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Freital

Kreischa senkt den Trinkwasserpreis

Es geht um 30 Cent pro Kubikmeter. Der Grund: Das Finanzamt macht Druck.

15.11.2019 , Foto: Dietmar Thomas , Trinkwasser
15.11.2019 , Foto: Dietmar Thomas , Trinkwasser © Dietmar Thomas

Das Finanzamt ist beim Bürger nicht sonderlich beliebt, die Kreischaer aber dürften der Behörde bald dankbar sein. Sie sorgt dafür, dass in der Gemeinde der Trinkwasserpreis ab diesem Jahr deutlich sinkt. Bisher zahlten die Einwohner pro Kubikmeter 2,20 Euro. Rückwirkend zum 1. Januar sind es nun nur noch 1,90 Euro pro Kubikmeter.

Der Hintergrund der Preissenkung ist etwas kompliziert und betrifft das Steuerrecht. Die Trinkwasserversorgung wird durch den Kreischaer Trink- und Abwasserbetrieb (KWA)  sichergestellt. Der KWA ist ein kommunaler Eigenbetrieb und arbeitet nicht gewinnorientiert, sondern kostendeckend. 

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Die Wasserpreise werden dabei immer für fünf Jahre im Voraus festgelegt. Ergeben sich in diesem Zeitraum Gewinne, werden diese zurückgelegt und nach Ablauf der fünf Jahre in die nächste Preisberechnung quasi als Vorschuss einbezogen. Auf Gewinne folgen demnach Preissenkungen, auf Verluste Preiserhöhungen. 

Doch nun gibt es eine Änderung in der Besteuerung. Demnach werden die Gewinne eines Eigenbetriebes steuerpflichtig. Es geht um zunächst 31.000 Euro für die vergangenen Jahre. Um für die Zukunft weitere Steuerrückzahlungen zu vermeiden, hat der Gemeinderat den eigentlich fünfjährigen Kalkulationszeitraum nun auf vier Jahre verkürzt und den Preis massiv gesenkt. Somit ergeben sich in den nächsten Jahren keine großen Gewinne mehr und somit auch keine Steuernachzahlungen. 

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Der KWA versorgt alle Kreischaer Ortsteile außer Babisnau, Sobrigau, Bärenklause und Kautzsch sowie die Bavaria-Klinik. 2018 ist der Wasserverbrauch aufgrund des heißen und trockenen Sommers massiv angestiegen. Von rund 138.000 Kubikmeter Wasser im Jahr 2017 wurden 2018 150.000 Kubikmeter Wasser verkauft. Für 2019 liegt noch keine aktuelle Zahl vor.   

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