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Großenhainer erinnern an den Tornado 2010

Vor zehn Jahren wütete das Unwetter über der Stadt und richtete Millionenschaden an. Am Denkmal im Stadtpark hielten am Sonntag zahlreiche Menschen inne.

Zahlreiche Großenhainer erinnerten sich am Sonntag am Tornado-Denkmal im Stadtpark an die Ereignisse vom Pfingstmontag 2010.
Zahlreiche Großenhainer erinnerten sich am Sonntag am Tornado-Denkmal im Stadtpark an die Ereignisse vom Pfingstmontag 2010. © Thomas Riemer

Großenhain. Zwar war der einminütige Sirenenton am Sonntag 15.30 Uhr angekündigt. Und doch zuckten am Tornado-Denkmal im Großenhainer Stadtpark viele kurz zusammen. Übermannt von Erinnerungen an den 24. Mai 2010, als just zu dieser Stunde das Unwetter über der Stadt und dem Umland mit Windgeschwindigkeiten von 180 bis 250 km/h wütete. Ein Mensch starb, rund 50 Verletzte mussten stationär oder ambulant behandelt werden. 61 Personen wurden aus ihren zerstörten Wohnungen evakuiert. Der Tornado hinterließ Schäden in Millionenhöhe an privaten und öffentlichen Gebäuden, bei Gewerbebetrieben, an der städtischen Infrastruktur und vor allem in den Grünanlagen. 

Mehrere Dutzend Menschen zog es am Sonntag zum Tornado-Denkmal, das 2012 geschaffen wurde. "Die heutige Erinnerung lasse ich mir nicht nehmen", sagt ein sichtlich berührter Großenhainer.  Auch wenn er wie alle anderen auf den "Effekt" des Denkmals mangels Sonnenschein verzichten muss. Denn bei entsprechendem Wetter formt sich jeweils am 24. Mai aus den im Denkmal angeordneten Bestandteilen deutlich sichtbar das Datum des Tornados auf dem Boden vor dem Denkmal.

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Aber auch ohne dieses Erlebnis haben sich die Großenhainer zehn Jahre nach dem Unwetter viel zu erzählen. Manche wurden damals beim Pfingstausflug zum Mühlenfest überrascht, andere hörten von weither im Auto vom Geschehen in ihrer Heimatstadt und fuhren bangend nach Hause. Gesprächsstoff und Erinnerungen, die wahrscheinlich nie ausgehen werden.

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Ursprünglich wollten die Stadt Großenhain und das Evangelisch-Lutherischen Kirchspiel Großenhainer Land am Sonntag ein öffentliches Gedenken veranstalten. Doch das war aufgrund der Corona-Pandemie nicht machbar. Ab Montag ist eine Tornado-Ausstellung im Rathaus zu sehen, in der auf 30 Tafeln die Ereignisse von 2010 noch einmal aufleben. 

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