merken
PLUS Löbau

Große Kuhstall-Demo bleibt ganz klein

Eine Herwigsdorfer Bürgerinitiative und "Fridays for future" laden zum Aufmarsch gegen Agrofarm. Doch es kommen mehr Befürworter als Gegner des Stalls.

Der Demozug gegen den neuen Kuhstall der Agrofarm in Herwigsdorf hatte nicht einmal 100 Teilnehmer
Der Demozug gegen den neuen Kuhstall der Agrofarm in Herwigsdorf hatte nicht einmal 100 Teilnehmer © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Ein Dorf ist gespalten - und das alles wegen eines Kuhstalls. Mit einem Demonstrationszug und einer Menschenkette boten die Gegner und Befürworter des geplanten Goßstalls der Agrofarm in Herwigsdorf ihre Bataillone auf. Das Kräfteverhältnis ist damit geklärt - die Streitfrage nicht.

Gegen Massentierhaltung und für Nachhaltigkeit hatte die "Bürgerinitiative Lebenswertes Rosenbach" am Freitagnachmittag zu einer Demonstration gegen den Stall aufgerufen. Nach Angaben des Polizeiführers Polizeidirektor Carsten Weber waren rund 150 Teilnehmer für den Aufzug angemeldet - es kamen nicht einmal 100.

Elbgalerie Riesa
Gesicherte Nahversorgung in der Elbgalerie
Gesicherte Nahversorgung in der Elbgalerie

Die Apotheke, Drogerie und der Lebensmittelhandel haben in der Elbgalerie weiterhin für Sie geöffnet und freuen sich auf Ihren Besuch.

Möglicherweise auch, weil die erwartete mächtige Unterstützung der Umweltaktivisten "Fridays for future" (FFF) aus Zittau augeblieben war. Um nach der Anreise per Zug umweltfreundlich von Löbau nach Herwigsdorf zu gelangen, hatte FFF sogar Transporter organisiert, die ihnen Fahrräder zum Bahnhof nach Löbau brachten. Doch die weitaus meisten Fahrräder blieben auf dem Hänger. Gerade mal fünf junge FFF-Aktivisten radelten am Bahnhof los.

Im Demonstrations-Zug liefen viele junge Menschen mit..
Im Demonstrations-Zug liefen viele junge Menschen mit.. © Rafael Sampedro
Die Aktivisten von "Friday for future" kamen mit dem Fahrrad - aber nur eine Handvoll.
Die Aktivisten von "Friday for future" kamen mit dem Fahrrad - aber nur eine Handvoll. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Als noch die Blasmusik für die Kühe spielte

Mindestens 200 Herwigsdorfer hingegen säumten als Menschenkette den gut ein Kilometer langen Zugweg der Demonstration von der Gemeindeverwaltung zur Agrofarm. Dieses Bekenntnis zum Bau des Kuhstalls hatten "Vereinsmitglieder und Besorgte Bürger Rosenbachs" angemeldet. Diese Menschen wollen Agrofarm als bedeutendsten Arbeitgeber und Steuerzahler des Ortes unterstützen.

Viele verstehen den Protest gegen den für bis zu 1.000 Kühe geplanten Stall nicht. "In dem modernen Stall geht es den Tieren doch viel besser", sagt etwa Ursula Weber, die sich aus ihrer Zeit als Viehzucht-Brigadier und späterer Agrofarm-Vorstand noch an bis zu 1.400 Tiere in Herwigsdorf erinnern kann. Und Siegfried Mühle, bis 1989 letzter LPG-Leiter in Herwigsdorf erinnert sich, dass es in Herwigsdorf schon mehr Zustimmung für die Landwirtschaft gab: "Am 11. 11. 1975 haben wir den jetzigen Stall eröffnet. Da kam sogar eine Blaskapelle."

Gut 200 Herwigsdorfer bildeten eine Menschenkette für den Bau des Kuhstalls.
Gut 200 Herwigsdorfer bildeten eine Menschenkette für den Bau des Kuhstalls. © Rafael Sampedro
Die Befürworter des Kuhstalls wiesen auf die wirtschaftliche Bedeutung der Agrofarm für Herwigsdorf hin.
Die Befürworter des Kuhstalls wiesen auf die wirtschaftliche Bedeutung der Agrofarm für Herwigsdorf hin. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Mehr Nachrichten aus Löbau und dem Umland lesen Sie hier

Mehr Nachrichten aus Zittau und dem Umland lesen Sie hier

Mehr zum Thema Löbau