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Kleingärtner wehren sich

Die Laubenpieper wollten von Landtagskandidaten wissen, wie diese zu Bebauungsplänen stehen.

Idylle pur: Blick in die Gartensparte auf der Schreberstraße. Tilo Hellmann (Die Linke) bezeichnet die Kleingärten als „Leuchtturm für ein ökologisches und soziales Miteinander.“
Idylle pur: Blick in die Gartensparte auf der Schreberstraße. Tilo Hellmann (Die Linke) bezeichnet die Kleingärten als „Leuchtturm für ein ökologisches und soziales Miteinander.“ © Claudia Hübschmann

Meißen. Die Initiative „So will ich aufwachsen“ hat jetzt alle Spitzenkandidaten des Landtagswahlkreises zum Meißner Gartengespräch in die zweitälteste Gartensparte der Stadt eingeladen. Martin Bahrmann (FDP), Tilo Hellmann (Die Linke) und Anna Künzel in Vertretung von Thomas Kirste (AfD) sowie etwa 60 Gäste, denen das gute Stadtgartenklima, die blühenden Blumen, reich tragenden Pfirsich- und Pflaumenbäume am Herzen liegen, folgten der Einladung.

Im Gespräch mit der Moderatorin Annekatrin Geißler sprachen sich alle drei Sprecher für einen Erhalt der Kleingärten aus. Tilo Hellmann bezeichnete die Kleingärten als „Leuchtturm für ein ökologisches und soziales Miteinander.“ Seine Fraktion hat bereits im Stadtrat einen Antrag zum Erhalt der Kleingärten eingebracht, der im September auf der Tagesordnung stehen wird.

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Martin Bahrmann bekräftigte, dass Kleingärten „grundsätzlich schützenswert“ sind. Auf die skeptische Nachfrage eines Gastes versicherte er: „Ich war vor der Wahl dagegen, dass hier Bauland geschaffen wird und bin es auch nach der Wahl, da gibt es keine Diskussion.“ Er bestätigte jedoch auch, dass er nicht wisse, wie die anderen Stadtratmitglieder der neuen Fraktion sich zum Erhalt der Kleingärten positionieren würden. Anna Künzel bekräftigte: „Alles soll hier oben so bleiben, wie es ist.“ Sie berichtete, dass ihre Familie hier seit Jahren einen Kleingarten habe.

Stadträte müssen Stellung beziehen

Die vier gefährdeten Gartensparten mit einer Gesamtfläche von 8,1 Hektar befinden sich linkselbisch oberhalb der Altstadt entlang der Schreberstraße und werden von Kleingärtnern aller Generationen genutzt. Ende April brachte die Stadtverwaltung eine Beschlussvorlage zur Umwandlung der Kleingärten in Bauland in den Stadtrat ein. Nach heftigen Protesten der Kleingärtner wurde dieser in den Bauausschuss zurückverwiesen.

 Ingolf Brumm (Die Linke) wollte daher von Martin Bahrmann wissen, wie er den Erhalt der Kleingärten in seiner Fraktion (FDP, CDU, ULM, Freie Bürger) durchsetzen will. Der Liberale erwiderte, dass die Beschlussvorlage des Oberbürgermeisters rechtswidrig war und vertrat die Ansicht, dass nichts gegen die Zustimmung zum Antrag der Linken spreche, sofern er rechtlich sicher sei, auch wenn nicht alle in seiner Fraktion dafür stimmen.

Auf die Frage nach ihren Visionen für die Stadt Meißen sprach sich Anna Künzel für einen größeren Zusammenhalt, Wettbewerbe nach dem Motto „Wer hat den schönsten Vorgarten?“ und mehr Blumenkästen zur Belebung der Innenstadt aus. Martin Bahrmann sieht in der Entbürokratisierung und der Eigeninitiative der BürgerInnen die Chance für eine lebendige Innenstadt. Er vertritt die Auffassung, dass jeder Bürger seinen Wünschen entsprechend in der Stadt oder im Eigenheim leben soll.

Tilo Hellmann skizzierte Konzeptideen für eine Sanierung der leer stehenden Bestandsgebäude in der Innenstadt und für eine gezielte Stadtteilentwicklung, zum Beispiel im Triebischtal mit Mehrgenerationenhäusern. Meißen solle für alle lebens- und liebenswert sein. (SZ/pa)

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