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Großröhrsdorf: Neue Kita trotz Corona

Die Stadt hatte für dieses Jahr zwei große Bauvorhaben geplant. Eins muss nun aber warten.

Darauf können sich die Kita-Kinder in Großröhrsdorf schon jetzt freuen: Trotz Corona-Krise wird eine neue Kita entstehen. Der Altbau im Hintergrund soll abgerissen werde
Darauf können sich die Kita-Kinder in Großröhrsdorf schon jetzt freuen: Trotz Corona-Krise wird eine neue Kita entstehen. Der Altbau im Hintergrund soll abgerissen werde © 2017 [email protected]

Großröhrsdorf. Zwei große Projekte hatte sich die Stadt Großröhrsdorf für dieses Jahr vorgenommen: Der Neubau einer Zwei-Feld-Sporthalle sollte starten und der einer Kita als Ersatz für das verschlissene "Bummiland".  Nun kommt es doch ein bisschen anders. Nur eines von beiden wird realisierbar sein.  Die Corona-Pandemie hat ihren Anteil daran. Fest steht: Der Ersatzneubau für die Kindertagesstätte soll in diesem Jahr beginnen.

Daran werde nicht gerüttelt, versichert Bürgermeister Stefan Schneider (parteilos). Denn die neue Kita werde dringend gebraucht, sie soll auch größer ausfallen als der Altbau. Der soll  abgerissen werden. „Wir brauchen die Plätze, um den Rechtsanspruch auf die Kita-Betreuung garantieren zu können. Wir können und wollen nicht warten“, so Schneider.

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Mit 141 Plätzen sollen 21 mehr als bisher entstehen. Wobei die Kommune nicht selbst der Bauherr ist, sondern die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Lausitz. Die Stadt ist aber mit einem Zuschuss von 1,8 Millionen Euro beteiligt. Insgesamt werden fast vier Millionen Euro veranschlagt.

Vorbereitung für den Sporthallen-Bau läuft

Wegen der beiden Großvorhaben hatte sich die Stadt mit der Etatplanung für 2020 bis ins neue Jahr hinein Zeit gelassen, um zunächst die Gewerbesteuereinnahmen besser einschätzen zu können, erklärt der Bürgermeister. Doch dann kamen Corona, die Rechtsaufsichtsbehörde und die Sächsische Aufbaubank. Die Rechtsaufsicht fürchtete finanzielle Risiken, und die Bank stellte klar, dass in diesem Jahr keine Fördermittel für den Bau der neuen Sporthalle zu erwarten seien.

Corona verzögerte dann eine Entscheidung. Die ist nun gefallen: Der Sporthallenbau wird auf  2021 verschoben. So wurde der Etat jetzt vom Stadtrat beschlossen. Es sei letztlich sogar günstiger für die Stadt, schätzt der Bürgermeister ein. So hofft Großröhrsdorf auf ein Rettungspaket für Kommunen angesichts der zu erwartenden Einnahmeverluste infolge der wirtschaftlichen Talfahrt durch das Virus. Damit könnte die Stadt eventuell auf mehr Geld vom Staat hoffen und müsste selbst weniger aus der eigenen Kasse für den Sporthallenbau zuschießen. Zumal die Stadt für ihren Eigenanteil einen Kredit aufnehmen will. 

Die Zwei-Felder-Halle soll neben dem Stadion entstehen und 3,8 Millionen Euro kosten. Eine solche Investition steht schon lange zur Debatte, angesichts der guten Entwicklung der Schulstandorte und der Sportvereine, die über knappe Trainingszeiten klagen. Sie müssen sich nun etwas länger gedulden. Die Planung wolle die Stadt allerdings soweit vorantreiben, dass es 2021 wirklich losgehen kann.

Aber auch ohne Hallenprojekt muss die Stadt genau schauen, was sie sich wirklich leisten kann. Denn bei den Gewerbesteuereinnahmen klafft derzeit eine Lücke von 1,7 Millionen Euro, so Schneider. Viele Unternehmen hätten die Möglichkeit genutzt und ihre Steuervorauszahlung wegen der Krise auf Null gesetzt. Fast täglich kämen solche Nachrichten herein. Wie schlimm es wird, lasse sich aber derzeit überhaupt noch nicht prognostizieren, frühestens im letzten Quartal. Die Stadt hofft, dass die Firmen ihre Vorauszahlungen wieder nach oben anpassen, wenn es für sie wirtschaftlich doch nicht so schlecht läuft. 

Finanzielle Lage bleibt unsicher

Letztlich werde man aber erst Ende des kommenden Jahres wirklich wissen, wie sich die Corona-Folgen niederschlagen. So bleibt der Rathauschef zuversichtlich, weil das Branchenspektrum in den Gewerbegebieten der Stadt von Handel bis Hightech sehr breit sei. Er erwarte daher keinen generellen Einbruch. Deshalb seien finanzielle Ausfälle wegen der Krise auch noch nicht in dem Sinne eingepreist worden. Etwas vorsichtiger als im Vorjahr fällt die Einnahme-Prognose bei der Gewerbesteuer als eine der Hauptquellen im Etat dennoch aus. Geplant wird mit 5,5 Millionen Euro gegenüber knapp 5,9 Millionen Euro 2019. Stefan Schneider ist sich aber sicher, dass die Stadt handlungsfähig bleibt.

Das neue Bummiland müsse in jedem Fall kommen und im Zweifelsfall anderes warten. Die Liste der weiteren kleineren Investitionen ist lang. Dazu gehören das marode Wehr am Buschmühlenteich, das Kriegerdenkmal in Bretnig, baufällige Brücken, Ausrüstung für die Feuerwehren und ein Anbau ans Depot in Bretnig. Für die Technischen Dienste soll ein Kleintransporter angeschafft werden. All das bleibe derzeit noch wie geplant. 

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