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Daniel Hope und das Lächeln unter dem Mundschutz

In der Frauenkirche lud Violinist Daniel Hope zum ersten Konzert seit der Corona-Krise. Ein intimes Erlebnis gemeinsam mit dem Vokalensemble amarcord.

„Endlich wieder in der Frauenkirche“, so Daniel Hope am Sonnabend. Das Konzert ist in der Arte-Mediathek zu erleben.
„Endlich wieder in der Frauenkirche“, so Daniel Hope am Sonnabend. Das Konzert ist in der Arte-Mediathek zu erleben. © Daniel Waldhecker/ARTE G.E.I.E./obs

Den Wortbruch nahm ihm keiner übel. Entgegen der Ankündigung bei seinem Konzert am Sonnabend in der Dresdner Frauenkirche, nicht singen zu wollen, weil er ja fünf Spitzensänger mit der Violine nur begleiten wollte, stimmte Daniel Hope dann doch ein. Beim Schlusslied „Let’s Do It“ ließ der Geiger am Ende sein Instrument ruhen und sang verhalten „Let’s Do It“ mit. 

So zauberte der charmante Künstler nicht nur den fünf vom Vokalensemble amarcord ein Lächeln ins Gesicht. Auch die gut 150 Besucher – mehr durften wegen der Abstandsregeln nicht rein – dürften gelächelt haben. Sehen konnte man es maximal an den Lachfalten um die Augen, denn alle Besucher trugen pflichtgemäß Mund-Nasen-Schutz. Ihr starker Applaus, als wären Hunderte da, zeugte aber vom Vergnügen, das sie hatten.

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Knapp 60 Minuten hatten Hope und das Spitzenensemble einige der schönsten Vokalweisen und Chöre der geistlichen wie der Liebesliteratur interpretiert. Informative kurze Moderationen führten durchs Programm. Das faszinierte von Anbeginn, als der Tenor Wolfram Lattke das englische „Time stands still“ von 1603 im Altarraum gen Decke schickte. 

Die Frauenkirche wird im Konzertleben oftmals für Sinfonisches genutzt. Am Sonnabend, ob bei Schütz, Bach, Schumann oder Schubert, wurde klar, wofür dieser Raum einst gedacht war: Musik sollte als Lobpreisung gen Himmel aufsteigen – das tat sie nun eindrücklich.

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Zwei Konzerte musizierte der Chef mit amarcord. Das erste zeichnete Arte mit. Es ist jetzt gut 90 Tage in der Arte-Mediathek zu erleben. Wer nicht einschaltet, verpasst viel!

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