höhere Leistung gebracht haben. Vielleicht wollen sich die Jungs da keine Blöße geben.

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War die Praxis oder die Theorie das Problem?

Hauptsächlich war es der theoretische Teil, wo die zu Prüfenden ihre Probleme hatten. Wir haben viele gute Leute, die geschickt mit ihren Werkzeugen umgehen können. Aber das ist eben nicht alles im modernen Handwerk. Da muss man sich als Lehrling auch mal hinsetzen und lernen.

Könnte das daran liegen, dass viele Lehrlinge dabei waren, deren Muttersprache eine andere als Deutsch ist und sie deshalb mit der Theorie ein Problem hatten?

Nein, überhaupt nicht. Im Gegenteil, die Lehrlinge mit Migrationshintergrund gehören zu den Motivierten, auch wenn keiner mit einer Eins dabei war. Und eines steht fest: Für eine erfolgreiche Handwerkslehre muss man motiviert sein.

Viele Handwerksbetriebe klagen, dass sie keine Lehrlinge mehr finden?

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Das geht mir mit meinem Metallbaubetrieb genauso. Ich habe potenziellen Lehrlingen sogar eine Wohnung nahe des Betriebs angeboten. Trotzdem habe ich niemanden gefunden. Aufgeben ist aber keine Option. Wer sich nicht bekannt macht, wird auch niemanden finden. Gelegenheiten dazu gibt es genug und der Landkreis, die Arbeitsagentur oder die Schulen unterstützen uns und organisieren Berufs-Messen oder Ähnliches. Man muss sich natürlich beteiligen.

Es fragte: Gunnar Klehm

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