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Giftige Altlasten sollen aus dem Boden

Am Sitz des DRK in Sebnitz stand früher ein Gaswerk. Dessen Hinterlassenschaften sind jetzt wieder Thema.

Im Hof des DRK-Geländes befindet sich eine verfüllte Teergrube des alten Gaswerks. Das kontaminierte Erdreich soll weg.
Im Hof des DRK-Geländes befindet sich eine verfüllte Teergrube des alten Gaswerks. Das kontaminierte Erdreich soll weg. © Dirk Zschiedrich

Dort, wo in Sebnitz heute Rettungswagen parken und die Sanitäter zu ihren Einsätzen starten, wurde früher jahrzehntelang Gas produziert. Das einstige Gaswerk auf dem Gelände an der heutigen Schillerstraße versorgte die Stadt mit Licht. Über ein Leitungsnetz, das bis über die tschechische Grenze reichte, wurden die Gaslaternen entlang der Straßen gespeist. Das Gaswerk selbst ist längst Geschichte, doch seine Hinterlassenschaften schlummern noch immer im Boden.

Im Hof der heutigen Rettungswache und des benachbarten Grundstücks wurden großflächige Bodenbelastungen festgestellt, wie sie für die Standorte ehemaliger Gaswerke typisch sind. Das teilt die Landesdirektion Sachsen mit. Die Nutzung des Gaswerks endete 1970. Nach der Schließung des Werks waren die oberirdischen Gasbehälter demontiert worden. Die unterirdischen Teer- und Ammoniakgruben blieben jedoch im Boden und wurden lediglich verfüllt. Die Belastungen sollen nun beseitigt werden. Dafür erhält der DRK-Kreisverband Sebnitz 180 000 Euro Fördermittel.

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Unter dem Parkplatz liegen Altlasten. Die müssen entfernt werden.
Unter dem Parkplatz liegen Altlasten. Die müssen entfernt werden. © Dirk Zschiedrich

Bei den festgestellten Schadstoffen handelt es sich laut Landesdirektion hauptsächlich um sogenannte Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Cyanide. Diese konzentrieren sich überwiegend auf die Bereiche ehemaliger unterirdischer Teer- und Ammoniakgruben. Die PAK-Stoffe sind ein gängiges Abfallprodukt, das bei der Herstellung von Gas aus Kohle entsteht. Die Stoffe sind krebserregend, giftig und werden in der Umwelt nur schlecht oder gar nicht abgebaut.

Die unterirdischen Gruben sollen nun beräumt und der kontaminierte Boden in diesen Bereichen ausgetauscht werden, teilt die Landesdirektion mit. Die Grubeninhalte sowie die belasteten Aushubmassen würden fachgerecht entsorgt. Die großflächigen Verunreinigungen erstrecken sich bis auf das Nachbargrundstück. Die Altlastenberäumung wird das DRK deshalb gemeinsam mit dessen Eigentümer umsetzen. Insgesamt rechnet der DRK-Kreisverband mit Kosten von rund 225 000 Euro. Für 80 Prozent dieser Summe gibt es nun Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE).

Die Bauarbeiten sollen laut vorläufiger Planung im Frühsommer beginnen, wie DRK-Geschäftsführerin Rita Seidel auf SZ-Nachfrage erklärt. Die Voraussetzung ist, dass bei der Ausschreibung die passenden Angebote eingehen. Für das DRK könnte die bald beginnende Bodensanierung ein erster Baustein für ein größeres Projekt sein. Der Kreisverband plant die Erweiterung seiner Rettungswache. Die derzeitigen Räumlichkeiten entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Die Fahrzeuge sind in den vergangenen Jahren immer größer geworden, demnach gibt es auch neue Normen für die Garagen. Ob das DRK am derzeitigen Standort an der Schillerstraße neu baut oder woanders, ist noch nicht entschieden. Dazu laufen derzeit die Gespräche mit dem Landratsamt, wie Rita Seidel erklärt. Die jetzige Rettungswache in Sebnitz wurde zuletzt 2007 saniert.

Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf  www.sächsische.de/sebnitz vorbei.

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