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Dippoldiswalde

Glashütte: Vorhaben auf dem Prüfstand

Die Uhrenstadt rechnet damit, dass die geplanten Einnahmen deutlich um mehrere Millionen Euro sinken. Trotzdem soll investiert werden.

Trotz der Corona-Krise wird am Platz vor der Glashütter Kirche weiter gearbeitet. Bauamtsleiter Mario Wolf ist zuversichtlich, dass die Arbeiten rechtzeitig abgeschlossen werden können.
Trotz der Corona-Krise wird am Platz vor der Glashütter Kirche weiter gearbeitet. Bauamtsleiter Mario Wolf ist zuversichtlich, dass die Arbeiten rechtzeitig abgeschlossen werden können. © SZ/Maik Brückner

Die Arbeiten am Kirchenvorplatz in Glashütte gehen weiter. Die Fläche vor dem stattlichen Gotteshaus wird komplett neugestaltet. Noch in diesem Jahr soll sie zu einem Platz werden, auf dem man sich gern trifft.

Glashüttes Bauamtsleiter Mario Wolf zeigte sich nach einer Bauberatung zufrieden. Die Arbeiten kommen wie geplant voran. Es ist eine Baustelle, die viele Bürger mit Interesse beobachten, so Wolf. Immer wieder bleiben Leute stehen und schauen, was sich auf dem zentralen Platz in der Innenstadt tut. Hin und wieder werden auch seine Bauleute angesprochen, sagt Tino Hartmann. Er ist Chef des gleichnamigen Bauunternehmens aus Dippoldiswalde, dass mit der Neugestaltung beauftragt wurde.

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"Die Leute wollen wissen, was mit den alten Steinen passiert", sagt er und versichert: Die werden wir alle wieder einbauen. Außerdem kommt, so wie es der Plan auch vorsieht, an anderen Stellen Postaer Sandstein zum Einsatz.

Bauamtsleiter Wolf ist nach der Bauberatung zuversichtlich, dass die Arbeiten nach Plan abgeschlossen werden können, der Platz im August fertig wird und wenig später samt Walter-Lange-Denkmal eingeweiht werden kann.

Viel weniger Gewerbesteuern

Und das trotz der Corona-Krise. Die wirkte sich bisher noch nicht auf dieser Baustelle aus, zeigt aber an anderen Stellen in Glashütte Wirkung. Denn mehrere Firmen haben auf Kurzarbeit umgestellt. Das wird sich bald auch in den städtischen Einnahmen bemerkbar machen. Immerhin rechnete die Verwaltung noch Ende 2019 damit, rund 5,6 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen einspielen zu können. "Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Ertrag deutlich um mehrere Millionen Euro reduziert", sagt Bürgermeister Markus Dreßler (CDU). Damit wird die finanzielle Lücke, mit der die Stadt ihren Haushalt aufgestellt hat, deutlich größer. Obwohl ihr Einnahmen fehlen, bleibt die Stadt aber handlungsfähig, versichert Dreßler. Denn man könne auf Rücklagen zurückgreifen.

Dennoch zieht die Verwaltung die Handbremse an. Denn derzeit ist nicht absehbar, wie groß die Steuerausfälle sein werden. Zudem sei absehbar, dass auch 2021 mit weniger Gewerbesteuern zu rechnen ist. Deshalb werden nun alle Ausgaben auf den Prüfstand gestellt. "Vorerst haben wir intern festgelegt, dass die Mitarbeiter nur noch unabweisbare Ausgaben, also vertraglich gebundene oder gesetzlich vorgeschriebene Ausgaben tätigen dürfen", so Dreßler. In begründeten Einzelfällen entscheide er in Abstimmung mit Kämmerin Barbara Glöckner über die Freigabe der Finanzierung.

Keine Verstärkung für den Bauhof

Erste Vorhaben hat Glashütte schon gestrichen. Die Stadt verzichtet auf die Schaffung von drei neuen Stellen im Bauhof. Die Mitarbeiter sollten eigentlich in der Gebäudeunterhaltung, der Gewässer- und Wanderwegepflege tätig werden und im Winter beim Schneeräumen helfen, um Aufträge an Dritte und Mittel einzusparen. Weil die Stellen nicht besetzt werden, verzichtet die Stadt auch auf den Kauf von Bauhoftechnik. "Festhalten wollen wir jedoch an der geplanten Ausbildung eines Straßenmeisters", so Dreßler. Diese Ausbildung koste zwar Geld und Kraft, sei aber eine Zukunftsinvestition.

Wie es mit anderen Vorhaben weitergeht, steht noch nicht fest. Dazu will sich Dreßler mit seinen Mitarbeitern abstimmen. Dabei habe man vor allem die Einnahmeentwicklung im Blick. Danach werde entschieden. Eine wichtige Rolle spiele auch die Höhe der finanziellen Unterstützung, die der Freistaat den Kommunen in Aussicht gestellt hat. Fest steht indes schon, dass Vorhaben, für die es keine Fördermittel gibt, verschoben werden.

Glashütte überprüft, welche Investitionen noch in Angriff genommen werden. Der Bau der Zisterne in Neudörfel kommt aber nicht auf den Prüfstand.
Glashütte überprüft, welche Investitionen noch in Angriff genommen werden. Der Bau der Zisterne in Neudörfel kommt aber nicht auf den Prüfstand. © Egbert Kamprath

Für andere Vorhaben sieht es besser aus, da die Stadt Zusagen für Zuschüsse erhalten hat. So werden Haltestellen in Schlottwitz und Niederfrauendorf barrierefrei umgestaltet. Auch die Löschwasserzisterne in Neudörfel wird gebaut. "Hier stehen zwar keine Fördermittel bereit, aber die Löschwasserversorgung ist eine Pflichtaufgabe", so Dreßler. Weitergeführt wird auch die Arbeit am Flächennutzungsplan. Noch in diesem Jahr soll ein Entwurf erarbeitet werden, damit die Stadt in naher Zukunft Bauland entwickelt kann.

Weitergeplant wird auch der neue Bauhofstandort in Cunnersdorf sowie der notwendigen Sanierung der Trinkwasserleitungen in der Kita Glashütte. "An den großen Straßenbauvorhaben in Hirschbach, Johnsbach und Glashütte, an denen wir bereits gemeinsam seit vielen Jahren arbeiten, sollten wir festhalten", so Dreßler. Hier hängt es im Moment an den Fördermitteln. Er hofft, dass es die in den nächsten Jahren gibt und die Stadt dann auch tätig werden kann. Die Zuschüsse können helfen, das eine oder andere bereits fertig geplante Projekt zu realisieren. Dazu gehören die Freizeitanlage in Schlottwitz und der Neubau eines Gemeinschaftshauses in Oberfrauendorf.

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