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Kamenz: Neue Schwimmhalle kommt

Monatelang wurde darüber gestritten, wie es mit dem maroden Hallenbad weitergeht. Jetzt ist die Entscheidung gefallen. Nur zwei Punkte sind noch offen.

Die Kamenzer Schwimmhalle ist in die Jahre gekommen und soll durch einen Neubau ersetzt werden. Für die weiteren Planungen gab der Bautzener Kreistag am Montagabend grünes Licht.
Die Kamenzer Schwimmhalle ist in die Jahre gekommen und soll durch einen Neubau ersetzt werden. Für die weiteren Planungen gab der Bautzener Kreistag am Montagabend grünes Licht. © René Plaul

Kamenz/Bautzen. Die neue Kamenzer Schwimmhalle nimmt Gestalt an - wenn auch zunächst nur auf dem Papier. Seit Montagabend steht fest, wie der Ersatzbau für das in die Jahre gekommene Hallenbad am Kamenzer Stadtrand aussehen soll. 

Die neue Halle soll ein reines Schwimmbad werden, kein Spaß- und Erlebnistempel wie das Lausitzbad in Hoyerswerda oder die Körse-Therme in Kirschau. Rutschen, Strömungskanäle und Ähnliches soll der Neubau nicht bekommen. Er soll vorrangig dem Schulschwimmen sowie für den Vereinssport dienen, aber zu bestimmten Zeiten auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Stars im Strampler aus Kamenz
Stars im Strampler aus Kamenz

Auch in der letzten Woche sind Babys auf die Welt gekommen, die im Landkreis Kamenz zu Hause sind.

Mit fünf Bahnen im Hauptbecken und einem Nichtschwimmerbecken soll der Neubau im vorgesehenen Finanzrahmen von rund 15 Millionen Euro bleiben, beschloss der Bautzener Kreistag am Montagabend. Die Abgeordneten gaben grünes Licht für die weiteren Planungen. Eine Hintertür für zwei Extras ließen die Kreisräte aber offen. 

Das erste Extra könnte eine sechste Bahn werden, womit dann in Kamenz auch Schwimmwettkämpfe möglich wären. Dafür müsste das Hauptbecken ein wenig größer ausfallen als in der Spar-Variante vorgesehen. Das zweite Extra wäre eine finnische Sauna. Von dieser verspricht sich die Landkreisverwaltung mehr Einnahmen.

Wichtigste Nutzer sind Schulen und Vereine

Ein Blick auf die Zahlen bestätigt diese Erwartung. Das jetzige Hallenbad verfügt über eine solche Sauna mit zehn Plätzen. Jeder Sauna-Besucher gab 2019 im Durchschnitt dreimal so viel Geld aus wie ein Nur-Schwimmer.

Die vorliegenden Zahlen erklären auch, warum die Verwaltung in ihrer Planung so viel Wert auf Schul- und Vereinsschwimmen legt: In den vergangenen Jahren kamen etwa doppelt so viele "nichtöffentliche Nutzer" in das Kamenzer Hallenbad wie "öffentliche", also gelegentliche Besucher. In der Schulzeit nutzen wöchentlich etwa 1.600 Kinder das Bad. "Aus dem Verhältnis der Nutzerzahlen zu den Nutzungszeiten ergibt sich, dass das Hallenbad während der nichtöffentlichen Nutzungszeiten deutlich intensiver – also von deutlich mehr Personen – genutzt wird", heißt es im Beschlusstext.

Nach den Schulen bildet der Ostsächsische Schwimmverein Kamenz den zweitstärksten Nutzer der gegenwärtigen  und wohl  auch der künftigen Halle. Darüber hinaus üben in dem Becken Rettungsschwimmer, finden Kurse für Behinderte statt sowie Wassertherapien. 

Kamenzer sind nach langem Hickhack ungeduldig

Ob die sechste Schwimmbahn und die finnische Sauna kommen, soll sich im Laufe der weiteren Planungen erweisen. Der Kreistag werde das Thema auf dem Schirm behalten, versicherte Landrat Michael Harig (CDU). Spätestens im zweiten Quartal 2021 werde das Gremium einen Zwischenstand festhalten und sich zum weiteren Vorgehen abstimmen.

Das ist auch nötig, denn die Kamenzer werden nach dem monatelangen Hickhack um den Neubau langsam ungeduldig, gab am Montag Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos/Fraktion Freie Wähler) zu bedenken. "Die Menschen erwarten, dass wir in der Sache vorwärts kommen." Was jetzt in Kamenz gebaut werde, müsse dann für die nächsten Jahrzehnte halten. 

Der AfD-Fraktionsvorsitzende Henry Nitzsche erklärte dazu, der Neubau solle sich "auf grundlegende Dinge konzentrieren". Dazu zählt er Schul- und Vereinsschwimmen, und dafür würden sechs Bahnen gebraucht. Die vorrangige Planung mit fünf Bahnen schließe nicht aus, dass am Ende doch sechs gebaut würden, wiederholte daraufhin Harig.

Der Beschluss zu den weiteren Planungen und zum Neubau fiel nahezu einstimmig. Es gab nur wenige Enthaltungen und keine einzige Nein-Stimme. 

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