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Alpine Blütenpracht im Erzgebirge

Im Botanischen Garten Schellerhau sind jetzt Blumen zu bestaunen, für die Naturfreunde sonst hoch in die Alpen oder den Kaukasus steigen müssten.

Zu einer Tour durch die alpine Flora im Botanischen Garten Schellerhau lädt Leiterin Annette Zimmermann ein.
Zu einer Tour durch die alpine Flora im Botanischen Garten Schellerhau lädt Leiterin Annette Zimmermann ein. © Karl-Ludwig Oberthuer

Es sind kleine Schätze, die man sonst nur in den Höhen der Alpen, der Tatra, des Kaukasus oder anderen Hochgebirgen finden kann. Der Botanische Garten im Altenberger Ortsteil Schellerhau zeigt jetzt im Frühsommer die ganze Pracht der alpinen Pflanzen, die ursprünglich aus Höhen teilweise über der Baumgrenze stammen. Annette Zimmermann, die Leiterin des Botanischen Gartens sagt: „Pflanzenfreunde müssen nicht ins Hochgebirge. Sie finden die Alpen in Schellerhau.“

„Gebirgspflanzen sind oft klein. Sie müssen sich ja im Gebirge behaupten“, sagt Annette Zimmermann. Schon die Namen drücken das manchmal aus. Wenn eine Pflanze „Steinbrech“ heißt, weiß auch der Laie, unter welch schwierigen Lebensumständen sie sich behaupten muss. Gerade im Hochgebirge müssen die Pflanzen wetterfest sein. Dieses Jahr war das sogar im Osterzgebirge zu spüren, als ein Spätfrost mit Eisregen im Mai manchen Pflanzen stark zugesetzt hat.

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Der Garten in Schellerhau liegt auf einer Höhe von 770 Meter über dem Meeresspiegel. „Wir haben hier schon ein spezielles Klima, das den alpinen Pflanzen entspricht“, sagt die Gartenleiterin. Die Anlage auf rund 15.000 Quadratmeter ist in 16 verschiedene Quartiere aufgeteilt. Elf davon sind den einheimischen Arten aus dem Erzgebirge gewidmet, der Rest ist für die Hochgebirgspflanzen bestimmt. Für diese speziellen Schönheiten ist die Saison nur sehr kurz. Wer sie genießen will, muss den Garten in der jetzigen Jahreszeit besuchen.

Schon in Schellerhau beginnt die Vegetationsperiode vier Wochen später als im Dresdner Elbtal. In den Alpen dauert es noch etwas länger, ehe der Schnee weggetaut ist und das Pflanzenwachstum beginnen kann. Dann bleiben nur wenige Monate, um zu blühen und Samen zu entwickeln. Deswegen sind jetzt in diesen Wochen die meisten der alpinen Arten in Blüte zu sehen, jetzt vor allem die Pflanzen, die niedrig wachsen. „Ende Juni folgen die hohen alpinen Stauden, Anfang August noch der Schwalbenwurzenzian und zuletzt der chinesische Herbstenzian“, berichtet Zimmermann. Dann ist der Sommer im Hochgebirge schon bald wieder vorbei. Der September kann durchaus wieder den ersten Schnee bringen.

Frauenschuh und Teufelskralle

Der Frauenschuh, eine besonders schöne Orchidee blüht zurzeit. Die Teufelskralle mit ihrer markanten Form, der sie auch ihren Namen zu verdanken hat, und dem schönen Blau ist zu sehen. Ein Höhepunkt der alpinen Blütensaison steht in Kürze bevor, wenn in etwa zwei Wochen die Blüte des gelben Enzians beginnen wird. „Wir haben viele Stengel. Das wird eine Pracht“, erwartet die Gartenleiterin.

Für die Gartenbewirtschaftung sind die alpinen Pflanzen auch eine Herausforderung. Die Alpen bieten einen kalkhaltigen Boden, anders als das Erzgebirge, wo der Boden eher leicht sauer ist. Deshalb gibt es eine Ecke, wo die Gärtner das berücksichtigen, wenn sie die Erde anmischen. „Da geben wir beispielsweise Kalksteine mit rein, damit ein Reservoir an Kalk im Boden entsteht“, berichtet Annette Zimmermann. Manche Pflanzen wachsen nur auf kalkhaltigem Untergrund. Andere Arten gedeihen aber auch auf dem ursprünglichen Schellerhauer Granitboden gut. So können die Besucher die Alpen in Schellerhau in verschiedener Form genießen.

Der Botanische Garten Schellerhau steht ebenso wie das Georgenfelder Hochmoor in Trägerschaft des Fördervereins für die Natur des Osterzgebirges.

Er ist von Mai bis Oktober täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Eintritt: Erwachsene drei Euro.

Weitere Infos zum Garten finden Sie hier.

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