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ID.4: In Zwickau rollt Elektro-SUV von VW vom Band

Volkswagen startet die Serienproduktion des zweiten ID-Modells. Er soll ohne C02-Rucksack zu den Kunden kommen.

Ein VW ID.4 steht im Juli bei der Fahrzeugpräsentation von Volkswagen auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche. Der VW ID.4 ist der erste rein elektrisch angetriebene SUV von Volkswagen und wird in Zwickau gebaut.
Ein VW ID.4 steht im Juli bei der Fahrzeugpräsentation von Volkswagen auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche. Der VW ID.4 ist der erste rein elektrisch angetriebene SUV von Volkswagen und wird in Zwickau gebaut. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

Zwickau/Wolfsburg. Noch kann das erste reine Elektro-SUV der Marke Volkswagen nicht gezeigt werden. Denn der ID.4 feiert erst Ende September seine Weltpremiere. Doch der Startschuss zur Serienproduktion in Zwickau ist längst gefallen – nur im kleinen Kreis von VW-Managern und Mitarbeitern, ohne großen Medienrummel. Aufgrund der Covid 19-Pandemie verzichtete VW darauf, Journalisten und Politiker einzuladen.

„Mit dem ID.4 erweitert Volkswagen sein Angebot um ein vollelektrisches Fahrzeug im weltweit größten Wachstumssegment, der Klasse der kompakten SUV“, ließ Ralf Brandstätter, Vorstandschef der Marke Volkswagen, am Donnerstag mitteilen. Das Auto, das bei voller Batterie ohne Aufladen laut VW über 500 Kilometer weit kommen soll, wird zukünftig in Europa, in China und später auch in den USA gebaut und verkauft werden. Es basiert wie der ID.3 auf dem Modularen Elektro-Baukasten. 

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Die Plattform soll einheitliche Technik für verschiedene Modelle liefern und durch die Verwendung gleicher Teile in großen Produktionsmengen Kosten sparen.„So schaffen wir die wirtschaftliche Basis für den Erfolg unserer ID. Familie“, betont Brandstätter. Der Erfolg ist schneller notwendig als vielleicht ursprünglich geplant. 

Noch verdient Volkswagen sein Geld vor allem mit dem Verkauf von Verbrennerfahrzeugen. Doch der weltweite Autoabsatz sinkt als Folge der Corona-Pandemie. Und der Golf ist nicht mehr das am meisten verkaufte Auto in Europa, wie die Neuzulassungszahlen für Juli zum wiederholten Mal zeigten.

Ralf Brandstätter, CEO der Marke Volkswagen, lässt sich im Werk Zwickau zum Start der Serienproduktion des ID.4 die Fertigungslinie im Bereich Türmontage erklären.
Ralf Brandstätter, CEO der Marke Volkswagen, lässt sich im Werk Zwickau zum Start der Serienproduktion des ID.4 die Fertigungslinie im Bereich Türmontage erklären. © PR/Volkswagen

Dagegen erreichten E-Autos im Juli in Deutschland mit einem Anteil von 11,4 Prozent an den Neuzulassungen ein Rekordniveau. Insgesamt wurden rund 16 800 reine Stromer zugelassen. Nach einer Prognose des Center of Automotive Management (CAM) wird der Elektroabsatz in Deutschland im Gesamtjahr auf 250 000 Fahrzeuge steigen. „Die Elektromobilität nimmt zunehmend Fahrt auf“, sagt CAM-Direktor Stefan Bratzel. Dazu trage wesentlich die Kaufprämie der Bundesregierung bei, die auch die Akzeptanz der E-Mobilität erhöhe, so Bratzel.

Volkswagen will Weltmarktführer bei der Elektromobilität werden. Dafür investiert der Konzern bis 2024 rund 33 Milliarden Euro, davon allein 11 Milliarden in der Marke VW. Diese rechnet für 2025 bereits mit 1,5 Millionen produzierten E-Autos. 

Der erfolgreiche Start der Serienproduktion des ID.4 sei mit Blick auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen der vergangenen Monate eine außergewöhnliche Leistung, betonte E-Mobilitätsvorstand Thomas Ulbrich.

„Mein Lob und Dank geht deshalb vor allem an die Mannschaft von Volkswagen in Sachsen und alle Mitglieder des ID-Teams“, sagte Ulbrich. Derzeit werden täglich 440 ID-Fahrzeuge produziert, davon zehn bis 20 ID.4, deren Anzahl stetig gesteigert wird.

Zwickau leistungsfähigstes E-Auto-Werk Europas

Zwickau spielt für den Systemwechsel eine Schlüsselrolle: Erstmals wird eine große Autofabrik mit Investitionen von rund 1,2 Milliarden Euro komplett auf die Elektromobilität umgerüstet. Alle Umbauten werden plangemäß dieses Jahres abgeschlossen sein.

Im ersten vollelektrischen Produktionsjahr 2021 werden dann rund 300.000 E-Autos in Zwickau vom Band laufen, wo jahrzehntelang der Golf hergestellt worden waren. Der Standort wird damit zum größten E-Auto-Werk Europas, heißt es bei VW, das auch im Klimaschutz Maßstäbe setzen soll.

Wie das Schwestermodell ID.3 wird auch der Elektro-SUV nach eigenen Angaben in Sachsen ohne Kohlendioxid-Emissionen produziert und damit ohne „CO2-Rucksack“ an die Kunden übergeben werden. Die energieintensive Batterie-Zellfertigung erfolgt laut VW zu 100 Prozent mit Ökostrom. Bis 2050 soll die ganze Marke bilanziell klimaneutral aufgestellt werden.

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Im November 2019 hatte VW in Zwickau den Bau des ID.3 gestartet. Ab 2021 soll er auch in der Gläsernen Manufaktur in Dresden montiert werden. Nach Verzögerungen bei der Software-Ausstattung will der Konzern die ersten ID.3-Exemplare nach jüngsten Aussagen von Vertriebschef Jürgen Stackmann ab dem 14. September ausliefern. Im Juni hatte es geheißen, die Autos würden noch nicht den kompletten Funktionsumfang besitzen. So werden anfangs die Funktion App Connect sowie der Fernbereich des Head-up-Displays nicht aktiviert sein werden. Frühbucher können zwischen nachträglichen Software-Updates oder einem späteren Auslieferungstermin wählen. Konzernchef Herbert Diess hat den ID.3 während seines Urlaubs selbst getestet. Er war mit dem Auto zwei Wochen lang in Norditalien unterwegs.

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