merken
PLUS Dippoldiswalde

Die Mathematik in der Kinderkrippe

Krippenkinder in Schmiedeberg haben jetzt neue Räume. Die haben der Leiterin schlaflose Nächte gebracht, machen sie jetzt aber auch stolz auf das neue Konzept.

Die Leiterin der Kita Spatzennest in Schmiedeberg, Kerstin Barthel (mit Gitarre) feiert zum ersten Mal eine Neueröffnung, hier mit OB Kerstin Körner (CDU) am Band.
Die Leiterin der Kita Spatzennest in Schmiedeberg, Kerstin Barthel (mit Gitarre) feiert zum ersten Mal eine Neueröffnung, hier mit OB Kerstin Körner (CDU) am Band. © Egbert Kamprath

Kerstin Barthel hat ein Wechselbad der Gefühle erlebt mit dem Neubau der Kinderkrippe in Schmiedeberg. Die Leiterin der Kita Spatzennest hatte in den vergangenen Monaten schlaflose Nächte, weil auf der Baustelle nicht alles rund gelaufen ist und schwierige Entscheidungen zu treffen waren. Am Dienstag, als Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) den Neubau an sie, an die Kinder und Erzieher, feierlich übergeben hat, war Barthel aber rundum glücklich und stolz auf die neuen Räume und die neue Einrichtung. Auf das ganz große Fest zur Einweihung muss sie aber jetzt noch etwas warten.

Einen Tag haben die Kinder schon die neuen Räume ausprobiert und sich mit den drei neuen Gruppenräumen vertraut gemacht. Barthel führt die Gäste der Eröffnung durch und erklärt zusammen mit Hagen Aye, dem verantwortlichen Planer, welche Ideen, welche pädagogischen Vorstellungen hinter den neuen Räumen stehen. Sie sind in drei Farben gegliedert und mit einfachen geometrischen Formen gekennzeichnet. „Das sind schon erste Anfänge von mathematischen Begriffen“, sagt die Kita-Leiterin. Der gelbe Raum mit den Kreisen ist für die ganz Kleinen, die teilweise erst noch Laufen lernen. Der rote Raum mit den Dreiecken ist für die Zweijährigen und der blaue Raum mit den Quadraten für die Dreijährigen. Danach wechseln sie zu den Großen in den Kindergarten, der im anderen Flügel der Kita seine Räume hat.

Anzeige
Der Palais Sommer 2020 kann stattfinden!
Der Palais Sommer 2020 kann stattfinden!

Jetzt die Zukunft des Festivals mit Spenden sichern.

Der nahe Wald, der schwierige Untergrund

Dieses Gebäude mit seinem Satteldach bleibt das prägende Gebäude der Einrichtung. Der Neubau mit seinem Flachdach ordnet sich dem unter. So hat es der Planer gewollt. Daher auch die zurückhaltende graue Farbgebung, die durch drei markante Portale in den Farben Gelb, Rot und Blau aufgelockert wird. Der Kindergarten selbst ist vor 69 Jahren aus Trümmern der Stadt Dresden errichtet worden. Später kam in den 1970er-Jahren eine Baracke dazu als Krippenanbau. Wenn es darin aber gebrannt hätte, wäre sie zu gefährlich geworden. Das hat sich bei einer Begehung 2012 gezeigt. Die alte Baracke musste wegen der Brandschutzmängel durch einen Neubau ersetzt werden.

Dann begann eine lange Phase der Planung und der Suche nach Geldern. Mehrere Hürden waren zu überwinden. So erhielt der Neubau einen besonders stabilen Stahlbetonrahmen, weil er nahe am Wald steht. Falls einmal ein Baum drauffällt, sollte damit nichts passieren. Die Entsorgung der alten Baracke wurde teurer. In den Wänden war Asbest verbaut und darunter lag belasteter Boden. Der musste abgefahren und durch sauberes Material ersetzt werden. Das kostete zusätzlich Geld. Als dann die Baustelle gut unterwegs war, kam die Corona-Krise dazwischen, die bei einigen Materialien Lieferschwierigkeiten verursachte. Deswegen hängen beispielsweise noch nicht alle Rollos an den Fenstern.

Aber das tut der Freude von Kerstin Barthel keinen Abbruch. Sie feiert jetzt auch ein Dienstjubiläum. Vor dreißig Jahren ist sie von der Gemeinde Schmiedeberg als Leiterin des Kindergartens eingesetzt worden. „Damals war ich die jüngste Leiterin im Raum Dippoldiswalde, heute die älteste“, sagt sie. In den vielen Arbeitsjahren ist dies die erste Eröffnung eines Neubaus, den sie miterlebt.

Spielplatz wird noch gebaut

Der hat die Stadt Dippoldiswalde insgesamt 1,3 Millionen Euro gekostet. Davon hat Dipps die Hälfte aus eigenen Mitteln finanziert. Die andere Hälfte kam aus den Töpfen des Programms „Brücken in die Zukunft“ sowie der Kita-Förderung. Der Neubau bietet jetzt aber keine zusätzlichen Plätze, sondern die 29 bleiben, die bisher schon bestanden haben. Insgesamt, Krippe und Kindergarten zusammengenommen, können 78 Kinder in der Kita Spatzennest betreut werden. Der Neubau hat auch einen Lift und eine Rampe, sodass er auch Kinder mit Integrationsbedarf aufnehmen kann, die im Rollstuhl sitzen.

Weiterführende Artikel

Warum der Krippenneubau viel teurer wird

Warum der Krippenneubau viel teurer wird

Böse Überraschungen erlebten die Bauleute beim Abriss der alten Kinderkrippe in Schmiedeberg.

Rings um die neue Krippe sind jetzt noch die Außenanlagen zu gestalten. Am Mittwoch werden die Container abtransportiert, welche die letzten Monate aus Ausweichquartier für die Kinder gedient haben. Dann wird alles schön gemacht, und die Krippenkinder bekommen einen eigenen Spielplatz. „Wenn das alles fertig ist, in drei, vier Monaten, dann feiern wir ein ganz großes Kinderfest“, kündigte Kerstin Barthel an.

Mehr Nachrichten aus Dippoldiswalde lesen Sie hier. 

Mehr zum Thema Dippoldiswalde