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Hund in der prallen Sonne angebunden

Hitzetod: Was in Großenhain noch einmal gut ausgegangen ist, könnte in diesen heißen Tagen vielen Tieren das Leben kosten.

Nicht nur Menschen leiden unter starker Hitze: Auch Haustiere reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen.
Nicht nur Menschen leiden unter starker Hitze: Auch Haustiere reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen. © Archivfoto: Steffen Unger

Großenhain. Im Moment klingelt der Wecker um fünf. Dann macht sich Mareike Schöne* auf den Weg, damit sowohl sie als auch ihr vierbeiniger Begleiter etwas davon haben, was sonst traditionell ein paar Stunden später stattfindet. "Angesichts der nahezu tropischen Temperaturen ist es für Hunde besser, sie nicht unnötig der Hitze auszusetzen! Auch wenn es manchmal angesichts der Arbeit schwerfällt, gehen wir lieber früh mit unserem Schützling raus", verrät die 32-Jährige.

Seit frühester Kindheit lebt die Großenhainerin mit Hunden zusammen, engagiert sich im Tierschutz und weiß daher, dass nicht nur Menschen unter den momentan sehr hohen Temperaturen leiden. Ganz im Gegenteil!

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 Um so schlimmer für Mareike Schöne, als sie dieser Tage nun mit eigenen Augen erleben musste, dass der tierische Gefährte offenbar nicht von jedermann so behandelt wird, wie es eigentlich notwendig wäre.

 "Ich hatte mich zur Mittagszeit entschlossen, noch etwas einkaufen zu gehen. Zu diesem Zeitpunkt prasselte die Sonne geradezu vom wolkenlosen Himmel, und deshalb konnte ich gar nicht glauben, als vor dem Supermarkt tatsächlich ein Hund hockte", erzählt die Röderstädterin.

Angebunden an einen Pfahl, habe das mittelgroße Tier bereits mächtig nach Luft gehechelt. Und damit nicht genug. Als Mareike Schöne gut 40 Minuten später mit voll gepacktem Einkaufswagen aus der Tür des Marktes lief, habe die Fellnase noch immer auf sein Herrchen gewartet. 

Mittlerweile sehr ermattet und angesichts von 32 Grad auch durstig.  "Ich hatte Wasserflaschen im Korb und habe ihm dann sofort erstmal etwas zu trinken gegeben, was er auch sofort vertilgt hat", erinnert sich die beherzte junge Frau. 

Während der Hund sich von der unerwarteten Hilfe begeistert zeigte, sei sein plötzlich erschienener Besitzer indes weniger amüsiert gewesen. Mit Unverständnis habe er auf den freundlich vorgetragenen Hinweis reagiert, sein Vierbeiner könne angesichts der stickigen Luft und der starken Sonneneinstrahlung einen nachhaltigen gesundheitlichen Schaden erleiden.

Dabei sei es in keinster Weise darum gegangen, den Tierhalter zu kritisieren. "Mich hat lediglich die Sorge um den Hund angetrieben, und ich kann immer noch nicht verstehen, wer seinen Fellkumpel in brütender Hitze so lange warten lässt", bekennt Mareike Schöne. 

Wie die zweifache Mutter betont, habe man als Besitzer eines Tieres aber schließlich die gleiche Verantwortung für das Wohlergehen seines Schützlings zu tragen, wie für Kinder oder andere nahestehende, hilfebedürftige Menschen. Deshalb ginge es nun auch nicht darum, in der Öffentlichkeit noch einmal kritisch nachzutreten, sondern vielmehr zum Nachdenken anzuregen. 

Immerhin: Auch in der kommenden Woche sagt der Wetterbericht Temperaturen um die 30 Grad Celsius und mehr voraus. Dann benötigten beispielsweise Vögel oder Igel nicht nur dringend Wasserstellen im Garten. Auch Katzen und eben Hunde müssten unbedingt vor der ständigen direkten Sonneneinstrahlung geschützt werden. 

Wer seinem Liebling einen Gefallen tun wolle, solle jedoch niemals ein nasses, gar eisgekühltes Tuch auf sein Fell legen. "Darunter staut sich nur die Hitze und dem Tier droht im schlimmsten Fall ein Kollaps", gibt Mareike Schöne zu bedenken. 

Dass sie selbst mit ihrem eigenen Hund in den frühen Morgenstunden Gassi gehe, käme freilich nicht von ungefähr. Wie Brennglas wirke der heiße städtische Asphalt auf den Pfoten der Tiere und könne zu schmerzhaften Wunden führen. 

Wer sich unsicher sei, bräuchte nur einmal seinen eigenen Handrücken auf den Boden legen  und könne selbst spüren, welcher Temperatur sein bellender Gefährte im Fall der Fälle ausgesetzt wäre.

 Denn so schön die hochsommerliche Atmosphäre auch sei. Gerade jetzt sollten Halter ihre Hunde oder Katzen besonders im Blick behalten - und damit sei eben keinesfalls der aus dem Supermarkt hinaus zum Laternenpfahl gemeint. 

(*Name von der Redaktion geändert)

Wie Haustiere vor Hitze geschützt werden können, erfahren Interessierte hier

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