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In Pulsnitz wird die Kita teurer

In Kamenz steigt die Gebühr ebenfalls. Für Großröhrsdorfer Eltern gibt es eine bessere Nachricht: Ihr Beitrag bleibt stabil.

Von Reiner Hanke
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© dpa

Kitabeiträge kennen seit Jahren meist nur eine Richtung, sie steigen. Für Eltern steht deshalb jeden Herbst die bange Frage, ob ihnen wieder ein Stück tiefer ins Portemonnaie gegriffen wird. So gab es in Großröhrsdorf über Jahre einen gewissen Automatismus, steigende Kosten auch anteilig auf den Monatsbeitrag der Eltern umzulegen. Mal im einstelligen Bereich, mal auch mehr. Per Ratsbeschluss sind die Elternbeiträge durch feste Prozentsätze an die Entwicklung der Betriebskosten in den Kindertagesstätten jährlich anzupassen.

Auch für das Jahr 2020 ist hier mit wachsenden Betriebskosten durch eine bessere Qualität der Betreuung und steigende Personalkosten zu rechnen.

Der reguläre Elternbeitrag beträgt in der Krippe 22%, im Kindergarten und im Hort 30% der Betriebskosten. Demnach würde sich der Elternbeitrag zu den Betriebskosten für ein Krippenkind mit 9 Stunden täglicher Betreuungszeit pro Monat um über 40 Euro von 208,51 auf 251,77 Euro im Jahr 2020 erhöhen. Beim Kitaplatz (9 Stunden) wären 13,91 Euro mehr und damit 152,28 Euro fällig. Der Hortbeitrag (6 Stunden) würde 5,47 Euro teurer. In den zurückliegenden Jahren sorgte die wachsende Belastung der Eltern immer wieder für Diskussionen im Rat. Es gab auch Kritik am Freistaat, der sich ungenügend an den steigenden Kosten beteilige, um den Preisanstieg für die Eltern abzufedern.

Freistaat hat Zuschüsse angehoben

Das Land hat inzwischen reagiert und die Zuschüsse angehoben. So war es bereits für 2019 möglich, die Beiträge stabil zu halten. Mit der vollen Anrechnung der Landeszuschüsse, die in diesem Sommer erhöht wurden, kann die Stadt Großröhrsdorf nun auch die Kostensteigerungen für 2020 zu einem großen Teil ausgleichen. Um die Familien in Großröhrsdorf finanziell zu entlasten, schlug die Stadtverwaltung Großröhrsdorf vor, die aktuellen Elternbeiträge beizubehalten. Dem Vorschlag folgte der Stadtrat mehrheitlich und sprach sich gegen eine Erhöhung der Elternbeiträge aus.

Eine gute Nachricht für Großröhrsdorfer Eltern. Für die Eltern in Nachbarstädten sieht es nicht ganz so positiv aus. Wobei sich ein differenziertes Bild ergibt. Beim Hort und der Kita in Pulsnitz sind die Veränderungen gering oder es gibt gar keine. So müssen Eltern für die neunstündige Kitabetreuung nur einen Euro drauflegen, um ein Beispiel zu nennen. Spürbar fällt der Aufschlag im Krippenbereich aus. Dort sind es für die Familien 21 Euro (9 Stunden) auf 238 Euro. Bereits im Vorjahr mussten die Eltern einen Anstieg verkraften. Da waren es bereits 18 Euro für die Krippe und 10 für den Kindergarten pro Monat mehr (je 9 Stunden). Der Neun-Stunden-Kitaplatz kostet ab 2020 genau 130 monatlich für die Familie. Damit liegt Pulsnitz sogar unter der Gebühr der Nachbarstadt mit 138 Euro.

Die Kosten seien insbesondere durch den Mehrbedarf an Personal und durch Tarifabschlüsse gestiegen. Großröhrsdorf sei in einer deutlich besseren finanziellen Situation, schätzt die Pulsnitzer Rathausspitze ein. So nehme die Rödertalstadt deutlich mehr als das Doppelte an Gewerbesteuer ein. Pulsnitz könne sich solche Zugeständnisse derzeit nicht leisten. Für die Rathaussanierung habe die Stadt zusätzliche Hilfe vom Freistaat in Anspruch nehmen müssen, weil das Eigenkapital nicht reicht. In einer solchen Situation seien Geldgeschenke abwegig. Wenn sich eine Stadt das leisten könne, sei es natürlich in Ordnung. Außerdem liege „Pulsnitz mit den Gebühren im Städtevergleich längst nicht im oberen Bereich“, so Bürgermeisterin Barbara Lüke.

Auch in Kamenz fallen die höheren Kosten von Strom bis Lohn ins Gewicht. Kamenz hat allerdings beschlossen, eine Kostenbremse einzuschieben. Mehr als zehn Prozent dürfen es nicht sein. Beispiel Krippenelternbeitrag: Der steigt 2020 von 199 auf 219 Euro. Ohne die Bremse wären es noch fast 6 Euro mehr. Stadtsprecher Thomas Käppler räumt ein, dass die Kostensteigerungen in der Lohnentwicklung eine Hauptursache haben. Die sei aber auch berechtigt, stellt er klar, „denn wir wollen gutausgebildete und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Käppler.

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