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Görlitz baut neuen Weg durchs Schlachthofgelände

Fußgänger und Radfahrer gelangen künftig schneller zum Leipziger Platz. Das Vorhaben ist eng verknüpft mit der neuen Oberschule.

©  SZ-Grafik

Wieder ein kleiner Baustein bei der Aufwertung der westlichen Innenstadt: Die Stadt will einen neuen Geh- und Radweg durch das frühere Schlachthofgelände bauen. Er soll die Christoph-Lüders-Straße mit der Rauschwalder Straße verbinden und dort nicht weit entfernt vom sogenannten Leipziger Platz enden.

Er verläuft somit parallel zur Hilgerstraße – hinter deren Häusern und Gärten. Fußgänger und Radfahrer kommen somit auch besser zur neuen Oberschule, die in den nächsten Jahren an der Rauschwalder Straße entstehen soll. Der Weg soll dauerhaft öffentlich nutzbar sein. Am Mittwoch beschlossen die Stadträte im Technischen Ausschuss einstimmig dessen Widmung.

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Bau zeitgleich mit der Schule

Allerdings: Endgültig gebaut werden soll er erst im Jahr 2024 – und damit ungefähr zeitgleich mit der neuen Oberschule. Deren exakter Fertigstellungstermin steht noch nicht fest, hatte Baubürgermeister Michael Wieler kürzlich erläutert. Alles sei abhängig von der Finanzierung. Das Einzige, was Wieler sagen kann: „Wenn alles wirklich glatt läuft, ist die Schule im Sommer 2024 fertig und kann zum Schuljahresbeginn 2024/25 in Betrieb gehen.“

Tatsächlich stehen Schule und neuer Geh- und Radweg in engem Zusammenhang. Die Stadt hat die Flächen für beides kürzlich vom Besitzer des früheren Schlachthofes gekauft. „Die Baufeldfreimachung erfolgt jetzt“, erläuterte Bauamtsleiter Torsten Tschage im Technischen Ausschuss. Unter dem künftigen Weg werden schon sehr bald Medien verlegt, sagt Tschage: „Es geht um den Fernwärmeanschluss für das ganze Gebiet an der Rauschwalder Straße.“ Wie die Schule einmal beheizt werden soll, steht im Moment noch gar nicht fest. Aber bei der Fernwärmeleitung geht es auch nicht um die Schule, sondern um das ganze Quartier. Sie soll so schnell wie möglich gebaut werden, spätestens nächstes Jahr. Das alles ist einfacher, wenn es sich um eine öffentlich gewidmete Verkehrsfläche handelt, erklärt der Amtsleiter.

Auch als Baustraße nutzbar

Die Leitungen sind folglich auch der Grund, warum der Weg schon jetzt gewidmet, aber erst 2024 fertiggestellt wird: Die Medienträger erhalten Gewissheit, dass die Trasse den Konzessionsverträgen unterliegt und keine Leitungsrechte eingetragen werden müssen. Wenn die Fernwärmeleitungen verlegt sind, kann der Weg auch als Baustraße beim Bau der neuen Schule genutzt werden. Erst danach wird er als öffentlicher Geh- und Radweg fertiggestellt. Er durchschneidet das Schulgelände nicht, sondern läuft seitlich daran vorbei.

Eine fünfte Oberschule wird in Görlitz dringend benötigt, weil die bisherigen vier Oberschulen aus allen Nähten platzen. Sie werden schon jetzt zum Teil durch Container-Klassenzimmer auf den Schulhöfen ergänzt, denn die Gebäude reichen nicht mehr für alle Schüler aus. Hintergrund ist nicht nur die steigende Geburtenrate, sondern vor allem der Zuzug von jungen Familien nach Görlitz. Unter den Zuzüglern sind sehr viele polnische Familien. Den zusätzlichen Bedarf gab die Stadt Anfang 2017 mit über 200 Kindern an – und der Bedarf besteht vor allem in der Innenstadt.

Stadt will Quartier aufwerten

Als Schulstandort hat sich die Stadtverwaltung bewusst für die Innenstadt West entschieden, die bisher noch als Problemviertel gilt. Die Stadt versucht seit Jahren, das Quartier aufzuwerten – und baut derzeit zum Beispiel einen neuen Park auf das Gelände des früheren Güterbahnhofs an der Bahnhofstraße, wo auch die Waldorfschule entsteht. Von da setzt sich der sogenannte Brautwiesenbogen fort über die Brautwiesenstraße, die Cottbuser Straße und den früheren Schlachthof bis hin zum ehemaligen Waggonbau Werk I, wo die Stadt ein neues Zentrum für Jugend und Soziokultur errichtet hat, das inzwischen fertiggestellt, aufgrund der Corona-Situation aber noch nicht eingeweiht ist.

„Die neue Oberschule soll eine Vorzeigeschule werden“, formulierte der damalige OB Siegfried Deinege Anfang 2019 den Anspruch: „Eine, wohin alle Eltern ihre Kinder schicken wollen.“ Dafür kaufte die Stadt Teile des ehemaligen Schlachthofgeländes an. Im vergangenen November wählte der Stadtrat ein Planungsbüro aus.

Verbindung von Alt- und Neubauten

Dessen Aufgabe ist es nun, die Verbindung von einem Schulneubau und zwei bereits bestehenden Gebäuden zu gestalten – unter anderem dem seit langer Zeit leerstehenden Gründerzeithaus Rauschwalder Straße 73. Das Schulensemble soll der erste Teil eines Bildungscampus’ sein, den die Stadt zwischen Cottbuser- und Rauschwalder Straße plant. Auch die Sporthalle hinter der früheren Schule an der Cottbuser Straße soll saniert und in den Campus einbezogen werden, allerdings wird das extra geplant. Die neue Oberschule soll Verwaltungsgebäude und eine Mensa beinhalten.

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