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Klipphausen blickt nach vorn

Die Gemeinde widersteht Corona und verdoppelt die Investitionen.

Klipphausens Bürgermeister Mirko Knöfel will mit dem Gemeinderat einen ehrgeizigen Haushalt für dieses Jahr verabschieden, muss aber auch Projekte wie die Sanierung des Freibades Miltitz zurückstellen.
Klipphausens Bürgermeister Mirko Knöfel will mit dem Gemeinderat einen ehrgeizigen Haushalt für dieses Jahr verabschieden, muss aber auch Projekte wie die Sanierung des Freibades Miltitz zurückstellen. © Claudia Hübschmann

Klipphausen. Wie mit den Osterspaziergängern umgegangen werden soll, wie es in den Gewerbegebieten steht und wofür in diesem Jahr Geld ausgegeben werden soll - das erfragte die SZ von Kämmerin Silvia Kunas und Bürgermeister Mirko Knöfel.

Herr Knöfel, die Gemeinde Klipphausen hat im Landkreis vergleichsweise viele Corona-Fälle. Es wird von einer Busreise nach Italien erzählt.

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Das Rathaus für die Hosentasche
Das Rathaus für die Hosentasche

In diesem Frühling wartet die Stadtverwaltung Radebeul mit einem ganz neuen Angebot für die Einwohnerschaft auf: Die neue Radebeuler Bürger-App.

Davon ist mir nichts bekannt. Richtig ist, dass es anfangs viele Urlauber betroffen hat, die vom Skiurlaub in Österreich zurückgekehrt sind. Wie die aktuellen Zahlen sind, kann ich Ihnen nicht sagen, diese Details behält das Gesundheitsamt für sich. Es gibt in der Gemeinde keinen Hotspot mit besonders vielen Infizierten.

Nun steht das Osterwochenende bevor. Wie wollen Sie Einfluss auf die vielen zu erwartenden Spaziergänger nehmen?

Wir haben es schon am vergangenen Wochenende bemerkt, dass mehr Leute in unseren linkselbischen Tälern wie dem Regenbachtal, dem Saubachtal, dem Prinzbachtal, dem Tännichtgrund und dem Eichhörnchengrund unterwegs sind. Es ist für uns eine Gratwanderung: Zum einen ist jetzt erst gerichtlich festgelegt worden, dass sich die Leute zehn bis 15 Kilometer von ihrem Zuhause entfernt bewegen dürfen. Zum anderen sind die touristischen Möglichkeiten wie etwa Ausflugsgaststätten geschlossen. Wir wollen Massenansammlungen vermeiden. Wir arbeiten jetzt verstärkt mit der Polizeibehörde zusammen, haben bestimmte Gebiete zur Kontrolle angemeldet. Außerdem werden wir die explizit als Wanderparkplätze ausgewiesenen Flächen jetzt sperren.

Wie sieht es in den Gewerbegebieten aus, gibt es dort Produktionseinbrüche?

Es gibt vereinzelte Ausfälle, aber das betrifft vor allem den Einzelhandel. Die produzierenden Firmen arbeiten weiter wie bisher. Die Auftragslage war vor der Corona-Krise so gut, dass die meisten Firmen bis Jahresmitte locker um die Runden kommen.

Wie sieht es mit dem Bau der Oberschule in Ullendorf aus, ist der betroffen?

Momentan nur geringfügig. Wir müssen allerdings die erhöhten Hygienestandards umsetzen, was erhöhte Kosten nach sich zieht – aber das betrifft ja alle Baustellen. Der Bau in Ullendorf läuft, es sind auch keine Störungen bei den Lieferketten zu verzeichnen.

Wie hat die Gemeinde die Notbetreuung für die Kinder geregelt?

Wir haben in jeder Kita und in jeder Schule eine Notbetreuung eingerichtet. Die Erzieherinnen arbeiten im Schichtsystem, damit soll die Belastung gleichmäßig verteilt werden.

Welche Hilfestellung gibt die Gemeinde, wenn Bürger Fragen haben?

Es gibt ein Bürgertelefon. Da können Privatleute, aber auch Firmenvertreter Fragen stellen. Was die Kinderbetreuung betrifft, so steht die Sachgebietsleiterin zu Verfügung und bei allgemeinen Fragen die Leiterin des Hauptamtes. Auf der Internetseite der Gemeinde gibt es extra ein Portal zum Corona-Virus.

Silvia Kunas, die Kämmerin der Gemeinde Klipphausen, freut sich über Investitionen von rund 31 Millionen Euro in diesem Jahr, die unter anderem in den Bau der Oberschule und des Breitbandnetzes fließen sollen.
Silvia Kunas, die Kämmerin der Gemeinde Klipphausen, freut sich über Investitionen von rund 31 Millionen Euro in diesem Jahr, die unter anderem in den Bau der Oberschule und des Breitbandnetzes fließen sollen. © Claudia Hübschmann

Trotz Corona geht das Leben ja weiter. Wie sieht der Haushalt der Gemeinde für dieses Jahr aus?

Silvia Kunas: Was Unterhaltung und Bewirtschaftung betrifft, so hat die Gemeinde Klipphausen in diesem Jahr einen Haushalt von 23 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr sind es 21,5 Millionen Euro gewesen. In diesem Jahr haben wir erstmals ein Investitionsvolumen von knapp 31 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr sind dies nur 16 Millionen gewesen. 

Das ist ja fast doppelt so viel. Wie kommt diese enorme Erhöhung zustande?

Silvia Kunas: Das liegt im Wesentlichen am geplanten Breitbandausbau in der Gemeinde und an Überträgen aus dem Vorjahr für noch nicht beendete Projekte wie die Abwassererschließung in Robschütz und Baumaßnahmen an der neuen Oberschule und der dazugehörigen Sporthalle in Ullendorf. 

Wie stellt sich denn die Haushaltssituation der Gemeinde generell dar? Sie hatten ja zuletzt weniger Einnahmen aus der Gewerbesteuer, weil viele Firmen investiert haben.

Silvia Kunas:  Wir gehen davon aus, dass wir im August, September den Zuwendungsbescheid für die Oberschule erhalten. Um weiter bauen zu können, haben wir erst einmal ein Darlehen aufgenommen. Generell mussten wir zur Aufstellung des Haushalts Darlehen in Höhe von 12,79 Millionen Euro aufnehmen. Davon sind sechs Millionen für die Oberschule und weitere sechs Millionen für die Zwischenfinanzierung des Breitbandausbaus. 

Wie sieht es mit dem Breitbandausbau aus?

Mirko Knöfel: Wir sind guter Dinge. Wir wollen in der April-Sitzung des Gemeinderates den Betreiber vergeben und dann gemeinsam mit diesem den Ausbau vorbereiten. Wir gehen davon aus, noch in diesem Jahr zu beginnen. 

Mussten Sie Projekte zurückstellen, um den Haushalt aufstellen zu können?

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Derzeit prüft die Gemeinde Klipphausen, ob Gewährleistungsansprüche bestehen.

Mirko Knöfel: Ja, wir mussten einiges verschieben. Wir mussten die Sanierung des Freibades in Miltitz, wofür wir ja vom Bund anteilig Geld bekommen, ins Jahr 2022 verschieben. Wir wollten mit der Ausgestaltung des Novalis-Weges beginnen, was auch nach hinten verschoben ist. Sehr viele Straßenbaumaßnahmen sind verschoben, und das für die Erschließung des Gewerbegebietes Groitzsch notwendige Regenrückhaltebecken kommt auch später. Auch, was die Löschwasserversorgung betrifft, kommen wir langsamer voran. 

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog!

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