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Jeder zweite Gastronom in Sachsen steht vor dem Aus

Einer Verbands-Umfrage zufolge verzeichnen die Betriebe Umsatzeinbrüche um 54 Prozent. An die Politik stellen die Wirte konkrete Forderungen.

In der Gastronomie können die fehlenden Umsätze nicht ausgeglichen werden.
In der Gastronomie können die fehlenden Umsätze nicht ausgeglichen werden. © Uwe Zucchi/dpa

Dresden. Die corona-bedingten Umsatzverluste in Restaurants und Cafés sind für jeden zweiten sächsischen Betrieb existenzbedrohend. Das ist das Ergebnis einer Branchenverbands-Umfrage (Dehoga), deren Zahlen am Donnerstag in Dresden vorgestellt worden sind. Demnach steckt das Gastgewerbe in seiner "größten Krise der Nachkriegszeit". 

Von Januar bis Juli verzeichneten die Betriebe durchschnittliche Umsatzverluste in Höhe von 54 Prozent.  Im März stiegen sie auf 60 Prozent, im April auf 89 Prozent, bis sich die Situation dann im Mai mit 67 Prozent wieder leicht verbesserte. Doch auch der Sommermonat Juli mit inzwischen wieder entschärften Corona-Maßnahmen bringt im Schnitt noch bittere 34 Prozent Umsatzverlust für die Gastronomie-Betriebe. Der Wert liege sogar noch rund zehn Prozent unter dem Bundesdurchschnitt und sei damit "höchst besorgniserregend", sagte Sachsens Dehoga-Chef Axel Hüpkes. 

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Er schlägt nun auch für Sachsen Alarm und fordert eine Verlängerung der Kurzarbeitergeld-Regelung, die Entfristung der Mehrwertsteuersenkung mit Einbeziehung der Getränke, eine Verlängerung der Überbrückungshilfen sowie eine gesetzliche Regelung zur coronabedingten Pachtminderung. „Denn die Krise ist noch längst nicht vorbei“, so Hüpkes.

Rund 88,5 Prozent der Betriebe hätten Kurzarbeitergeld beantragt, um Corona-Folgen abzufedern. 73 Prozent haben aber in der Zwischenzeit ihre Mitarbeiter aus der Kurzarbeit wieder zurückgeholt.  Knapp 20 Prozent der sächsischen Gastronomiebetriebe hätten Mitarbeiter entlassen.

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An der Umfrage des Dehoga-Bundesverbandes zur aktuellen Lage und den Perspektiven der Branche beteiligten sich in der Zeit vom 3. bis 10. August 7.200 Gastronomen und Hoteliers, davon 205 aus Sachsen.

So berichten wir über die Corona-Krise:

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