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Großschweidnitz' Akkordeon-Wunderkind

Gustav Zahn ist einer der erfolgreichsten Musikschüler im Kreis. Jetzt sagt er mit einem großen Konzert Tschüss - und wechselt in ein völlig anderes Metier.

Von Anja Beutler
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Gustav Zahn ist nicht nur rund um Löbau mit seinem Akkordeon bekannt - für die Kreismusikschule hat er viele Jahre Preise bei Wettbewerben gewonnen.
Gustav Zahn ist nicht nur rund um Löbau mit seinem Akkordeon bekannt - für die Kreismusikschule hat er viele Jahre Preise bei Wettbewerben gewonnen. © Thomas Zahn

Im Sport würde man wohl sagen, Gustav Zahn ist ein Medaillen-Garant. Immer, wenn es in den vergangenen Jahren um Preise und vordere Plätze bei Musikwettbewerben ging, war mit dem Großschweidnitzer zu rechnen. Der heute 17-Jährige hat mit seinem Akkordeon aber nicht nur bei "Jugend musiziert" & Co. die Jury begeistert, sondern auch bei Auftritten und Konzerten überall im Landkreis immer wieder sein Publikum fasziniert. An diesem Freitag nun setzt er einen Schlussakkord unter seine Musikschulzeit - mit einem großen, öffentlichen Konzert ab 18 Uhr in der Aula der Kreismusikschule in Löbau.

Seine Musiklehrerin Angela Schnitzler, die ihn seit seinem fünften Lebensjahr unterrichtet, freut sich, dass er den Ehrgeiz hat, den Oberstufenabschluss - den höchsten Abschluss, den man als Musikschüler erreichen kann - abzulegen. "Das machen nicht viele", betont sie. Und was folgt nun? Ein Musikstudium? "Nein, ich werde Sport studieren", sagt Gustav Zahn rundheraus und mit einem Lachen auf Nachfrage. Das ist durchaus kein Wunder, denn Sport - vor allem Tischtennis und Volleyball - ist seine zweite große Leidenschaft. "Im Mai sind die Aufnahmeprüfungen in Leipzig", erklärt er seinen Plan. Bis dahin muss er seinen ganzen Körper in Bestform bringen, um aufgenommen zu werden.

Familie ist sehr musikalisch

Zurzeit aber trainiert der Abiturient vor allem seine Finger auf dem Akkordeon, denn bei dem großen Konzert wird er Klassisches und Modernes allein, mit dem Quartett und mit seiner Schwester Lene im Duett spielen. Das Akkordeon war irgendwie seine Bestimmung, seit er als Vierjähriger bei seiner Uroma im Kittlitzer Ortsteil Krappe eine alte Ziehharmonika in die Hände bekam. Von seinem Talent, seinem Ehrgeiz und davon, dass er immer weiß, was er will, ist Lehrerin Angela Schnitzler noch immer begeistert. Dass seine ganze Familie sehr musikalisch ist und für die Musik einiges auf sich nimmt, hat mit seinem Erfolg viel zu tun, davon ist Lehrerin Schnitzler überzeugt. "Ich habe das über die Jahre verfolgt, wie er enorme Leistungen auf die Bühne gebracht hat", sagt auch sein Vater Thomas Zahn mit großem Respekt und Stolz, "und ich weiß ja, was zuvor in der Wohnstube stattgefunden hat."

Für Gustav Zahn gehört das Akkordeon zum Alltag. Wie das künftig, nach seinem Abitur am Löbauer Scholl-Gymnasium und nach dem Schuljahresende im Sommer an der Musikschule, aussehen wird, weiß er noch nicht recht. "Ich hoffe, dass ich beim Studium die Möglichkeit und vielleicht auch andere Musiker finde, mit denen ich dann gemeinsam spielen kann", sagt er.

  • Das öffentliche Absolventenkonzert beginnt an diesem Freitag um 18 Uhr in der Aula der Kreismusikschule in Löbau. Der Eintritt ist frei.

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