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Gegenwind aus Glashütte

Die Bürgerinitiative Dittersdorf fordert Ministerpräsident Kretschmer auf, sein Wahlversprechen einzuhalten.

Viele Dittersdorfer wollen nicht, dass neue Riesenanlagen in der Nähe ihres Ortes aufgestellt werden.
Viele Dittersdorfer wollen nicht, dass neue Riesenanlagen in der Nähe ihres Ortes aufgestellt werden. © privat

Diese Nachricht aus Berlin hat die Dittersdorfer aufgeschreckt. Vor wenigen Tagen verkündete Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), dass sein Ministerium nicht mehr auf einem Mindestabstand von 1.000 Metern zwischen Windkraftanlagen und Wohnsiedlungen besteht. Die Bundesländer sollen nun selbst entscheiden, ob sie Windräder noch näher an Wohnhäuser heranbauen.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative Gegenwind Dittersdorf, Börnchen und Bärenstein hoffen, dass der Freistaat an seinen bisherigen Zusagen festhält und und nicht vom bisher klar definierten Mindestabstand von 1.000 Meter zwischen Windrädern und Wohnhäusern abrückt. 

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Statt ihr Wahlversprechen zu halten und die Landbevölkerung in ihrem legitimen Anspruch auf Lebensqualität zu unterstützen, welche im Übrigen den begrüßenswerten Regierungszielen nach gleichwertiger Lebensqualität in Stadt und Land entspricht, ist zu befürchten, dass die CDU geführte Staatsregierung den Menschen auf dem Land in den Rücken fällt. Ihr Sprecher Bernd Grahl erinnert an das Sachsengespräch, zu dem Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am 12. Februar 2019 nach Dippoldiswalde eingeladen hatte. Dort habe er und seine Minister versichert, dass Windkraftanlagen mindestens zwei Kilometer weit von Wohnbebauung errichtet werden dürfen. "Wir haben großes Vertrauen gefasst. MP Kretschmer und die Ministerriege bekannten sich klar zum Anwohnerschutz. Deshalb haben die Bürger die CDU gewählt", so Grahl. 

Knickt Ministerpräsident Kretschmer ein?

Nun knicke der Ministerpräsident offenbar unter dem Druck der Grünen ein, mutmaßt die Bürgerinitiative. Da das Bundeswirtschaftsministerium aktuell nicht mehr auf einem Mindestabstand von 1.000 Metern zwischen Windkraftanlagen und Wohnsiedlungen besteht, fordert die Bürgerinitiative von Kretschmer ein klares Bekenntnis zu seiner Aussage vor der Wahl. "Wir fordern auch weiterhin die 10 H – Regelung", heißt es Schreiben der Initiative. Diese Regelung wird seit 2014 im Freistaat Bayern angewandt. Dort gilt, dass der Abstand zwischen Windenergieanlagen und Wohnhäusern das mindestens zehnfache der Anlagenhöhe betragen muss.

In Dittersdorf wurden bereits in den 1990er-Jahren zwei 70 Meter hohe Windkraftanlagen errichtet. Viele Anwohner waren dagegen. Sie beklagen den Wertverfall für die Immobilien. "Sie entzweien die Menschen eines Dorfes", so Grahl. Die Dittersdorfer befürchten, dass es jetzt schon schlimmer kommt. Denn die bestehenden Anlagen sollen ausgetauscht werden. Diese seien aber "Winzlinge" im Vergleich zu den geplanten 200-Meter-Anlagen." Die Bürgerinitiative hofft, dass der Ministerpräsident zu seinem Wahlversprechen steht. Falls nicht, werde sich bei der nächsten Wahl im Wahlverhalten der Bürger widerspiegeln. 

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