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Weißwasser

In Schleife wird am Abwassernetz gebaut

Grundstücke in Rohne hat der Gemeinderat jetzt vom Anschlusszwang ans Abwassernetz befreit – um Fristen für Fördergeld zu wahren.

Die Verlegung der 700 Meter Abwasserleitung in einem weiteren Teil der Friedensstraße in Schleife steht kurz vor ihrem Abschluss. Eric Ballack von der Strabag AG verdichtet das letzte Stück Rohrleitung. Bald kann der Abschnitt gleich neben der Kirche wied
Die Verlegung der 700 Meter Abwasserleitung in einem weiteren Teil der Friedensstraße in Schleife steht kurz vor ihrem Abschluss. Eric Ballack von der Strabag AG verdichtet das letzte Stück Rohrleitung. Bald kann der Abschnitt gleich neben der Kirche wied © Joachim Rehle

In Schleife wird auch weiterhin fürs Abwasser gebaut. Darüber informierte Bauamtsleiter Steffen Seidlich am Dienstagabend im Gemeinderat. Zurzeit laufen die Arbeiten an der Friedensstraße im Bereich Dorfanger und neben der evangelischen Kirche. Sie werden voraussichtlich bis 20. Mai abgeschlossen sein. Noch im Mai sollen die Bauarbeiten zum Anschluss der Grundstücke der Straße „Am Großteich“ an die zentrale Kanalisation beginnen. Die Stadtwerke Weißwasser bauen zunächst die aus Asbestzement bestehende alte Trinkwasserleitung aus. In die Baugrube wird dann zuerst die Abwasserleitung und darüber eine neue Trinkwasserleitung verlegt. Für diese Zeit erfolgt die Versorgung mit Trinkwasser über eine Interimslösung.

Wohl erst im Juni asphaltiert wird das letzte Stück der Friedensstraße von der Ecke Lindenweg bis zur Ecke Werksweg. Die dafür erforderliche Vollsperrung sei vom Landkreis nicht eher genehmigt worden – aus Rücksicht auf die derzeitige Sperrung der Spreestraße und die damit verbundene großräumige Umleitung.

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Mit einer Enthaltung beschloss der Gemeinderat Schleife die vierte Anpassung des Abwasserbeseitigungskonzepts. Aus wirtschaftlichen oder technischen Gründen können Grundstücke vom Anschluss-zwang an die zentrale Kanalisation befreit werden. Das Abwasser dort ist dezentral über biologische Kleinkläranlagen oder über abflusslose Sammelgruben nach dem aktuellen Stand der Technik zu entsorgen. Vorhandene mechanische Kleinkläranlagen müssen bis spätestens 31. Dezember 2020 umgerüstet sein.

Zu lange Leitungen nicht sinnvoll

Fördermittel dafür gab es eigentlich nur bis Ende des Jahres 2015. Bergbaubedingt war die Frist für Schleife Süd, den Ortsteil Rohne sowie den Trebendorfer Ortsteil Klein Trebendorf zweimal verlängert worden. Denn für die Ortschaften stand erst nach Verkündung des geänderten Revierkonzepts der Lausitz Energie Bergbau AG (Leag) im März 2017 fest, dass sie nicht dem Tagebau weichen müssen. Erst danach konnten die Investitionen in der Infrastruktur überhaupt angegangen werden, was zumeist eine aufwendige Planung erfordert. Weil diese für Rohne noch nicht fertig ist, wurden nach Aussage von Bauamtsleiter Steffen Seidlich jetzt die Grundstücke in Schleife Süd, Klein Trebendorf und Rohne nochmals betrachtet. „Denn wenn wir erst 2022 entscheiden, dann hätten die Bürger keine Chance mehr, die 1.500 Euro Förderung zu bekommen“, begründete er.

Deshalb habe man jetzt „nach bestem Wissen und Gewissen“ die Grundstücke festgelegt, wo der Anschluss technisch schwierig sei – etwa wegen eines zu großen Gefälles oder aber wirtschaftlich nicht vertretbar, weil es an der Stelle nur wenige Grundstücke gibt oder sich die Häuser in der zweiten Reihe befinden und damit eine sehr lange Leitung erforderlich wäre. Das betrifft zwei Grundstücke in Schleife sowie 17 Grundstücke in Rohne. Auch das Stellwerksgebäude der Deutschen Bahn am Werksweg in Schleife wird vom Anschlusszwang ausgenommen. Nach Informationen der Deutschen Bahn würden sich dort nur noch sehr selten Mitarbeiter aufhalten und damit nur ganz geringe Abwassermengen anfallen.

Auf Nachfrage von Max Lewa (WV SV Lok Schleife) benannte Steffen Seidlich als Kriterium für die Wirtschaftlichkeit den Kostenfaktor von 5.000 Euro allein für den Tiefbau. „Alles, was darüber liegt, ist für den Anschluss eines einzelnen Grundstücks an das zentrale Netz unwirtschaftlich“, erklärte er. Mit 70 Prozent der Betroffenen habe er bereits gesprochen, die anderen Bürger werden angeschrieben. Die Gemeinde Schleife hat die Grundstücke an die Sächsische Aufbaubank zu melden. Für den Erhalt des Fördergelds müssen Kleinkläranlagen bis Jahresende 2020 vollbiologisch umgerüstet und außerdem die Baumaßnahmen abgerechnet sein.

Debatte um Regionalplan vertagt

Nachdem wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen die Sitzung des Gemeinderates im April ausgefallen war, fand sie am Dienstag in ungewohnter Form im Saal des Sorbischen Kulturzentrums statt. Stühle für Räte und Besucher waren im geforderten Abstand aufgestellt. Bürgermeister Reinhard Bork (parteilos) dankte den Bürgern der Gemeinde für Einsicht und Verständnis betreffs der Corona-bedingten Einschränkungen der vergangenen Wochen. Das habe zu einer Stabilisierung der Situation beigetragen. „Es gab aber auch Kritik an den Maßnahmen. Doch wer hat in dieser extremen Ausnahmesituation schon eine fertige Lösung parat“, sagte er.

Die für Dienstag anberaumten Beschlüsse über die Stellungnahmen der Gemeinde Schleife zur Fortschreibung des Regionalplans und zum Sanierungsrahmenplan für den stillgelegten Tagebau Trebendorfer Felder wurden abgesetzt. Das Beteiligungsverfahren sei mit Wirkung vom 23. April wegen der Corona-Beschränkungen auf unbestimmte Zeit verschoben worden, so der Bürgermeister. Wie der Gemeinderat hatten sich auch die Ortschaftsräte von Schleife, Rohne und Mulkwitz in den vergangenen Wochen nicht treffen können. Reinhard Bork erneuerte seine Bitte an alle Räte um Zuarbeiten.Wie der Bürgermeister sagte, können in der Gemeinde Schleife die Spielplätze wieder genutzt werden. „Die Eltern sind dafür verantwortlich, dass die Abstandsregelungen eingehalten werden“, betonte er.

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