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Investor plant Wohngebiet in Riesa-Weida

Auf dem ehemaligen Sportplatz auf dem Gucklitz soll etwas passieren. Es ist schon der dritte Anlauf für die Fläche.

Die Brache an der Otto-Lilienthal-Straße (links) ist stark zugewuchert. Einst wurde hier Sport gemacht, seit den 90er-Jahren ist hier aber nichts passiert - trotz aller Pläne. Nun wagen drei Großenhainer den nächsten Anlauf.
Die Brache an der Otto-Lilienthal-Straße (links) ist stark zugewuchert. Einst wurde hier Sport gemacht, seit den 90er-Jahren ist hier aber nichts passiert - trotz aller Pläne. Nun wagen drei Großenhainer den nächsten Anlauf. © Sebastian Schultz

Riesa. Das trockene Gras steht stellenweise meterhoch, Bäume und Sträucher ragen dazwischen in die Höhe. Im Geäst weist ein schiefes Schild auf einen "Passivhauspark Neuweida/Gucklitz" hin, der hier angeblich entstehen soll. Die Brache an der Otto-Lilienthal-Straße, sie hat die besten Zeiten hinter sich. 

Früher befand sich auf dem Areal der Sportplatz auf dem Gucklitz, erklärt die Stadt auf Nachfrage. In der Nachwendezeit sollte das Gebiet dann zum Wohngebiet werden. Im Rathaus hoffte man auf Miet- oder Eigentumswohnungen, wie aus einer Beschlussvorlage von 1993 hervorgeht. Gebaut wurde auf dem Sportgelände nie. 

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Auch aus dem Passivhauspark, den das Schild noch heute so vollmundig verspricht, ist nie etwas geworden. Damals hatte ein Investor drei Mehrfamilien- und sechs Einfamilienhäuser auf der Fläche errichten wollen. Angedacht war Mehrgenerationenwohnen, mit sozialen und gesundheitlichen Angeboten im Erdgeschoss, so hieß es 2008.

Warum das scheiterte, vermag auch Stadtsprecher Uwe Päsler nicht zu sagen. Jetzt wagt sich ein dritter Investor an die Brache in Weida: Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), bestehend aus dem Trio Danilo Galle, Udo Weidner und Hans-Dieter Grabs, will dort ein Wohngebiet erschließen. Die drei sind keine Unbekannten in der Region um Großenhain. Danilo Galle leitet in der Stadt ein Sanitär-Unternehmen, Grabs und Weidner sind in der Baubranche tätig. 

Acht Häuser auf 8.000 Quadratmetern

Auf der rund 8.000 Quadratmeter großen Fläche sollen demnach wieder Wohnhäuser entstehen. Die Planer vom Büro Knoblich sehen nach derzeitigem Stand "bis zu zwei Mehrfamilienhäuser und sechs Einfamilienhäuser" vor, wobei nach ersten Plänen die Mehrfamilienhäuser vorn an der Straße entstehen sollen. Die Einfamilienhäuser würden dann etwas tiefer im Grundstück errichtet, so die Pläne des Büros. Dazu kämen noch Pkw-Stellplätze, ein Wendehammer und etwas Grün. 

Eine schlechte Lage jedenfalls ist das Areal in Weida auf den ersten Blick nicht: Es liegt etwas versteckt, aber unweit der Rostocker Straße. Gegenüber stehen bereits Mehrfamilienhäuser, daneben befindet sich ein Garagenkomplex. Die anderen beiden Seiten sind mit Einfamilienhäusern bebaut. Mehr als den Anwohnerverkehr gibt es hier wohl nicht: Wer es eilig hat, umfährt das Gebiet über die Straße Am Gucklitz oder die Rostocker Straße. 

Leitungen fehlen noch

Ehe auf dem Grundstück tatsächlich die ersten Hausbauer einziehen können, muss das Grundstück aber noch erschlossen werden. Wegen der früheren Nutzung als Sportplatz liegen beispielsweise noch keine Abwasserleitungen an. Aus diesem Grund umfasst das jetzt beschlossene B-Plan-Gebiet noch ein gutes Stück der Otto-Lilienthal-Straße - bis zur nächsten Kreuzung. An der nötigen Erschließung und dem damit verbundenen Aufwand war wohl auch das erste Bauvorhaben in den 90er-Jahren gescheitert. 

Wie die neuen Häuser einmal aussehen könnten, ist noch nicht bekannt. Das Vorhaben steht noch am Anfang, und für die SZ war bisher nur einer der drei Investoren zu sprechen, der für Detailfragen an einen seiner Partner verweist. Ohnehin behält die Stadt, trotz beschleunigten Planverfahrens, die Planungshoheit, heißt es in der jetzt von den Riesaer Stadträten beschlossenen Vorlage. So könnte sie noch eingreifen, falls sich an dem Vorhaben in der nächsten Zeit etwas ändert. 

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