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Kamenz

Jägermeister hilft Krankenhäusern 

Alkohol für Desinfektionsmittel: Wenn die Bestände schrumpfen, können auch Kliniken im Landkreis Bautzen auf den Spirituosenhersteller bauen.

Die Firma Jägermeister hilft jetzt auch Krankenhäusern im Landkreis Bautzen mit Alkohol für die Herstellung von Desinfektionsmittel.
Die Firma Jägermeister hilft jetzt auch Krankenhäusern im Landkreis Bautzen mit Alkohol für die Herstellung von Desinfektionsmittel. © Archiv dpa

Kamenz.  Genaue Zahlen kann das Malteser-Krankenhaus St. Johannes in Kamenz  beim Verbrauch von Desinfektionsmitteln derzeit nicht nennen: Es sei einfach viel. Und  Nachschub müsse gesichert sein. Dabei wird nun der Getränkehersteller Jägermeister helfen, der auch einen Produktionsstandort in Kamenz hat. 

Drei Krankenhäusern im Landkreis Bautzen will er Alkohol als Grundstoff für die Herstellung von Desinfektionsmittel liefern. Jägermeister habe sich inzwischen bei ihm gemeldet, sagt der Kamenzer Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos). Denn selbstverständlich gebe es auch hier Bedarf an Alkohol für medizinische Zwecke, so Dantz. 

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In der Vorwoche hatte eine Meldung über den Getränkehersteller Jägermeister für Gesprächsstoff in Kamenz  gesorgt. Danach stellte das Unternehmen aus Wolfenbüttel einer Klinik in der Nachbarschaft 50.000 Liter Alkohol für Desinfektionsmittel als Spende zur Verfügung, um in der Corona-Krise zu helfen.  Auf Nachfrage sagte ein Sprecher, dass es aus der Region Kamenz diesbezüglich noch keinen Hilferuf gegeben habe. 

Durch die Corona-Epidemie ist Desinfektionsmittel derzeit überall knapp, wird aber gerade in Krankenhäusern  dringend gebraucht. "Ich habe daraufhin Kontakt mit dem Geschäftsführer des Malteser-Krankenhauses St. Johannes Kamenz aufgenommen, um das Unterstützungsangebot zu vermitteln", so OB Dantz. Er habe  außerdem mit Jägermeister-Vorstand  Christopher Ratsch besprochen, dass nicht nur den  Maltesern das Angebot offeriert wird, sondern auch den Oberlausitz Kliniken in Bautzen und dem Seenlandklinikum in Hoyerswerda. 

Solidarität zwischen den Kliniken

Roland Dantz: "Wir sind dankbar, dass Jägermeister damit ein weiteres Zeichen der Partnerschaft mit der Region setzt, dass man in diesen schwierigen Zeiten einander hilft, ja einfach zusammensteht." So macht Not erfinderisch, und aus dem Alkohol wird statt Kräuterschnaps Desinfektionsmittel gegen den Coronavirus. 

Sven Heise ist Geschäftsführer der Malteser Sachsen-Brandenburg gGmbH, er beschreibt die Situation so: "Ein Mitarbeiter ist bei uns ständig in den Kliniken Kamenz und Görlitz damit beschäftigt, für die beiden Kliniken knappes Material zu beschaffen und für einen ausreichenden Lagerbestand zu sorgen. Es gibt auch eine große Solidarität zwischen den Kliniken. Wir streben mindestens zwei Wochen Lagerreichweite an."  Wobei die Reichweite stark vom Verbrauch abhänge und der schwanke.

Derzeit hätten die  Malteser-Kliniken in der Region wieder einen gewissen Bestand an Desinfektionsmittel.  Die Lage sei aber immer noch sehr angespannt, so Sven Heise. "Ich freue mich deshalb über das Angebot von Jägermeister, es schafft Sicherheit, falls wieder Nachlieferungen ausbleiben." So ähnlich sieht es  auch Geschäftsführer Reiner E. Rogowski in den Oberlausitz-Kliniken in Bautzen.

Bedarf wird jetzt ermittelt

Hergestellt werde das Desinfektionsmittel in der Krankenhaus-Apotheke, erklärt Sven Heise in Kamenz. Dorthin habe die Klinik das Jägermeister-Angebot weitergeleitet, man beziehe dann von dort das fertige Desinfektionsmittel. Das werde überall in den Krankenhäusern  gebraucht, um Kontaktflächen, Hände und Instrumente zu desinfizieren - vom Bettgestell bis zu Handläufen -, um Patienten und Personal zu schützen. Für den Hausgebrauch reiche aber Wasser und Seife, appelliert die Klinikleitung an die Bürger.

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Bei Jägermeister in Wolfenbüttel werde der Bedarf der Kliniken in Bautzen, Kamenz und Hoyerswerda derzeit genau ermittelt, sagt Pressesprecher Andreas Lehmann gegenüber sächsische.de, um hier in der Region ebenfalls zu helfen.  Die  Alkohol-Spende für die Krankenhäuser werde dann aus den Kamenzer Reserven kommen, um auch hier den Nachschub an Desinfektionsmittel sichern zu helfen.

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