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Das Bretthäus'l so schön wie nie zuvor

Die Glashütter Ausflugsgaststätte hat sich äußerlich kaum verändert, dafür ist im Inneren richtig viel passiert. Die Besucher werden staunen.

Dirk Hahmann sitzt auf einer neu gebauten Bank im früheren Eingangsbereich der Veranda.
Dirk Hahmann sitzt auf einer neu gebauten Bank im früheren Eingangsbereich der Veranda. © Egbert Kamprath

Die Veranda der Glashütter Ausflugsgaststätte Bretthäus'l ist kaum wiederzuerkennen. Ein Teil des Fußbodens wurde abgeschliffen, ein anderer mit neuen Brettern ausgelegt. Die Wände wurden von alten Tapeten- und Farbschichten befreit und erhielten einen frischen Anstrich. Alle 14 Fenster wurden ausgetauscht. Auch die alten Stromleitungen, die hier noch bis vor ein paar Wochen über den Putz verliefen, sind verschwunden. Außerdem ist ein zweiter Zugang zum Gastraum entstanden. Gastwirt Dirk Hahmann wirkt zufrieden. Für das Foto nimmt er kurz Platz auf der neu geschaffenen Bank.

Seit Dirk Hahmanns Übernahme der Gaststätte Ende 2019 ist hier viel passiert. "Eigentlich wollten wir Ostern oder spätestens eine Woche nach Ostern fertig werden und öffnen", sagt der Johnsbacher. Mit diesem Ziel hat er die Sanierung des beliebten Ausflugslokals begonnen. Doch die Corona-Krise hat diesen Zeitplan zu Fall gebracht. Als die Staatsregierung in Dresden verordnet hat, dass Gaststätten schließen müssen und offenließ, wie lange das dauern wird, hat Hahmann auch das Bautempo gedrosselt. "Die Firmen haben ja auch andere Aufträge", sagt er. Zudem gab es Lieferschwierigkeiten. "Wir mussten auf Waren aus Italien warten." Dennoch wurde weiter gewerkelt.

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Zu tun gab es einiges, auch Arbeiten, die der künftige Besucher nicht sieht, wurden erledigt. Die Veranda war nicht isoliert. "Unter dem Fußboden pfiff der Wind durch", sagt Hahmann. Diese Hohlräume wurden nun mit einem dämmenden Holz-Papier-Gemisch gefüllt. Später soll auch die Decke gedämmt werden.

Alte Sportanlage wiederentdeckt

Auch im Gastraum wurde gewerkelt. Die Stromleitungen wurden ausgetauscht, die Wände gemalert. Die für diesen Raum typische, an den Wänden montierte massive Holzbank bekam nicht nur einen neuen Anstrich, sie wurde auch erweitert. "Dort hing früher ein großer, massiver Heizkörper", sagt Hahmann und zeigt auf die Wand neben dem Eingang zur Gaststube. Der neue Heizkörper ist kleiner und passt unter die neue Bank, die Tischler Silvio Schulze gerade einbaut und die genauso wie die alte beschaffen ist. Gut zwei Meter daneben haben die Bauleute ein Fenster zur Tür gemacht und damit den zweiten Zugang zur Veranda geschaffen. Dazu musste aber auch ein Teil der Holzbank weichen. Diesen Eingriff nahm Hahmann vor, um die Veranda separieren zu können. Auch hinter dem massiven Holztresen, der erhalten blieb, hat sich einiges getan. Die Küche wurde komplett erneuert. 

Auf den ersten Blick hat sich am Ausflugslokal Bretthäus'l nicht viel geändert. 
Auf den ersten Blick hat sich am Ausflugslokal Bretthäus'l nicht viel geändert.  © Egbert Kamprath
Wer näher herantritt, dem werden die neuen Fester in der Veranda auffallen.
Wer näher herantritt, dem werden die neuen Fester in der Veranda auffallen. © Egbert Kamprath
Katrin (li.) und Franka Bleschke stehen später in der Küche, jetzt helfen sie beim Einräumen.
Katrin (li.) und Franka Bleschke stehen später in der Küche, jetzt helfen sie beim Einräumen. © Egbert Kamprath
Tischler Silvio Schulze erweitert die fürs Bretthäus'l typische Sitzbank. Hier befand sich früher eine Heizung.
Tischler Silvio Schulze erweitert die fürs Bretthäus'l typische Sitzbank. Hier befand sich früher eine Heizung. © Egbert Kamprath
Die Kegelbahn im Außengelände wurde wiederentdeckt. Sie soll auf Vordermann gebracht werden.
Die Kegelbahn im Außengelände wurde wiederentdeckt. Sie soll auf Vordermann gebracht werden. © Egbert Kamprath

Auch im Außengelände ist einiges passiert. "Wir haben die gut 40 Meter lange Wasserleitung zwischen dem Brunnen und dem Gasthaus erneuert", erzählt der Gastwirt. Die alte Leitung war komplett verrostet. Es war höchste Zeit, diese auszutauschen. Der Graben ist schon wieder zugeschüttet. Das alte, aus DDR-Zeit stammende Karussell auf der großen Wiese neben dem Gasthaus ist verschwunden. Dafür ist eine Sportanlage aufgetaucht, die als solche kaum noch zu erkennen war. Die Kegelbahn. "Diese war mit Moos bewachsen", erzählt Hahmann und zeigt auf die Betonpiste mit der stählernen Bahn, auf der die Kugeln zurückgerollt wurden. Der Gastwirt möchte diese Anlage wieder in Schuss bringen. "Im Keller haben wir die alten Kegel gefunden. Die waren total verstaubt", sagt er. Auf der Freifläche möchte er noch einen Sandkasten anlegen, damit auch kleine Kinder hier spielen können.

Erste Überlegungen für Außer-Haus-Verkauf

Hahmann rechnet, dass er die Sanierung im Mai abschließen kann. "Wir brauchen vielleicht noch zwei Wochen", sagt er. Es gibt noch ein paar Dinge zu tun. Unter anderem sollen noch zwei Sprüche an die Wand in der Veranda wiederkehren, die Dirk Hahmann an einer Wand entdeckte, nachdem er dort mehrere alte Tapeten- und Farbschichten abgetragen hatte. Die Buchstaben waren noch schwach zu erkennen. Mithilfe seines Sohnes konnte er aber in Erfahrung bringen, was das für Sprüche sind. Sie stammen aus einem Lied des berühmten Erzgebirgsdichters Anton Günther (1876-1937).

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Völlig offen ist, wann das Bretthäus'l wieder öffnen wird. "Das hängt von der Regierung ab", sagt der Gastwirt. Er hofft, dass diese die Corona-Regeln bald so lockern, dass auch Gaststätten öffnen können. Wann die Familienfeiern nachgeholt werden, die er absagen musste, ist indes aber weiter unklar. Laut denkt der Gastwirt über einen Straßenverkauf nach, den inzwischen einige Lokale praktizieren. Die Einhaltung des Abstandes zu Mitmenschen sollte hier im Grünen unproblematisch möglich sein.

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