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Johannes Nietsch ist tot

Der Stadtrat und Ex-Ortsbürgermeister von Pethau hat sich über Jahrzehnte für die Belange Zittaus eingesetzt. Jetzt starb der Gärtnermeister mit 78 Jahren.

Johannes Nietsch wurde 1942 geboren und leitete 35 Jahre die Familiengärtnerei in Pethau. Darüber hinaus war er Stadtrat und Ortsbürgermeister.
Johannes Nietsch wurde 1942 geboren und leitete 35 Jahre die Familiengärtnerei in Pethau. Darüber hinaus war er Stadtrat und Ortsbürgermeister. ©  Archivfoto: Rafael Sampedro

Nach dem Tod von Ex-Oberbürgermeister Arnd Voigt muss die Stadt Zittau nun erneut von einem langjährigen Kommunalpolitiker Abschied nehmen. Wie die SZ aus dem Zittauer Rathaus erfuhr, ist der frühere Pethauer Ortsbürgermeister und Stadtrat Johannes Nietsch gestorben.

25 Jahre hatte er sich für die Belange von Zittau eingesetzt, nach seinem Ausscheiden aus dem Stadtrat 2014 durfte sich Johannes Nietsch in das Goldene Buch der Stadt eintragen. Schon zu DDR-Zeiten engagierte sich der Pethauer im Rat seiner Gemeinde, in dieser Funktion stimmte er 1970 auch für die Eingemeindung von Pethau nach Zittau. Nach dem Mauerfall saß er dann jahrelang für die CDU im Stadtrat. Er blieb dabei nicht nur ein "Hinterbänkler", sondern übernahm unter anderem auch den Vorsitz im Forstbeirat.

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Gleichzeitig leitete Johannes Nietsch als Ortsbürgermeister die Geschicke von Pethau. 2014 folgte ihm nach 20 Jahren im Amt sein Sohn Andreas in dieser Funktion. In seiner Amtszeit wurde unter anderem die ehemalige Schule saniert und zum Ortszentrum umgestaltet. Auch die Partnerschaft zwischen Pethau und Krystofovo Udoli (Christophsgrund) war ihm eine Herzensangelegenheit. Johannes Nietsch hatte sich über Parteigrenzen hinweg Ansehen erworben.

Familienbetrieb 1969 übernommen

In seinem Hauptberuf war der 1942 geborene Pethauer Gärtner. 1969 übernahm er den familieneigenen Gartenbaubetrieb und führte ihn in dritter Generation weiter. Sein Großvater, der aus Wien stammte, hatte die Familiengärtnerei 1898 gegründet. Nach der Übernahme spezialisierte Johannes Nietsch die Gärtnerei auf Topf- und Schnittblumen. Auf knapp zwei Hektar wurden Beet- und Balkonpflanzen sowie Schnittgrün angepflanzt.

Ein Höhepunkt in seiner beruflichen Tätigkeit war auch die Landesgartenschau 1999. Für diese durfte er den Eingangsbereich sowie die Hauptallee entlang der Weststraße mitgestalten.

Gärtner geworden zu sein, hatte er nach eigener Aussage nie bereut. Es sei zwar ein Beruf, in dem man von früh bis spät zu tun habe. Doch es mache Spaß, meinte Nietsch einmal. So war es nicht verwunderlich, dass er sich stets für seinen Berufsstand stark gemacht hat, auch in der DDR. Als im Februar 1990 der Landesverband Gartenbau Sachsen gegründet wurde, setzte sich der Gartenbauingenieur für die Bildung einer Zittauer Kreisgruppe Gärtner im Landesverband ein. Er war dann viele Jahre Innungschef der Zittauer Gärtner. Die eigene Gärtnerei übergab er bereits 2004 an seinen Sohn. Auch danach war er hier aber weiter tätig.

Ein Herzstillstand im November 2013 hatte Johannes Nietsch damals für mehrere Monate außer Gefecht gesetzt. Doch er erholte sich wieder und engagierte sich weiter ehrenamtlich.

Noch im Februar hatte er mit Erschütterung die Nachricht vom Tod Arnd Voigts erhalten. Mit dem ehemaligen Zittauer OB arbeitete er immer vertrauensvoll zusammen. Nun schauen beide gemeinsam vom Himmel aus auf ihre Nachfolger und deren Arbeit für Zittau.  OB Thomas Zenker (Zkm) sprach der Familie sein Beileid aus und bedankte sich für "die große Unterstützung der Entwicklung unserer Stadt".

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