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Klinik Rumburk findet neuen Eigentümer

Der Bezirk Ústí setzte sich mit dem besten Angebot für das insolvente Krankenhaus durch - ein Blick ins Nachbarland.

Die Klinik in Rumburk gehört jetzt dem Bezirk Ústí.
Die Klinik in Rumburk gehört jetzt dem Bezirk Ústí. © Steffen Neumann

Nach Jahren der Unsicherheit atmen die Menschen im tschechischen Grenzgebiet auf. Das Krankenhaus Rumburk (Rumburg) im Schluckenauer Zipfel bekommt einen neuen Eigentümer und ist damit raus aus der Insolvenz. 

Mit einem Gebot von umgerechnet 2,3 Millionen Euro setzte sich der Bezirk Ústí durch. Laut Insolvenzverwalterin waren mehrere Gebote eingegangen. Ihre Zahl und den Wert teilte sie aber nicht mit.

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Die Übernahme durch den Bezirk Ústí stand schon länger als Perspektive für das hoch verschuldete Krankenhaus im Raum. Doch der Bezirk konnte sich im vergangenen Jahr lange nicht zu einer verbindlichen Zusicherung bewegen, sodass das Krankenhaus letztendlich Insolvenz anmelden musste. 

Nachdem die Insolvenzverwalterin den geschätzten Wert der Klinik und Einrichtung veröffentlicht hatte, zeigte der Bezirk noch Zweifel, ob der hohe Preis gerechtfertigt ist. Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie änderte sich die Lage jedoch. Der Bezirk Ústí äußerte die Absicht, das Krankenhaus in die Intensivversorgung für Covid-19-Fälle einzubeziehen. Der Bezirkstag beschloss daraufhin die Einreichung eines Gebots und die Zahlung der Kaution.

Hilfe aus Sachsen nicht mehr möglich

Für die rund 55.000 Einwohner des Schluckenauer Zipfels ist das die erste gute Nachricht nach langer Zeit. Nach und nach hatten alle Stationen der Klinik geschlossen, und auch die Ambulanzen drohten, ihre Arbeit einzustellen. Die Perspektivlosigkeit sorgte für einen Aderlass an Mitarbeitern. Patienten mussten wiederum in die Krankenhäuser nach Děčín (Tetschen), Ústí nad Labem (Aussig), Česká Lípa (Böhmisch Leipa) und Liberec (Reichenberg) ausweichen. Eine im vergangenen Spätsommer vereinbarte Hilfe durch die grenznahen sächsischen Krankenhäuser in Sebnitz, Hohwald und Ebersbach war durch die Grenzschließung im März nicht mehr möglich.

„Der Bezirk hat 40 Tage Zeit, um den Kaufvertrag zu unterzeichnen und den Rest des Kaufpreises zu überweisen“, sagt Insolvenzverwalterin Martina Jinochová Matyášová. Der Bezirk muss aber sofort in Verhandlungen mit den Versicherungen treten, da die Übernahme nicht durch den Klinikverbund Krajská zdravotní erfolgt, sondern durch die Vermögensverwaltung des Bezirks Krajská majetková. 

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Dieses Modell mache es dem Bezirk leichter, Mittel für Betrieb und Investitionen für das Krankenhaus bereitzustellen, heißt es dort. Der Nachteil ist, dass Krajská majetková in kurzer Zeit alle Berechtigungen zum Betrieb einer medizinischen Einrichtung einholen muss, die Krajská zdravotní als Klinikverbund bereits hat.

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