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Geplanter Saunapark scheitert

In Weißig bei Rathen sollte ein neues Hotel mit Spa entstehen. Durch einen neuen B-Plan, für den Anwohner vehement kämpften, wurde das Projekt nun gestoppt.

Protest, der wirkt: Der geplante Saunapark in Weißig gilt als gescheitert.
Protest, der wirkt: Der geplante Saunapark in Weißig gilt als gescheitert. ©  Archivfoto: Daniel Förster

In der Sächsischen Schweiz haben Anwohner den Bau eines Saunaparks mit angeschlossenem Hotel verhindert. Eine Investorin wollte das Spa am Ortseingang von Weißig bei Rathen bauen. Das Projekt gilt nun jedoch als gescheitert. Dafür sorgt ein neuer Bebauungsplan, auf den sich die Gemeinderäte in Struppen am Dienstagabend verständigt haben.

Sie haben beschlossen, dass das Grundstück um einen ehemaligen Kuhstall künftig als allgemeines Wohngebiet auszuweisen ist. Ursprünglich war geplant, das etwa 11.000 Quadratmeter große Areal als sogenanntes Mischgebiet beziehungsweise touristisches Sondergebiet einzustufen. Beides hätte den Weg für das Saunadorf frei gemacht.

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Die Pläne stießen bei einem Großteil der Weißiger jedoch auf Gegenwind. Sie wollen die Fläche lieber als Bauland entwickeln, damit junge Familien in den 100-Seelen-Ort ziehen können. Dem Wunsch hat die Kommune nun nachgegeben - nach monatelangem Ringen und Diskutieren. 

Der Großteil von Weißig soll künftig als allgemeines Wohngebiet gelten. Auf diesen  Flächen sind neben normalen Wohnhäusern auch "der Versorgung des Gebiets dienende Läden, Schank- und Speisewirtschaften sowie nicht störende Handwerksbetriebe" erlaubt. Gleiches gilt für kleinere Tierhaltungen mit Hühnern, Ziegen oder Schafen. Festgelegt im B-Plan ist zudem, dass jedes Gebäude mindestens einen festen Wohnsitz haben muss. Reine Ferienobjekte oder Hotels sind damit nicht gestattet. Außerdem dürfen pro Objekt maximal acht Betten für touristische Zwecke genutzt werden. Die Grundstücke dürfen generell nur zu 30 Prozent überbaut werden, inklusive Zufahrt, Nebengelass, Garagen und Wegen. 

Investorin über Entscheidung enttäuscht

Faktisch ist ein Saunapark damit vom Tisch, machte Planerin Marlies Ehrt deutlich. Investorin Natascha Klimek, die den Saunapark bauen wollte, zeigte sich in der Gemeinderatssitzung entsprechend verstimmt und enttäuscht. "Bei diesem Verfahren wird auf jeden Rücksicht genommen, nur nicht auf mich und dieses Grundstück", sagte sie. Ihre Kritik richtet sich auf die Art und Weise, wie sich Struppen dem neuen B-Plan genähert hat. Seit dem Frühjahr gab es mehrere Versammlungen und Diskussionsrunden, in denen die unterschiedlichen Varianten öffentlich durchgesprochen wurden. Wenn Weißiger Einwände vorbrachten, wurden diese meist berücksichtigt. Denn Bürgermeister Rainer Schuhmann (CDU) hatte anfangs deutlich gemacht, nicht gegen die Meinung der Weißiger entscheiden zu wollen. "Alle wurden befragt, nur ich nicht. Und weil die Meinung der Weißiger zählt, kann ich nichts tun", sagte Natascha Klimek verärgert.

Wird der neue B-Plan vom Landratsamt genehmigt, ist der Weg für ein neues Wohngebiet am Ortseingang von Weißig frei. Insgesamt gäbe es in dem Ort dann 24 Bauplätze, auf denen Häuslebauer sesshaft werden könnten. "Wenn man pro Haushalt mit drei Personen rechnet, könnten damit über 70 neue Menschen nach Weißig ziehen", rechnet Planerin Marlies Ehrt vor. Viele der Flächen, die sich für neue Häuser eignen, seien in Privathand. Die Eigentümer würden den Platz für ihre eigenen Kinder oder Enkel reservieren, war am Rande der Sitzung zu vernehmen.

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Struppen hofft, mit der Entscheidung zum Wohngebiet den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. In der gesamten Kommune gibt es kaum mehr freies Bauland. Die Grundstücke in Struppen-Siedlung sind seit Jahren komplett belegt, in Naundorf oder Thürmsdorf ist die Situation ähnlich. Weißig bietet nun eine neue Option - wenn sich Familien finden, die hier leben wollen und die Eigentümer zum Verkaufen bereit sind. 

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