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Gedenkstätte ohne Findling

Bei der Neugestaltung des Glashütter Kirchenvorplatzes wurden Änderungen vorgenommen. Nicht jeder ist zufrieden damit .

Dr. Klaus Scheibner ist nicht erfreut, dass im Zuge der Neugestaltung des Kirchvorplatzes in Glashütte der Flutgedenkstein entfernt wurde.
Dr. Klaus Scheibner ist nicht erfreut, dass im Zuge der Neugestaltung des Kirchvorplatzes in Glashütte der Flutgedenkstein entfernt wurde. © Karl-Ludwig Oberthuer

Mit großem Interesse verfolgt Dr. Klaus Scheibner die Neugestaltung des Kirchenvorplatzes in Glashütte. Er liest jede Veröffentlichung zu den Plänen und Diskussionen. Sein Fazit bis vor ein paar Wochen: Mit dem Vorhandenen wird sorgsam umgegangen. Bis zuletzt war auch eine kleine Gedenkstätte in den Unterlagen zu finden. Sie besteht aus einer Buche und einem Findling. Die Inschrift am Stein erinnert an das Pflanzen der Buche zum Abschluss der Beseitigung der Hochwasserschäden 2006 im Jahr des 500-jährigen Stadtjubiläums. Scheibner, der über viele Jahre Stadtrat und auch stellvertretender Bürgermeister mit CDU-Mandat war, hatte diesen Gedenkstein initiiert. 

Dieser mächtige Steinbrocken aus dem Trebnitzgrund wurde 2007 vor der Glashütter Kirche aufgestellt. Mit einer Metalltafel, die später daran angebracht wurde, wurde an das Pflanzen der daneben stehenden Jubiläumsbuche zur 500-Jahrfeier von Glashütte sowie
Dieser mächtige Steinbrocken aus dem Trebnitzgrund wurde 2007 vor der Glashütter Kirche aufgestellt. Mit einer Metalltafel, die später daran angebracht wurde, wurde an das Pflanzen der daneben stehenden Jubiläumsbuche zur 500-Jahrfeier von Glashütte sowie © Archivfoto: Egbert Kamprath

"Schockiert war ich deshalb, als ich zur Kenntnis nehmen musste, dass der vorhandene Gedenkstein geschliffen wurde", sagt der Glashütter. Mit dem Setzen des Steins und dem Pflanzen der Buche sei es damals darum gegangen, ein Denkmal zur Erinnerung an die Ereignisse Hochwasser und Stadtjubiläum zu schaffen. "Mit den damals verfügbaren bescheidenen Mitteln, aber immerhin mehr als 10.000 Euro, wurde gemeinsam mit einem Planungsbüro das Denkmal Jubiläumsbuche bestehend aus Gedenkstein und Buche geschaffen." Für ihn sei es nicht nachvollziehbar, warum der Stein nicht mehr neben der Buche stehen soll.

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Er sei nicht der einzige, der sich darüber geärgert hat, dass die ursprünglichen Pläne in den letzten Wochen geändert wurden, ohne den Stadt- und den Ortschaftsrat einzubeziehen, sagt er. Deshalb versuchte er selbst und über den Ortschaftsrat, den Bürgermeister und die Verwaltung umzustimmen. Leider sei das nicht gelungen, so Scheibner. Und darüber ärgert er sich. In anderen Ortsteilen werden Änderungen an der Planung auch mit den Ortschaftsräten besprochen, in Glashütte selbst aber nicht.

So hat die SZ 2007 über die Einweihung berichtet.
So hat die SZ 2007 über die Einweihung berichtet. © Repro

Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) bestätigt, dass die Pläne nochmals geändert wurden. Das Planungsbüro hatte angeregt, den 2007 aufgestellten Natursteinfindling nicht auf der neu gestalteten Platzfläche zu integrieren, da diese modern und schlicht ist. Dazu passt der Findling nicht. Dieser Vorschlag wurde auch damit begründet, dass das für den Stein notwendige Fundament die Plattenfläche unterbrechen würde. Zudem habe man keine Erklärung bekommen, dass der Stein an sich eine Bedeutung habe. Er sei nur Träger der Gedenktafel. Und diese bleibe erhalten und kehrt auf den Platz zurück, versichert er. Die Tafel wird als Erläuterung der Hochwasserbuche in die Gestaltung integriert und an einem, nahe gelegenen Sandsteinblock angebracht. Aktuell sei man im Austausch mit dem Ortschaftsrat, um zu klären, wo und wie die Gedenktafel angebracht und präsentiert wird, versichert Dreßler.

Der Findling sollte zunächst an einem anderen Platz aufgestellt werden. Da aber Scheibner darauf bestand, dass der Stein nur neben der Buche Sinn macht, sei gemeinsam mit dem Ortsvorsteher entschieden wurden, ganz auf den Stein zu verzichten. Scheibner ist sauer: Ihm sei klar, dass es nicht möglich ist, alle Aspekte und Wünsche "unter einen Hut" zu bringen. Wenn sich bei Projekten wie jenem allerdings Wesentliches ändert, sei es schon etwas anmaßend, wenn im engsten Kreis darüber entschieden werde, zumal vom Beginn der Projekterarbeitung bis zum Absegnen durch den Stadt- und den Ortschaftsrat stets erklärt wurde: "Der Gedenkstein mit Buche" bleibt und wird integriert. Sein Eindruck: Stadt- und Ortschaftsrat seien hintergangen und getäuscht worden. 

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