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Kokain hinterm Krankenhaus gedealt

Zwei Männer sollen jede Menge Drogen an den Mann gebracht haben, auch ziemlich starke Schmerztabletten waren dabei. Jetzt stehen sie vor Gericht.

Am Landgericht Dresden müssen sich zwei Männer wegen Drogenhandels verantworten.
Am Landgericht Dresden müssen sich zwei Männer wegen Drogenhandels verantworten. © Fabian Schröder

Polizeikontrollen sind unangenehm, selbst wenn man nichts zu verbergen hat. Als Hasan A. im August letzten Jahres auf der Stübelallee die Polizeikelle sieht, scheint er jedoch regelrecht in Panik zu geraten. Er hält mit seinem Motorroller nicht etwa an, sondern gibt Gas. Mit den Beamten liefert er sich eine Verfolgungsjagd durch Striesen und Gruna. Autofahrer müssen ausweichen, um nicht mit ihm zusammenzustoßen, heißt es in der Anklage gegen den Syrer. Erst, als der Roller umkippt, ist die Irrfahrt durch Dresden vorbei.

Dass A. nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis gewesen sein soll, könnte ein Grund für die Flucht vor der Polizei gewesen sein. Möglicherweise waren es aber auch Drogengeschäfte, von denen die Beamten zu diesem Zeitpunkt offenbar noch nichts wussten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 30-Jährigen und seinem älteren Landsmann Ali A. jedenfalls vor, zwischen Sommer 2016 und Herbst 2018 kiloweise davon ge- und wieder verkauft zu haben. Konkret geht es um knapp sechs Kilogramm Haschisch, etwa 200 Gramm Marihuana, mehr als 700 Gramm Kokain, über 2 000 Ecstasy-Pillen, geringe Mengen Cannabis, sowie 1 000 Tabletten des ziemlich starken Schmerzmittels Tramadol.

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Im gesamten Stadtgebiet sollen sie aktiv gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft nennt unter anderem die Haltestelle Zwinglistraße, den Wasaplatz und die Institutsgasse hinter dem Friedrichstädter Krankenhaus als Orte für die verbotenen Verkäufe. Stammen sollen die Drogen und die verschreibungspflichtigen Medikamente unter anderem aus Berlin und Plauen im Vogtland.

Erst im November letzten Jahres, also Monate nach der Verfolgungsjagd, werden Hasan A. und Ali A. festgenommen, weil man sie des gewerbsmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln verdächtigt. Außerdem soll Hasan A. eine Minderjährige dazu angestiftet haben, die Ware zu verkaufen. Als die beiden gestellt werden, findet die Polizei in ihrem Wagen einen Elektroschocker und Pfefferspray.

Vorm Dresdner Landgericht sind am Dienstag die Anklagen gegen die beiden Männer verlesen worden. Hasan A. muss sich nicht nur wegen Drogenhandels in nicht geringen Mengen und des Mitführens von Waffen verantworten, sondern auch, weil er den Straßenverkehr gefährdet und ohne Erlaubnis unterwegs gewesen sein soll. Der Prozess, der von einem Dolmetscher begleitet wird, wird am kommenden Dienstag fortgesetzt.

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