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Hochhaus erhält ein neues Gesicht

Die WGR investiert allein an der Chemnitzer Straße fünf Millionen Euro – eine Million mehr, als geplant.

Das Hochhaus Chemnitzer Straße 2 wird ab Mitte April saniert. Bis Mai 2020 sollen die 80 Wohnungen behindertenfreundlich umgebaut sein. Außerdem zieht ein Pflegeunternehmen ein – und der Brandschutz wird auf aktuellen Stand gebracht.
Das Hochhaus Chemnitzer Straße 2 wird ab Mitte April saniert. Bis Mai 2020 sollen die 80 Wohnungen behindertenfreundlich umgebaut sein. Außerdem zieht ein Pflegeunternehmen ein – und der Brandschutz wird auf aktuellen Stand gebracht. © Taupitz Architekten + Ingeneure

Riesa. In anderthalb Wochen geht es los: Die Sanierung und der Umbau des Hochhauses Chemnitzer Straße 2 ist das umfangreichste Bauprojekt, das Riesas größter Vermieter WGR dieses Jahr im Programm hat. Im Erdgeschoss wird ab Mitte April die halbe Etage für ein betreutes Wohnen ausgebaut, wo sich das Riesaer Pflegeunternehmen PBZ einmieten wird. Dies wird dann den 80 Mietern ein Angebot für die Betreuung machen.

Mit breiteren Türen sollen die Wohnungen rollstuhlfreundlich werden. Einen großen Posten bei der Investition macht das Thema Brandschutz aus: In Dresden hatte zuletzt ein Hochhaus ähnlichen Typs aus Brandschutzgründen geräumt werden müssen. In Riesa habe man allerdings auch zuletzt schon in den Brandschutz investiert, so WGR-Geschäftsführer Roland Ledwa. 

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Gebaut wird an der Chemnitzer Straße ein Jahr lang. Weil die Ausschreibungen teurere Angebote einbrachten als gedacht, erhöhen sich die Baukosten auf fünf Millionen Euro. Noch im Februar war man von vier Millionen ausgegangen.

Das sind weitere Schwerpunkte im WGR-Programm

Wie berichtet, erhält der Block Bahnhofstraße 12-34 im Vorfeld des Tags der Sachsen eine markante, rot-gelb gemusterte Fassade. Diese Woche wurde der erste Abschnitt eingerüstet, im Mai beginnt die Farbgestaltung. Die Fenster werden ebenfalls gewartet. 

Insgesamt kostet das rund 350.000 Euro. Weniger prägnant im Stadtbild sichtbar wird eine Investition von 270.000 Euro in der Kastanienstraße, nahe der Hauptfeuerwache. Dort richtet die WGR mit Fördergeld vom Freistaat eine komplette Etage einer Industriebrache mit mehreren Hundert Quadratmetern für das Tanzstudio Live vor.

In Weida will die WGR das Umfeld von Plattenbauten deutlich attraktiver gestalten und gibt an der Glauchauer Straße 350.000 Euro für neue Stellplätze, Spielplätze, Wege, Grünflächen und Sitzgelegenheiten aus. 

Nicht zuletzt steht dieses Jahr auch noch das Haus Kaffee Starke am Rathausplatz auf dem Programm: Das soll ab November saniert werden. Für den Tag der Sachsen allerdings wird das Haus schon eingerüstet und optisch ansprechend verhüllt. Das Gerüst wird dann für die Bauarbeiten gleich weiter genutzt.

So sieht das Hochhaus an der Chemnitzer Straße heute aus. 
So sieht das Hochhaus an der Chemnitzer Straße heute aus.  ©  Sebastian Schultz

So entwickelt sich das Unternehmen wirtschaftlich

Der Umsatz der WGR lag 2018 bei 22,5 Millionen Euro, ähnlich wie in den Vorjahren. Beim Gewinn dagegen gleicht die Kurve einem Auf-und-ab-Zickzack: Auf ein Plus von anderthalb Millionen 2015 folgten zwei Jahre mit Verlusten und 2018 erneut ein Gewinn von einer Million Euro. 

„Das hängt immer vor allem davon ab, wie viel wir investieren“, sagt Geschäftsführer Roland Ledwa. 2018 machten sich auch noch die geringen Heizkosten wegen des milden Winters in der Kasse bemerkbar. 2019 dagegen plane man wieder mit einem Verlust von zwei Millionen Euro.

Die WGR-Tochtergesellschaften würden sich stabil entwickeln – das gelte für die Wohnungsgesellschaft Nünchritz ebenso wie für die Telekabel Riesa, für das Unternehmen RDL wie für die Gesellschaft AGV. Allein diese beiden Firmen beschäftigen je rund 100 Leute, die etwa für Hauswirtschaftsdienste, Grünflächen- oder Bauhoftätigkeiten zuständig sind. 

Bei der AGV wirkte sich der milde Winter übrigens nachteilhaft auf den Gewinn aus: So fielen Einsätze im städtischen Winterdienst weg, die durch Baum- und Strauchpflegearbeiten im Vorfeld des Tags der Sachsen nur teilweise ersetzt werden konnten.

Fast neun Millionen Euro investiert

2018 hat die WGR gut fünfeinhalb Millionen Euro für die Instandhaltung ausgegeben und gut drei Millionen Euro für Investitionen – ähnlich wie in den Vorjahren. So habe man keinen Investitionsrückstau in den Gebäuden, sagt Ledwa. Allein für Fassadensanierungen kämen schnell sechsstellige Beträge zusammen. „Wenn man an einem Hochhaus die Fassade streicht, kostet das 400.000 Euro“, so der Geschäftsführer. 

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Die ersten Häuser habe man 1994/95 gemacht – was man ihnen 20 Jahre später ansehe. Aufgrund der Auftragslage der Bauunternehmen zögen die Preise für Investitionen deutlich an. Tatsächlich rede man nicht von einer nachvollziehbaren Steigerung von fünf oder zehn Prozent. Teilweise seien Angebote doppelt so teuer wie eingeplant – das hätte es früher nicht gegeben.

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