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Die Katholische Kirche „Zur Heiligen Familie“ ist derzeit Baustelle. Weihnachten soll alles wieder schick sein.

Pfarrer Peter Paul Gregor feierte am Sonntag das 40. Jubiläum seiner Priesterweihe, die er einst in Cottbus erhielt. Der Gottesdienst am Sonntag fand im Zelt statt. Die Kirche ist ja gerade Baustelle.
Pfarrer Peter Paul Gregor feierte am Sonntag das 40. Jubiläum seiner Priesterweihe, die er einst in Cottbus erhielt. Der Gottesdienst am Sonntag fand im Zelt statt. Die Kirche ist ja gerade Baustelle. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Mehrfach wurde die 1914 eingeweihte katholische Pfarrkirche zur Heiligen Familie in Hoyerswerda innen renoviert: 1939, 1966-67 und 1988-89. 1995-96 erfolgte schließlich die umfassende Sanierung, die sich aber vor allem der Außenhülle widmete. Jetzt wurde es wieder Zeit. 

Pfarrer Peter Paul Gregor, seit knapp 15 Jahren hier als Pfarrer tätig, setzt sich seinen gelben Bauhelm auf. Kurzer Plausch mit dem Hausmeister in Vorbereitung, weil am nächsten Tag eine Zeitkapsel im Bereich der Apsis eingesetzt werden soll, genau dort, wo der Austrittsbereich der Heizungsluft bislang war. Natürlich soll eine Zeitung mit rein, auch ein USB-Stick mit Fotos. „Wir bauen aber nicht groß um“, sagt Peter Paul Gregor über die laufenden Arbeiten. Alles wird gereinigt – von oben bis unten. Man sieht deutlich an den eigentlich weißen Wänden die Schmutzränder. Die Orgel ist eingehaust. Der Pfarrer sorgt sich um ihren Zustand. Für eine bessere Luftzirkulation soll über der Orgel noch eine Öffnung geschaffen werden. Eine neue Lautsprecheranlage wird im Kirchenschiff installiert. Und man verlegt eine Induktionsschleife, um Hörgeräteträgern das Verfolgen des Gottesdienstes zu erleichtern.

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Der Garten ruft
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In der Apsis hat man sich aber mehr vorgenommen. Hier wurde der komplette Fußboden entfernt. Dabei entdeckte man auf der Rückseite Interessantes. Auf jeder Platte finden sich spiegelverkehrte Schriftabdrücke. Mal sind es Landkarten, mal Texte, sogar in Kyrillisch. Pfarrer Peter Paul Gregor wüsste gern, was es damit auf sich hat. Gut möglich, dass das etwas mit dem Produktionsprozess der Platten zu tun hat.

In den geschlitzten Wänden sind Elektroleitungen verlegt. An einer Wand sieht man schon die begonnene Risssanierung. Links neben der Apsis ist der leicht grünliche Farbton der künftigen Wandgestaltung zu sehen – Testanstrich.

In der Diskussion mit der Denkmalpflege kann Pfarrer Gregor schlagfertig und detailliert begründen, warum es in der Apsis seiner Kirche eben keinen gemalten Sternenhimmel geben wird. Und er ist des Lobes voll über die Arbeit der Firmen, das Zusammenspiel von Planer, Bauaufsicht und Gemeinde. Alles sehr geräuscharm und man rede miteinander. Da hat er schon ganz andere Baustellen erlebt. Er mag seine Kirche im neogotischen Stil, schlicht. Im Ausstattungsstil dann aber doch bunt gemixt. 1989 waren die zu diesem Zeitpunkt schon 80 Jahre alten Bleiglasfenster aus der Evangelischen Kirche Bückgen/Großräschen-Süd auf der Südseite eingesetzt worden. Die dortige Kirche musste dem Tagebau weichen, Fenster und auch die Glocken bekamen in Hoyerswerda ihre zweite Heimat. 1996 erfolgte der Einbau von Altarfenstern, gestaltet vom Künstlerpfarrer Sieger Köder aus Ellwangen, ein Jahr später kam von ihm ein Flügelaltar hinzu. Für Peter Paul Gregor ein Phänomen. Er kennt den künstlerischen Wert dieser Werke. Die Liste der Kirchen, in der Sieger-Köder-Kunst zu sehen ist, ist lang. Im Osten Deutschlands ist Hoyerswerda aber offenbar die einzige Kirche. Vor Ort, so hat der Pfarrer gelernt, hebt das nur wenige Menschen an, dafür bekommt er umso mehr Anfragen zu den Fenstern von außerhalb.

Und er freut sich jetzt schon auf das Herbstlicht, wenn die Sonne tiefer steht und durch die Fenster hereinstrahlt. Dann ist wieder zu beobachten, wie sich auf dem Altarbild je nach Sonnenstand einige Farben ändern, das Bild an Plastizität gewinnt. Im Juli wird es wohl schon mal ein Probehängen des Altars geben – ein Triptychon. Und es wird noch etwas länger dauern, bis in der Kirche „Zur Heiligen Familie“ wieder Gottesdienste gefeiert werden. Die Hoffnung jetzt ist, dass es Weihnachten so weit sein wird.

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