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Flugzeug-Manager ohne Bodenhaftung

Airbus stellt die Produktion des A 380 ein. Georg Moeritz über das absehbare Ende des weltgrößten Passagierjets.

Von Georg Moeritz
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Georg Moeritz
Georg Moeritz © dpa/Montage: SZ-Bildstelle

Wenn Sachsens langjähriger Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) eine Airbus-Fabrik besichtigte, dann betrat er sächsischen Boden – auch in Frankreich. Denn in Toulouse werden in den Airbus A 380 Bodenplatten eingebaut, die aus den Elbe-Flugzeugwerken in Dresden kommen. Lastwagen bringen die sächsischen Erzeugnisse nach Frankreich. Jeder Airbus ist ein europäisches Gemeinschaftswerk, das Arbeitsplätze geschaffen hat und auf das viele Politiker stolz sind.

Doch manchmal sind Großprojekte zwar gut zum Angeben, aber halten nicht lange. Einige sächsische Unternehmen haben ihren Beitrag zum Airbus A 380 gerne als Vorzeigeprojekt genutzt. Ob Elbe-Flugzeugwerke oder der Leichtbauteile-Produzent Cotesa in Mittelsachsen – für sie war es wichtig, an dem Riesendoppelstockpersonenflugzeug beteiligt zu sein. Nachdem nun das Ende des A 380 beschlossen ist, betonen einige Hersteller, die Bedeutung für ihre Beschäftigten sei gering. Noch ist offen, ob Arbeitsplätze bedroht sind oder ob künftig einfach etwas kleinere Flugzeuge gebaut werden.

Der A 380 hat sich jedenfalls als zu groß erwiesen. Noch bei Tillichs Toulouse-Besuch vor gut zwei Jahren betonte der Airbus-Chef Tom Enders, der Flugverkehr werde immer dichter. Inzwischen sind kleine Fluggesellschaften vom Markt verschwunden, wie jüngst Germania, und selbst für große war der A 380 zu schwer auszulasten und verbrauchte auch noch zu viel Kerosin. Da fehlte bei den Entscheidern wohl lange die Bodenhaftung.

E-Mail an Georg Moeritz.